28. August 2026
Lesezeit ca. 21 Min.

Als Masseur selbstständig machen heißt vor allem: rechnen, bevor man kündigt. Wer 60 € pro Behandlung nimmt und 15 Termine pro Woche schafft, macht rund 40.500 € Umsatz im Jahr — davon bleiben nach Raum, Versicherung, Material und eigener Vorsorge rund 2.300 € im Monat vor Steuern. Der Rechner auf dieser Seite zeigt Ihnen in dreißig Sekunden, was bei Ihren Zahlen tatsächlich hängen bleibt und wie viele Behandlungen Sie für Ihr Wunscheinkommen brauchen.

Key Facts – Selbstständigkeit als Masseur

  • Behandlungspreis: je nach Region und Leistung 45–90 € für 60 Minuten
  • Realistische Auslastung: 12–20 Behandlungen pro Woche im ersten Jahr, nicht 30
  • Fixkosten: Raum, Versicherung, Material und Marketing summieren sich schnell auf 600–1.200 € im Monat
  • Eigene Vorsorge: Kranken- und Rentenversicherung zahlen Selbstständige vollständig selbst — der größte Einzelposten
  • Qualifikation: Für Wellnessmassage genügt eine Gewerbeanmeldung, für Behandlungen auf ärztliche Verordnung braucht es eine staatlich geregelte Ausbildung
  • Anlaufzeit: Die meisten Praxen brauchen sechs bis zwölf Monate bis zur tragfähigen Auslastung

Der Rechner: Was bleibt bei Ihren Zahlen übrig?

Die Frage „Kann ich davon leben?" lässt sich nicht allgemein beantworten, weil vier Größen sie bestimmen: Ihr Preis, Ihre Auslastung, Ihre Fixkosten und Ihre Vorsorge. Verschieben Sie einen der Regler, und das Ergebnis kippt. Genau deshalb steht hier ein Rechner und keine Tabelle.

Die Voreinstellungen entsprechen einer neu gegründeten Einzelpraxis mit gemietetem Raum. Passen Sie die Werte an Ihre Situation an — das Ergebnis aktualisiert sich sofort.

Ihre Einnahmen

Ihre Kosten pro Monat

Umsatz im Jahr 40.500 €
Kosten im Jahr 13.080 €
Bleibt vor Steuern — im Monat 2.285 €

Wichtig: Der Rechner endet bewusst beim Gewinn vor Steuern. Wie viel Einkommensteuer anfällt, hängt von Ihrem gesamten Haushalt ab — Familienstand, weitere Einkünfte, Freibeträge. Auch ob Sie Umsatzsteuer ausweisen müssen, entscheidet sich an der Art Ihrer Leistungen und an der Kleinunternehmerregelung. Beides gehört zum Steuerberater, nicht in einen Onlinerechner.

Warum die meisten sich beim Preis verrechnen

Der häufigste Denkfehler bei der Gründung ist die Stundenrechnung. Wer als Angestellter 18 € brutto in der Stunde verdient hat, setzt selbstständig 45 € an und hält das für eine Verdreifachung. Tatsächlich ist es oft weniger.

Der Grund liegt in dem, was zwischen den Behandlungen passiert. Für eine Stunde am Tisch fallen etwa zwanzig Minuten an, die niemand bezahlt: Raum lüften, Wäsche wechseln, Dokumentation, Terminabsprache. Dazu kommen Buchhaltung, Marketing und Fortbildung. Eine Vollzeitwoche mit 40 Arbeitsstunden trägt deshalb selten mehr als 20 bis 24 bezahlte Behandlungen.

Und der Preis ist nur die halbe Rechnung. Als Angestellter zahlt Ihr Arbeitgeber die Hälfte von Kranken- und Rentenversicherung. Selbstständig tragen Sie beides allein — bei freiwilliger gesetzlicher Versicherung sind das je nach Gewinn schnell 350 bis 500 € im Monat, bevor Sie einen Cent für sich haben. Genau deshalb steht die Vorsorge im Rechner oben als eigener Regler und nicht im Kleingedruckten.

Was ein realistischer Start kostet

Neben den laufenden Kosten steht die Anschaffung. Diese Beträge fallen einmalig an, bevor die erste Behandlung stattfindet:

  • Massageliege: 250 € mobil, 900–2.500 € stationär und höhenverstellbar
  • Wäsche und Verbrauchsmaterial: 300–600 € für den Grundstock
  • Raumausstattung: 500–3.000 €, je nachdem ob Sie einen möblierten Raum mieten
  • Website und Buchungssystem: 0 € in Eigenarbeit bis 2.500 € vom Dienstleister
  • Gewerbeanmeldung: 20–60 €, je nach Kommune

Wer mobil startet und beim Kunden zu Hause arbeitet, kommt mit rund 1.500 € aus. Eine eigene Praxis mit Empfang und Warteraum beginnt eher bei 8.000 €. Beides ist ein gangbarer Weg — aber der zweite braucht von Anfang an eine höhere Auslastung, und genau das zeigt der Rechner, wenn Sie den Raumkostenregler nach oben ziehen.

Ulrich Pötter

Mein Expertenrat aus 25+ Jahren Praxis als staatlich anerkannter Therapeut: Starten Sie nebenberuflich, nicht mit der Kündigung. Die ersten sechs bis zwölf Monate entscheiden sich nicht am Können, sondern an der Bekanntheit — und Bekanntheit braucht Zeit, die man sich nur leisten kann, wenn die Miete anderswo herkommt. Ich habe viele Absolventinnen und Absolventen begleitet, die abends und samstags angefangen haben und nach einem Jahr mit vollem Kalender gewechselt sind. Die umgekehrte Reihenfolge endet häufiger mit der Rückkehr in die Anstellung.

Welche Qualifikation Sie brauchen — und welche nicht

Hier wird es rechtlich genau, und die Unterschiede entscheiden darüber, was Sie anbieten dürfen und wer Ihre Leistung bezahlt.

Wellness- und Entspannungsmassage

Für Massagen im Wellnessbereich genügt in Deutschland eine Gewerbeanmeldung. Eine staatlich geregelte Ausbildung ist dafür nicht vorgeschrieben. Entscheidend ist die Abgrenzung: Sobald eine Massage der Behandlung von Beschwerden dient, verlässt sie den Wellnessbereich — dann gelten die Regeln für Heilberufe. Wer ohne Qualifikation startet, bekommt allerdings kaum eine bezahlbare Berufshaftpflicht und wird von Kooperationspartnern wie Hotels oder Studios nicht genommen. Ein aussagekräftiger Qualifikationsnachweis ist hier faktisch die Eintrittskarte, auch wenn es formal keine Pflicht ist.

Behandlung auf ärztliche Verordnung

Wollen Sie Rezepte abrechnen, führt kein Weg an der staatlich geregelten Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister vorbei — eine schulische Vollzeitausbildung über zweieinhalb Jahre mit staatlicher Prüfung. Erst damit ist eine Zulassung zur Abrechnung mit den Krankenkassen möglich. Das ist ein anderer Berufsweg als die Wellnessmassage, und wer das verwechselt, plant an der Realität vorbei.

Der Weg dazwischen

Die meisten Gründerinnen und Gründer wählen den mittleren Weg: eine fundierte Fachausbildung mit Zertifikat, die sowohl die Technik als auch die rechtlichen Grundlagen abdeckt, und danach der Aufbau im Wellness- und Präventionsbereich. Unsere Online-Ausbildungen sind genau darauf zugeschnitten, die Präsenz-Ausbildungen in Berlin ergänzen den praktischen Teil. Für den staatlich zugelassenen Weg gibt es die ZFU-zugelassenen Lehrgänge.

Drei Wege in die Selbstständigkeit — und was sie kosten

Die Frage „eigene Praxis oder nicht" entscheidet mehr über Ihre Zahlen als der Behandlungspreis. Sie legt fest, wie hoch Ihre Fixkosten sind, und damit, ab welcher Auslastung Sie überhaupt etwas verdienen. Drei Modelle sind in der Praxis üblich, und jedes hat einen anderen Kipppunkt.

 Mobil beim KundenRaum zur UntermieteEigene Praxis
Startkostenca. 1.500 €ca. 2.500 €ab 8.000 €
Fixkosten im Monat150–300 €250–600 €700–1.500 €
Behandlungen für 2.000 € Gewinnca. 12ca. 13ca. 16
Zeit je Termin+ Anfahrt, oft 30–45 Min.keine Anfahrtkeine Anfahrt
Stärkeniedriges Risiko, schneller Startguter Mittelweg, planbare Kosteneigene Marke, Wiedererkennung
SchwächeFahrzeit ist unbezahlt, begrenzt die Termine pro TagZeiten oft an fremde Belegung gebundenvolle Miete ab Tag eins, auch ohne Kunden
Passt zunebenberuflichem StartÜbergang in Vollzeitbestehendem Kundenstamm

Die Zeile mit den nötigen Behandlungen ist die wichtigste. Sie zeigt, dass die eigene Praxis nicht „teurer" ist, sondern später anfängt zu tragen: Sie brauchen rund vier Behandlungen pro Woche mehr als mobil, nur um denselben Gewinn zu erreichen. Wer diese vier nicht sicher hat, mietet zu früh.

Zur Nachvollziehbarkeit: Gerechnet mit 60 € je Behandlung, 45 Arbeitswochen und 450 € monatlicher Kranken- und Altersvorsorge, dazu der mittlere Wert der jeweiligen Fixkostenspanne. Sie können jede dieser Annahmen im Rechner oben durch Ihre eigene ersetzen.

Ein Hinweis zur mobilen Variante, der in Überschlagsrechnungen regelmäßig fehlt: Die Anfahrt ist Arbeitszeit, die niemand bezahlt. Bei 30 Minuten je Termin sind das bei zwölf Behandlungen sechs unbezahlte Stunden pro Woche. Im Rechner oben bilden Sie das ab, indem Sie die Fahrtkosten erhöhen und die Zahl der wöchentlichen Behandlungen realistisch niedrig ansetzen.

So leiten Sie Ihren Preis her — rückwärts, nicht aus dem Bauch

Die meisten Gründerinnen und Gründer suchen zuerst nach Vergleichspreisen in der Umgebung und legen sich knapp darunter. Das ist verständlich und führt trotzdem oft in die Enge, weil der Marktpreis nichts über Ihre Kostenstruktur aussagt. Der verlässlichere Weg geht in vier Schritten von hinten nach vorn.

  1. Wunscheinkommen festlegen. Was müssen Sie vor Steuern verdienen, damit sich der Schritt lohnt? Rechnen Sie ehrlich — inklusive Rücklage für Urlaub und Krankheit, die Sie als Selbstständige selbst tragen.
  2. Fixkosten addieren. Raum, Versicherungen, Material, Marketing, Vorsorge. Der Rechner oben summiert das für Sie.
  3. Realistische Auslastung annehmen. Nicht die Wunschzahl, sondern die, die Sie in einer normalen Woche mit Absagen und Leerlauf schaffen. Im ersten Jahr sind 12 bis 20 der übliche Korridor.
  4. Teilen. (Wunscheinkommen + Fixkosten) ÷ Behandlungen pro Jahr = Ihr Mindestpreis.

Liegt dieser Mindestpreis deutlich über dem, was in Ihrer Region üblich ist, haben Sie eine klare Information gewonnen — und zwar früh: Entweder müssen die Fixkosten runter, oder Sie brauchen ein Angebot, das den höheren Preis trägt. Eine Spezialisierung, längere Behandlungen, Firmenkunden. Was nicht funktioniert, ist der Versuch, den Unterschied durch mehr Termine auszugleichen; die Rechnung geht körperlich nicht auf.

Die ersten Kunden — was in den ersten sechs Monaten wirklich trägt

Der Rechner setzt eine Auslastung voraus. Woher sie kommt, ist die eigentliche Gründungsfrage. Aus der Erfahrung mit Absolventinnen und Absolventen tragen vier Wege den Anfang, und Werbung gehört nicht dazu.

Kooperationen statt Anzeigen

Physiotherapiepraxen, Fitnessstudios, Yogaschulen und Hotels haben genau die Menschen als Kunden, die Sie suchen — und oft selbst keine Kapazität für Massage. Ein persönliches Gespräch mit einem klaren Angebot bringt in dieser Phase mehr als jedes Anzeigenbudget. Wichtig ist, mit einer Leistung zu kommen, die den Partner entlastet, nicht mit der Bitte um Empfehlung.

Das Google-Unternehmensprofil

Wer „Massage" plus Ortsnamen sucht, sieht zuerst die Kartenergebnisse. Ein vollständig ausgefülltes Profil mit echten Fotos, korrekten Öffnungszeiten und den ersten Bewertungen ist der wirksamste kostenlose Kanal für lokale Dienstleistungen. Es kostet einen Nachmittag und wirkt jahrelang.

Firmen und betriebliche Gesundheit

Betriebe buchen Massagen als Gesundheitsleistung für ihre Mitarbeitenden — häufig als wiederkehrender Termin. Ein einziger Firmenkunde mit einem festen Tag pro Woche kann ein Drittel Ihrer Auslastung tragen, und er sagt selten kurzfristig ab. Der Weg dorthin führt über den Kontakt zur Personalabteilung, nicht über Werbung an Einzelpersonen.

Wiederkehr statt Neukunden

Die günstigste Behandlung ist die zweite. Ein Kunde, der alle vier Wochen kommt, ist im Jahr dreizehn Termine wert — dafür müssten Sie sonst dreizehn Menschen einzeln gewinnen. Verabreden Sie den Folgetermin deshalb direkt am Ende der Behandlung, nicht per Nachricht drei Wochen später.

Sechs Fehler, die den Start teuer machen

  • Zu früh mieten: Die Praxismiete läuft ab Tag eins, der Kundenstamm braucht Monate
  • Vorsorge vergessen: Kranken- und Rentenversicherung sind der größte Posten, nicht die Miete
  • Auslastung überschätzen: 30 Behandlungen pro Woche stehen in keiner Rechnung, die aufgeht
  • Zu billig starten: Preise nach oben zu korrigieren ist bei Bestandskunden unangenehm
  • Fahrzeit nicht rechnen: Mobil ist die Anfahrt unbezahlte Arbeitszeit
  • Keine Rücklage: Urlaub, Krankheit und ruhige Monate zahlt niemand außer Ihnen

Anmeldung und Absicherung: die Pflichtstationen

Der formale Teil ist überschaubar und in wenigen Wochen erledigt. Diese Stationen betreffen praktisch jede Gründung im Massagebereich:

  • Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt Ihrer Kommune — 20 bis 60 €, meist am selben Tag erledigt
  • Rechtsform: Für den Start ist das Einzelunternehmen der Normalfall; es entsteht mit der Gewerbeanmeldung und verlangt kein Startkapital
  • Berufshaftpflichtversicherung — nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber praktisch unverzichtbar; ohne Qualifikationsnachweis wird sie teuer oder gar nicht angeboten
  • Krankenversicherung umstellen: Als Selbstständige zahlen Sie den vollen Beitrag; die Höhe hängt vom Gewinn ab und will vor dem Wechsel geklärt sein
  • Steuerliche Anmeldung: Das Finanzamt schickt nach der Gewerbeanmeldung einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Welche Angaben dort sinnvoll sind — besonders zur Kleinunternehmerregelung und zur Umsatzsteuer — besprechen Sie am besten vorher mit einem Steuerberater

Ein Punkt, der häufig übersehen wird: Bei Massagen im Wellnessbereich gelten andere Regeln als bei Behandlungen auf ärztliche Verordnung. Welche Leistungen Sie anbieten dürfen, hängt an Ihrer Qualifikation — der Abschnitt weiter oben ordnet das ein.

Nebenberuflich starten: worauf Sie achten sollten

Der nebenberufliche Einstieg ist in den meisten Fällen der ruhigere Weg, hat aber eigene Spielregeln. Ihr Arbeitsvertrag kann eine Anzeigepflicht für Nebentätigkeiten enthalten — ein Blick hinein lohnt vor der Gewerbeanmeldung. Ein Verbot ist selten zulässig, solange die Nebentätigkeit Ihre Hauptbeschäftigung nicht beeinträchtigt und nicht in direkter Konkurrenz dazu steht.

Praktisch wichtiger ist die Zeitfrage. Abendtermine ab 18 Uhr und der Samstagvormittag sind die Fenster, in denen berufstätige Kundinnen und Kunden ohnehin am liebsten kommen — der nebenberufliche Start liegt also nicht quer zur Nachfrage, sondern trifft sie. Zehn bis zwölf Behandlungen pro Woche sind in diesen Zeiten machbar, und genau das ist der Bereich, in dem der Rechner oben bereits ein tragfähiges Zusatzeinkommen zeigt.

Die Krankenversicherung bleibt in dieser Phase in der Regel unverändert, solange die Selbstständigkeit nicht überwiegt. Das ist einer der Gründe, warum der nebenberufliche Start finanziell so viel entspannter ist als der Sprung — und einer der Punkte, die Sie vor dem Wechsel in die Vollzeit mit Ihrer Kasse klären sollten.

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Kostenlos: Berufe im Wellnessbereich

Sieben Wege nebeneinander: was der Zugang verlangt, was die Ausbildung kostet, was realistisch verdient wird — und wo jeder Beruf endet. 11 Seiten als PDF.

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Fazit

Die Selbstständigkeit als Masseur trägt sich — aber später und knapper, als die meisten Überschlagsrechnungen nahelegen. Entscheidend sind nicht der Stundenpreis allein, sondern die drei Größen, die im Rechner nebeneinanderstehen: realistische Auslastung, ehrlich kalkulierte Fixkosten und die vollständig selbst getragene Vorsorge.

Wer nebenberuflich startet, eine belastbare Qualifikation mitbringt und die ersten zwölf Monate als Aufbauzeit einplant statt als Vollverdienst, hat die deutlich besseren Aussichten. Die Ausbildung ist dabei kein Formalismus, sondern die Grundlage für Haftpflicht, Kooperationen und Preise, die sich durchsetzen lassen.

Häufige Fragen zur Selbstständigkeit als Masseur

Brauche ich eine Ausbildung, um als Masseur selbstständig zu arbeiten?

Für Wellness- und Entspannungsmassagen genügt rechtlich eine Gewerbeanmeldung. Ohne nachweisbare Qualifikation bekommen Sie jedoch kaum eine bezahlbare Berufshaftpflichtversicherung, und Kooperationspartner wie Hotels, Studios oder Physiopraxen verlangen sie regelmäßig. Für Behandlungen auf ärztliche Verordnung ist die staatlich geregelte Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister zwingend.

Wie viele Behandlungen pro Woche sind realistisch?

Im ersten Jahr sind 12 bis 20 Behandlungen pro Woche ein realistischer Korridor. Mehr als 25 sind dauerhaft körperlich anspruchsvoll, weil zu jeder Behandlungsstunde etwa zwanzig Minuten unbezahlte Vor- und Nachbereitung kommen. Wer deutlich mehr einplant, rechnet sich die Gründung schön.

Was kostet der Start in die Selbstständigkeit?

Mobil, also mit Behandlung beim Kunden, kommen Sie mit etwa 1.500 € für Liege, Wäsche, Material und einen einfachen Webauftritt aus. Eine eigene Praxis mit Raum, Ausstattung und Empfang beginnt eher bei 8.000 €. Dazu kommen die laufenden Kosten, die der Rechner oben abbildet.

Muss ich Umsatzsteuer ausweisen?

Das hängt von der Art Ihrer Leistungen und von Ihrem Umsatz ab. Heilbehandlungen sind unter bestimmten Voraussetzungen umsatzsteuerfrei, Wellnessmassagen in der Regel nicht. Zusätzlich gibt es die Kleinunternehmerregelung. Weil sich beides gegenseitig beeinflusst und von Ihrem Einzelfall abhängt, gehört diese Frage zum Steuerberater — wir geben dazu bewusst keine Auskunft.

Lohnt sich der nebenberufliche Start?

In den meisten Fällen ja. Der Aufbau eines Kundenstamms dauert sechs bis zwölf Monate, und in dieser Zeit deckt der Umsatz die Lebenshaltung selten. Nebenberuflich starten Sie ohne diesen Druck, können Preise durchsetzen statt jeden Termin annehmen zu müssen, und wechseln erst, wenn der Kalender trägt.

Wie hoch sollte mein Behandlungspreis sein?

Je nach Region und Leistung liegen 45 bis 90 € für 60 Minuten im üblichen Rahmen, in Großstädten und bei Spezialisierungen auch darüber. Wichtiger als der Vergleich mit anderen ist die Rückwärtsrechnung: Stellen Sie im Rechner Ihr Wunscheinkommen ein und sehen Sie, welche Auslastung Ihr Preis dafür verlangt. Ist die Zahl unrealistisch, ist der Preis zu niedrig.

Mobil arbeiten oder eigene Praxis — was lohnt sich mehr?

Finanziell trägt die mobile Variante früher: Sie brauchen für dasselbe Ergebnis rund vier Behandlungen pro Woche weniger, weil die Fixkosten deutlich niedriger sind. Dafür ist die Anfahrt unbezahlte Arbeitszeit und begrenzt die Zahl der Termine pro Tag. Die eigene Praxis lohnt sich, wenn ein Kundenstamm bereits steht — nicht als Startmodell.

Wie lange dauert es, bis ich davon leben kann?

Sechs bis zwölf Monate sind der übliche Rahmen, bis eine tragfähige Auslastung steht. Entscheidend ist dabei weniger das fachliche Können als die Bekanntheit vor Ort: Kooperationen mit Physiopraxen, Studios oder Firmen sowie ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil bringen in dieser Phase mehr als Werbung.

Muss ich meinem Arbeitgeber Bescheid geben, wenn ich nebenberuflich starte?

Viele Arbeitsverträge enthalten eine Anzeigepflicht für Nebentätigkeiten — ein Blick in den Vertrag lohnt vor der Gewerbeanmeldung. Ein generelles Verbot ist selten zulässig, solange die Nebentätigkeit die Hauptbeschäftigung nicht beeinträchtigt und keine unmittelbare Konkurrenz darstellt. Im Zweifel klärt das eine arbeitsrechtliche Beratung.

© 2026 wellnessinperfektion.de • Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung und keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die Rechenwerte sind Schätzungen zur Orientierung; verbindliche Auskünfte zu Steuern, Versicherungspflicht und Zulassung erteilen Steuerberater, Krankenkasse und die zuständige Behörde. Hinweis: Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn Sie über solche Links einkaufen, erhalten wir ggf. eine Provision – für Sie entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Affiliate-Links beeinflussen nicht unsere redaktionelle Auswahl oder Bewertung der Inhalte.
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vor 2 Monaten
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Heike Regenberg
Profilbild von Ab Ab
vor 2 Monaten
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