Functional Trainer Ausbildung - mit Können zum Erfolg
Functional Training setzt auf mehrgelenkige, alltagsnahe Bewegungen, die mehrere Muskelgruppen gleichzeitig fordern und Kraft, Stabilität sowie Koordination ganzheitlich schulen. Als Functional Trainer planen Sie solche Einheiten, leiten Übungen mit Kettlebell, TRX oder Medizinball an und stellen sich individuell auf Ihre Kundinnen und Kunden ein. Was den Trainingsansatz ausmacht, welche Aufgaben der Beruf umfasst und wie eine Ausbildung abläuft, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
Key Facts – Functional Trainer
- Trainingsansatz: mehrgelenkige, alltagsnahe Bewegungen, die mehrere Muskelgruppen, Gleichgewicht und Koordination zugleich fordern.
- Schwerpunkt: ein stabiler Rumpf (Core) als Zentrum jeder Bewegung statt isoliertem Training einzelner Muskeln.
- Typische Tools: Kettlebell, TRX-Schlingentrainer, Medizinball, Widerstandsbänder sowie das eigene Körpergewicht.
- Aufgaben: Bedarf analysieren, Trainingspläne erstellen, Übungen anleiten, Technik korrigieren und Fortschritte begleiten.
- Mögliche Wirkung: Functional Training kann Kraft, Beweglichkeit und Bewegungssicherheit im Alltag fördern – ohne Heilversprechen.
- Voraussetzungen: Freude an Bewegung und am Umgang mit Menschen; eine sportwissenschaftliche Vorbildung ist hilfreich, aber kein Muss.
- Erlernbar: als flexible Online-Ausbildung, als Präsenzkurs in Berlin oder als staatlich zugelassener Lehrgang mit Zertifikat.
Was ist Functional Training?
Beim Functional Training steht die Effektivität der Bewegung im Mittelpunkt. Anders als beim klassischen Gerätetraining, bei dem einzelne Muskeln isoliert gekräftigt werden, trainiert das funktionelle Training ganze Bewegungsketten. Gelenke, Muskeln und das Nervensystem arbeiten dabei im Zusammenspiel – genau so, wie es der Körper auch im Alltag, im Beruf oder im Sport tut. Das Ziel ist nicht allein ein größerer Muskel, sondern eine Bewegung, die rund, kraftvoll und kontrolliert abläuft.
Der Begriff „funktionell“ verweist darauf, dass die Übungen eine Funktion erfüllen sollen, die sich auf das echte Leben übertragen lässt. Wer einen schweren Wasserkasten hebt, sein Kind hochnimmt oder beim Sport schnell die Richtung wechselt, nutzt dabei nie nur einen einzelnen Muskel, sondern ein eingespieltes Netzwerk aus Beinen, Rumpf und Armen. Functional Training bildet genau diese komplexen Abläufe nach und schult sie gezielt. Damit deutlich wird, worin sich der Ansatz von herkömmlichem Training unterscheidet, lohnt ein Blick auf seine typischen Merkmale:
- mehrere Gelenke und Muskelgruppen werden in einer Übung gemeinsam beansprucht
- Gleichgewicht, Koordination und Körperspannung sind feste Bestandteile jeder Einheit
- die Bewegungen orientieren sich an alltäglichen oder sportlichen Anforderungen
- das eigene Körpergewicht und freie Geräte ersetzen oft die geführte Maschine
- der Trainingsreiz lässt sich individuell an Niveau und Ziel anpassen
Aus dieser Ausrichtung ergibt sich ein Training, das nicht nur einzelne Körperpartien formt, sondern die Bewegungsqualität als Ganzes verbessern kann. Genau diese Komplexität macht die Arbeit des Functional Trainers so anspruchsvoll und vielseitig – und unterscheidet sie deutlich von einem reinen Geräteplan.
Historisch hat das funktionelle Training seine Wurzeln unter anderem in der Rehabilitation und im Leistungssport. Therapeutinnen und Therapeuten suchten nach Wegen, Bewegungen nach einer Verletzung wieder ganzheitlich aufzubauen, während Athletinnen und Athleten ihre sportartspezifische Leistungsfähigkeit verbessern wollten. Aus beiden Welten entwickelte sich ein Ansatz, der heute auch im Breitensport und in der Prävention angekommen ist. Der Gedanke dahinter blieb dabei stets derselbe: Der Körper soll als zusammenhängendes System trainiert werden und nicht als Summe einzelner Muskeln. Diese ganzheitliche Sichtweise ist es, die Functional Training für so viele unterschiedliche Zielgruppen attraktiv macht.

Die Prinzipien des Functional Trainings
Functional Training folgt einigen Grundprinzipien, die sich durch jede gut geplante Einheit ziehen. Sie sorgen dafür, dass das Training tatsächlich funktionell bleibt und nicht zu einer beliebigen Sammlung anstrengender Übungen wird. Wer diese Prinzipien versteht, kann ein Training sinnvoll aufbauen, dosieren und an die jeweilige Person anpassen.
Mehrgelenkige Bewegungen statt Isolation
Das wohl wichtigste Prinzip ist die mehrgelenkige Bewegung. Statt einen Muskel isoliert zu beanspruchen, werden Übungen gewählt, die mehrere Gelenke gleichzeitig bewegen – etwa Kniebeugen, Ausfallschritte, Ziehen oder Drücken über Kopf. Solche Komplexübungen sprechen viele Muskeln zugleich an und trainieren zugleich deren Zusammenspiel. Bevor eine Einheit zusammengestellt wird, lohnt es sich, die zentralen Bewegungsmuster zu kennen, auf denen die meisten funktionellen Übungen aufbauen:
- Beugen und Strecken der Beine (Kniebeuge, Ausfallschritt)
- Heben und Senken aus der Hüfte (Hüftstrecken, Kreuzheben-Variationen)
- Drücken nach oben oder vorne (Liegestütz, Überkopfdrücken)
- Ziehen zum Körper (Rudern, Klimmzug-Varianten)
- Rotation und Anti-Rotation des Rumpfes (kontrolliertes Drehen und Stabilisieren)
Diese Muster bilden das Grundgerüst eines funktionellen Trainingsplans. Aus ihnen lassen sich nahezu unbegrenzt Übungsvarianten ableiten, die sich an Niveau, Ziel und verfügbarem Equipment ausrichten.
Alltagsnähe und Übertragbarkeit
Ein zweites Prinzip ist die Alltagsnähe. Functional Training fragt stets danach, ob eine Übung dem Menschen auch außerhalb des Studios nützt. Eine kontrollierte Kniebeuge hilft beim Aufstehen und Hinsetzen, eine stabile Drehung schützt den Rücken beim Tragen, ein sicherer Ausfallschritt erleichtert das Treppensteigen. So kann funktionelles Training die Bewegungssicherheit im Alltag fördern – ganz ohne ein Heilversprechen abzugeben.
Damit der Übertrag gelingt, werden die Übungen bewusst dreidimensional gestaltet. Trainiert wird nicht nur vor und zurück, sondern auch seitlich und in Rotation, weil sich der Körper auch im Alltag in alle Richtungen bewegt. Diese Vielseitigkeit unterscheidet das funktionelle Training spürbar vom eindimensionalen Maschinentraining.
Core und Stabilität als Zentrum
Das dritte Prinzip stellt den Rumpf – im Englischen „Core“ – in den Mittelpunkt. Die tief liegende Rumpfmuskulatur stabilisiert die Wirbelsäule und gibt jeder Arm- und Beinbewegung erst ein festes Fundament. Ist dieses Zentrum schwach, geht Kraft verloren und die Bewegung wird unsauber. Functional Training schult daher gezielt die Stabilität, bevor die Belastung gesteigert wird. Folgende Aspekte spielen dabei eine besondere Rolle:
- eine bewusste Körperspannung, die Bewegungen kontrolliert ablaufen lässt
- das Halten der Stabilität auch bei wechselnder Belastung und auf instabilem Untergrund
- das saubere Übertragen der Kraft vom Rumpf in Arme und Beine
- ein ausgewogenes Zusammenspiel von Vorder- und Rückseite des Körpers
Erst wenn dieses stabile Zentrum vorhanden ist, lassen sich anspruchsvollere Übungen sicher und mit gutem Trainingsreiz durchführen. Genau hier liegt einer der größten Vorteile des funktionellen Ansatzes: Er baut Bewegung von innen nach außen auf.
Typische Übungen & Tools im Functional Training
Functional Training kommt mit erstaunlich wenig Equipment aus – oft genügt das eigene Körpergewicht. Daneben gibt es jedoch einige bewährte Tools, die das Training abwechslungsreicher machen und neue Reize setzen. Jedes dieser Geräte hat einen eigenen Charakter und eignet sich für bestimmte Bewegungsmuster besonders gut. Im Folgenden stellen wir Ihnen die drei wichtigsten Trainingswerkzeuge im Einzelnen vor.
Kettlebell
Die Kettlebell, eine Kugelhantel mit Griff, ist eines der Sinnbilder des funktionellen Trainings. Durch ihren versetzten Schwerpunkt eignet sie sich hervorragend für dynamische, schwungvolle Bewegungen wie den Kettlebell-Swing, bei dem Hüfte, Rücken und Beine kraftvoll zusammenarbeiten. Sie schult Kraft, Ausdauer und Körperspannung in einem und verlangt von Beginn an eine saubere Technik. Gerade deshalb ist eine fundierte Anleitung wichtig, damit der Rücken nicht überlastet wird.
TRX-Schlingentrainer
Der TRX-Schlingentrainer besteht aus zwei verstellbaren Bändern, die an einem festen Punkt aufgehängt werden. Trainiert wird mit dem eigenen Körpergewicht, wobei der Schwierigkeitsgrad einfach über die Körperposition und den Winkel zum Boden verändert werden kann. Das macht den Schlingentrainer besonders flexibel: Vom Einsteiger bis zum Fortgeschrittenen kann jeder auf seinem Niveau arbeiten. Weil der Körper sich permanent ausbalancieren muss, wird der Rumpf bei nahezu jeder Übung mittrainiert.
Medizinball
Der Medizinball ist ein gewichteter Ball, der sich vielseitig einsetzen lässt – vom Werfen und Fangen über Rotationsbewegungen bis hin zu Stabilisationsübungen. Er eignet sich besonders, um explosive Kraft und Koordination zu schulen, und bringt spielerische Elemente ins Training. In Partner- oder Gruppeneinheiten sorgt er zudem für Abwechslung und Motivation.
Neben diesen Klassikern kommen häufig Widerstandsbänder, Balance-Pads, Slingtrainer-Varianten und das schlichte Körpergewicht zum Einsatz. Widerstandsbänder eignen sich hervorragend für ein gelenkschonendes Krafttraining und lassen sich überallhin mitnehmen, während Balance-Pads und instabile Untergründe gezielt die tiefe Stabilisationsmuskulatur ansprechen. Gerade diese Vielfalt erlaubt es, ein Training immer wieder neu zu gestalten und sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene zu fordern.
Die Kunst des Functional Trainers liegt jedoch weniger darin, möglichst viele Geräte zu nutzen, als darin, das passende Werkzeug für das jeweilige Ziel und das Niveau der Person auszuwählen. Ein gut durchdachtes Training mit wenigen Tools und sauberer Technik bringt meist mehr als ein überladenes Programm. Entscheidend ist stets, dass die Bewegung sicher und kontrolliert ausgeführt wird – das Gerät ist nur Mittel zum Zweck.
Das Berufsbild Functional Trainer
Ein Functional Trainer ist weit mehr als eine Person, die Übungen vormacht. Er analysiert den Bewegungsapparat seiner Kundinnen und Kunden, erkennt Schwächen und Dysbalancen und stellt darauf abgestimmte Trainingspläne zusammen. Dabei verbindet er fachliches Wissen über Anatomie und Trainingslehre mit der Fähigkeit, Menschen zu motivieren und sicher anzuleiten. Sein breit aufgestelltes Repertoire ermöglicht die Arbeit mit nahezu jeder Zielgruppe – seine Vielseitigkeit ist sein größtes Kapital.
Der Berufsalltag ist dabei abwechslungsreich und reicht von der ersten Einschätzung über die Trainingsbegleitung bis zur laufenden Anpassung der Pläne. Zu den zentralen Aufgaben eines Functional Trainers gehören typischerweise:
- den Ausgangszustand und die Ziele der Kundinnen und Kunden im Gespräch und über einfache Bewegungsscreenings einschätzen
- individuelle Trainingspläne erstellen und sinnvoll in Phasen aufbauen
- Übungen demonstrieren, die Technik korrigieren und auf eine saubere Ausführung achten
- Belastung und Intensität an Fortschritt und Tagesform anpassen
- motivieren, begleiten und für ein sicheres, wertschätzendes Trainingsklima sorgen
- bei gesundheitlichen Auffälligkeiten an ärztliche oder therapeutische Fachstellen verweisen
Gerade der letzte Punkt ist wichtig: Ein Functional Trainer arbeitet im Bereich Prävention und Fitness, nicht in der Heilbehandlung. Bei Vorerkrankungen, Schmerzen oder akuten Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände, bevor trainiert wird. Diese klare Abgrenzung schützt sowohl die Kundinnen und Kunden als auch den Trainer selbst.
Voraussetzungen & für wen die Ausbildung geeignet ist
Der Weg zum Functional Trainer steht grundsätzlich vielen Menschen offen. Wichtiger als formale Abschlüsse sind Freude an Bewegung, ein gutes Körpergefühl und der Wunsch, andere Menschen zu unterstützen. Eine sportliche oder gesundheitliche Vorbildung kann den Einstieg erleichtern, ist aber in der Regel keine zwingende Voraussetzung. Folgende Eigenschaften und Voraussetzungen sind besonders hilfreich:
- Begeisterung für Sport, Fitness und einen aktiven Lebensstil
- Freude am Umgang mit Menschen und an einer anleitenden Rolle
- Geduld, Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, gut zuzuhören
- Bereitschaft, sich anatomisches und trainingswissenschaftliches Grundwissen anzueignen
- eine angemessene eigene körperliche Belastbarkeit, um Übungen sicher vorzumachen
Damit eignet sich die Ausbildung für eine breite Zielgruppe. Sie spricht sportbegeisterte Quereinsteiger an, die sich beruflich neu orientieren möchten, ebenso wie bereits aktive Trainerinnen und Trainer, die ihr Angebot erweitern wollen. Auch Physiotherapeuten, Fitnessstudio-Mitarbeitende oder Vereinsübungsleiter nutzen die Functional-Trainer-Ausbildung gerne als sinnvolle Zusatzqualifikation. Wer den Schritt in die Selbstständigkeit plant, kann sich auf diese Weise ein zusätzliches Standbein aufbauen.
Karrierechancen & Einsatzfelder
Eine fundierte Functional-Trainer-Ausbildung kann eine gute Grundlage für vielfältige Tätigkeiten schaffen. Die Nachfrage nach individuell betreutem, gesundheitsorientiertem Training ist in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen, und funktionelles Training ist aus modernen Studios und Kurskonzepten kaum noch wegzudenken. Garantien für einen bestimmten Verdienst oder eine feste Anstellung lassen sich daraus zwar nicht ableiten, doch eröffnen sich mit der Qualifikation zahlreiche mögliche Einsatzfelder:
- Fitness- und Gesundheitsstudios, in denen Functional-Bereiche und Kurse angeboten werden
- Personal Training mit individuell betreuten Einzel- oder Kleingruppeneinheiten
- Vereine und Sportgruppen, die ein abwechslungsreiches Athletik- und Fitnesstraining suchen
- betriebliches Gesundheitsmanagement und Bewegungsangebote in Unternehmen
- Wellness- und Gesundheitseinrichtungen mit präventivem Bewegungsfokus
- die selbstständige Tätigkeit mit eigenen Kursen, Outdoor-Training oder Online-Coaching
Viele Functional Trainer kombinieren mehrere dieser Felder und bauen sich so ein flexibles Tätigkeitsprofil auf. Ob als Ergänzung zu einem bestehenden Beruf, als Spezialisierung innerhalb der Fitnessbranche oder als Schritt in die Selbstständigkeit – die Ausbildung kann Ihre Möglichkeiten sinnvoll erweitern und Ihnen neue Perspektiven eröffnen.

Ablauf der Ausbildung
Eine Functional-Trainer-Ausbildung verbindet theoretisches Wissen mit viel Praxis. Im theoretischen Teil geht es um die Grundlagen der Anatomie, der Trainingslehre und der Bewegungsanalyse. Im praktischen Teil lernen Sie, Übungen sicher anzuleiten, Trainingspläne zu erstellen und mit den verschiedenen Tools zu arbeiten. Üblicherweise sind die Inhalte in aufeinander aufbauende Module gegliedert, die einen klaren roten Faden ergeben:
- Grundlagen: funktionelle Anatomie, Muskel- und Gelenkfunktionen sowie die Prinzipien der Trainingslehre
- Bewegungsanalyse: einfache Screenings, das Erkennen von Dysbalancen und die richtige Einordnung des Leistungsstands
- Übungsrepertoire: die zentralen Bewegungsmuster und der sichere Umgang mit Kettlebell, TRX, Medizinball und Co.
- Trainingsplanung: der Aufbau individueller Pläne, die Steuerung von Belastung und Regeneration sowie die Periodisierung
- Praxis & Anleitung: das Demonstrieren, Korrigieren und Motivieren in Einzel- und Gruppensituationen
Wie lange die Ausbildung dauert, hängt vom gewählten Format und vom eigenen Lerntempo ab. Online-Ausbildungen lassen sich flexibel neben Beruf oder Studium absolvieren, während Präsenzkurse den direkten Austausch und unmittelbares Feedback bieten. Am Ende steht in der Regel eine Prüfung oder ein Leistungsnachweis, nach dem Sie ein Zertifikat erhalten. Damit weisen Sie Ihre Qualifikation gegenüber Studios, Kundinnen und Kunden nach.
Functional-Trainer-Ausbildung bei WIP
Die WellnessInPerfektion WIP-Akademie bietet Ausbildungen rund um Fitness und Functional Training in unterschiedlichen Formaten an, sodass Sie das für Ihre Lebenssituation passende Modell wählen können. Wer flexibel und ortsunabhängig lernen möchte, ist mit einer Online-Ausbildung gut beraten. Wer den persönlichen Austausch und das gemeinsame Üben schätzt, findet im Präsenzkurs in Berlin das passende Umfeld. Für besonders hohe Anerkennung sorgen die staatlich zugelassenen Lehrgänge, die Online-Lernen mit Präsenztagen verbinden.
Welches Format auch immer Sie wählen: Alle Ausbildungen schließen mit einem WIP-Zertifikat ab, das Ihre erworbenen Kompetenzen dokumentiert. So legen Sie eine solide fachliche Grundlage, mit der Sie Ihre Kundinnen und Kunden sicher und kompetent betreuen können. Eine bestimmte berufliche Zukunft oder ein konkreter Verdienst lassen sich daraus nicht versprechen – wohl aber das fundierte Wissen, das Sie für einen seriösen Start als Functional Trainer benötigen.
Mein Rat aus über 20 Jahren in der Aus- und Weiterbildung: Beginnen Sie nicht mit dem schwersten Gewicht, sondern mit der saubersten Technik. Gerade beim Functional Training entscheidet die Bewegungsqualität über den Erfolg – ein gut ausgeführter Kettlebell-Swing mit moderatem Gewicht bringt mehr als ein wackeliger mit zu viel Last. Bauen Sie das Training Ihrer Kundinnen und Kunden immer von einem stabilen Rumpf aus auf und steigern Sie die Belastung erst, wenn die Bewegung sitzt. Und das Wichtigste: Bei Schmerzen oder Vorerkrankungen gilt erst die ärztliche Abklärung, dann das Training. Wer geduldig und sauber arbeitet, baut Vertrauen auf – und genau das macht einen guten Trainer aus.
So gelingt der Einstieg als Functional Trainer
Der Weg vom interessierten Einsteiger zum souveränen Functional Trainer lässt sich in überschaubare Schritte gliedern. Die folgende Anleitung führt Sie in sinnvoller Reihenfolge von der ersten Orientierung bis zu den ersten eigenen Trainingseinheiten:
- Ziel klären: Überlegen Sie, wen Sie künftig trainieren möchten und in welchem Umfeld – im Studio, im Verein, im Personal Training oder selbstständig. Das hilft Ihnen, das passende Ausbildungsformat auszuwählen.
- Grundwissen aufbauen: Eignen Sie sich die Grundlagen der funktionellen Anatomie und der Trainingslehre an. Verstehen Sie, wie Muskeln, Gelenke und der Rumpf zusammenwirken, bevor Sie Übungen anleiten.
- Bewegungsmuster üben: Lernen Sie die zentralen Muster wie Beugen, Heben, Drücken, Ziehen und Rotieren zunächst an sich selbst kennen und beherrschen Sie sie technisch sauber.
- Tools kennenlernen: Machen Sie sich mit Kettlebell, TRX-Schlingentrainer und Medizinball vertraut und üben Sie den sicheren Umgang mit geringer Last.
- Trainingspläne erstellen: Setzen Sie Übungen zu sinnvollen Einheiten zusammen, achten Sie auf ein ausgewogenes Verhältnis von Belastung und Erholung und planen Sie individuell.
- Anleitung trainieren: Üben Sie das Demonstrieren, Erklären und Korrigieren – am besten zuerst mit Freunden oder Trainingspartnern, bevor Sie mit echten Kundinnen und Kunden arbeiten.
- Qualifikation nachweisen: Schließen Sie Ihre Ausbildung mit einem Zertifikat ab und holen Sie bei gesundheitlichen Fragen Ihrer Kundinnen und Kunden stets die ärztliche Abklärung ein.
Wenn Sie diese Schritte geduldig durchlaufen, schaffen Sie sich eine solide Grundlage für eine seriöse Tätigkeit als Functional Trainer. Erfahrung, regelmäßige Weiterbildung und der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen runden den Einstieg ab.
Fazit
Functional Training ist ein vielseitiger, alltagsnaher Trainingsansatz, der mehrgelenkige Bewegungen, einen stabilen Rumpf und ein gutes Zusammenspiel von Kraft, Koordination und Beweglichkeit in den Mittelpunkt stellt. Mit Tools wie Kettlebell, TRX und Medizinball lassen sich abwechslungsreiche Einheiten gestalten, die Fitness und Bewegungssicherheit im Alltag fördern können – ohne medizinisches Heilversprechen. Als Functional Trainer analysieren Sie den Bewegungsapparat, erstellen individuelle Pläne, leiten sicher an und begleiten Ihre Kundinnen und Kunden. Eine fundierte Ausbildung kann dafür eine gute Grundlage schaffen, auch wenn sich daraus keine bestimmte berufliche Zukunft oder ein fester Verdienst garantieren lässt. Wer den Beruf seriös und sicher erlernen möchte, legt mit einer qualifizierten Ausbildung der WIP-Akademie den Grundstein – ob als Online-Ausbildung, Präsenzkurs in Berlin oder staatlich zugelassener Lehrgang mit Zertifikat.
Häufige Fragen zur Functional-Trainer-Ausbildung
Was ist Functional Training eigentlich genau?
Functional Training ist ein Trainingsansatz, bei dem mehrgelenkige, alltagsnahe Bewegungen im Mittelpunkt stehen. Statt einzelne Muskeln isoliert zu kräftigen, werden ganze Bewegungsketten geschult, wobei Kraft, Stabilität und Koordination zusammenwirken. Ein stabiler Rumpf bildet dabei das Zentrum jeder Übung. So kann das Training die Bewegungssicherheit im Alltag fördern.
Welche Geräte braucht man für Functional Training?
Oft genügt das eigene Körpergewicht. Beliebte Tools sind die Kettlebell für dynamische Kraftübungen, der TRX-Schlingentrainer für Übungen mit dem eigenen Körpergewicht und der Medizinball für Wurf-, Rotations- und Koordinationsübungen. Ergänzend kommen häufig Widerstandsbänder und Balance-Pads zum Einsatz. Entscheidend ist, das passende Werkzeug für Ziel und Niveau zu wählen.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung?
Wichtiger als formale Abschlüsse sind Freude an Bewegung, ein gutes Körpergefühl und der Wunsch, andere Menschen anzuleiten. Eine sportliche oder gesundheitliche Vorbildung kann den Einstieg erleichtern, ist aber in der Regel kein Muss. Die Bereitschaft, sich anatomisches und trainingswissenschaftliches Grundwissen anzueignen, sollten Sie jedoch mitbringen.
Wie läuft eine Functional-Trainer-Ausbildung ab?
Die Ausbildung verbindet Theorie und Praxis. Im theoretischen Teil geht es um Anatomie, Trainingslehre und Bewegungsanalyse, im praktischen Teil um das Anleiten von Übungen, den Umgang mit den Tools und die Trainingsplanung. Üblicherweise sind die Inhalte in aufeinander aufbauende Module gegliedert. Am Ende steht meist eine Prüfung, nach der Sie ein Zertifikat erhalten.
Welche Karrierechancen habe ich als Functional Trainer?
Mögliche Einsatzfelder sind Fitnessstudios, Personal Training, Vereine, das betriebliche Gesundheitsmanagement, Wellnesseinrichtungen oder die Selbstständigkeit mit eigenen Kursen und Online-Coaching. Die Ausbildung kann dafür eine gute Grundlage schaffen, auch wenn sich daraus keine feste Anstellung oder ein bestimmter Verdienst garantieren lässt. Viele Trainer kombinieren mehrere Tätigkeitsfelder.
Ist Functional Training auch für Anfänger oder bei Vorerkrankungen geeignet?
Functional Training lässt sich gut an unterschiedliche Niveaus anpassen, weil sich Belastung und Schwierigkeitsgrad fein dosieren lassen. Für Einsteiger eignet es sich daher grundsätzlich gut. Bei Vorerkrankungen, Schmerzen oder akuten Beschwerden sollten Sie das Training vorab ärztlich abklären lassen, denn ein Functional Trainer arbeitet im Bereich Prävention und Fitness, nicht in der Heilbehandlung.
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