20. Juli 2015
Lesezeit ca. 20 Min.

Der Body-Mass-Index (BMI) setzt Ihr Körpergewicht ins Verhältnis zu Ihrer Körpergröße und liefert einen schnellen Anhaltspunkt, ob Sie statistisch im Bereich von Unter-, Normal- oder Übergewicht liegen. Er ist ein grober Richtwert und keine Diagnose. Wie Sie ihn berechnen, was die WHO-Tabelle bedeutet, wo seine Grenzen liegen und warum Bauchumfang und Körperfett oft mehr aussagen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Key Facts – Body-Mass-Index

  • Definition: Verhältniszahl aus Körpergewicht und Körpergröße, die eine grobe Einordnung des Gewichts ermöglicht.
  • Formel: Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat (kg/m²).
  • Normalbereich: nach WHO ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 bei Erwachsenen.
  • Aussagekraft: nur ein statistischer Richtwert – keine Diagnose und kein Maß für Ihre individuelle Gesundheit.
  • Schwäche: berücksichtigt weder Muskelmasse, Körperfettanteil noch die Fettverteilung am Körper.
  • Sonderfälle: bei Kindern, Sportlern, Schwangeren und älteren Menschen ist der BMI nur eingeschränkt brauchbar.
  • Besser ergänzen mit: Bauchumfang, Waist-to-Height-Ratio und – fachkundig erhoben – dem Körperfettanteil.

Was ist der Body-Mass-Index?

Der Body-Mass-Index, kurz BMI, ist eine einfache Verhältniszahl, die Ihr Körpergewicht in Beziehung zu Ihrer Körpergröße setzt. Er wird seit Jahrzehnten genutzt, um auf einen Blick einzuschätzen, ob ein Mensch statistisch betrachtet eher Unter-, Normal- oder Übergewicht hat. Entwickelt wurde die Kennzahl bereits im 19. Jahrhundert vom belgischen Mathematiker Adolphe Quetelet – ursprünglich nicht, um einzelne Personen zu bewerten, sondern um den Ernährungszustand großer Bevölkerungsgruppen miteinander vergleichen zu können.

Genau diese Herkunft erklärt seine größte Stärke und zugleich seine größte Schwäche: Der BMI ist hervorragend dafür geeignet, viele Menschen schnell und kostengünstig in Kategorien einzuteilen. Für die Beurteilung eines einzelnen Menschen ist er jedoch nur ein grober Anhaltspunkt. Wichtig ist deshalb die richtige Einordnung von Anfang an: Der BMI ist ein orientierender Richtwert, aber niemals eine medizinische Diagnose.

Damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, was der BMI leisten kann und was nicht, lohnt sich ein Blick auf seine typischen Einsatzgebiete. In der Praxis begegnet Ihnen der BMI vor allem in diesen Zusammenhängen:

  • als erste Orientierung beim Hausarzt oder bei der Vorsorgeuntersuchung
  • in der statistischen Auswertung von Bevölkerungsgesundheit und Studien
  • als Aufnahmekriterium bei Versicherungen oder in der Sportmedizin
  • als Einstiegsgröße in der Fitness- und Ernährungsberatung, ergänzt durch weitere Messungen
  • als Selbsttest, mit dem Sie zu Hause Ihre grobe Gewichtskategorie einschätzen

In allen diesen Fällen liefert der BMI lediglich einen Ausgangspunkt. Ob eine Zahl tatsächlich bedenklich ist, lässt sich erst beurteilen, wenn weitere Faktoren wie Körperbau, Muskelanteil, Lebensstil und Vorerkrankungen einbezogen werden.

Dass sich der BMI so weit durchgesetzt hat, liegt vor allem an seiner Praktikabilität. Eine umfassende Körperanalyse mit Hautfaltenmessung, Bioimpedanz oder bildgebenden Verfahren kostet Zeit, Geld und Fachwissen. Der BMI dagegen ist in unter einer Minute bestimmt, überall reproduzierbar und benötigt nichts weiter als eine Waage und ein Maßband. Für statistische Vergleiche zwischen großen Gruppen ist diese Einfachheit ein echter Vorteil – sie ist aber zugleich der Grund, warum die Zahl für den einzelnen Menschen mit Vorsicht zu lesen ist.

Maßband, Apfel und Glas Wasser auf hellem Tisch als Symbol für gesunde Ernährung
© WellnessInPerfektion WIP GmbH (KI/künstlich erzeugt)

Die Formel & Berechnung des BMI

Die Berechnung des BMI ist bewusst einfach gehalten, denn es werden nur zwei Werte benötigt: Ihr Körpergewicht und Ihre Körpergröße. Daraus ergibt sich die Verhältniszahl, mit der Sie sich in eine Gewichtskategorie einordnen können. Die zugrunde liegende Formel lautet:

BMI = Körpergewicht in kg ÷ (Körpergröße in m)²

Das Gewicht wird also in Kilogramm eingesetzt, die Größe in Metern und anschließend quadriert. Ein Beispiel macht das anschaulich: Eine Person wiegt 75 Kilogramm und ist 1,80 Meter groß. Gerechnet wird 75 geteilt durch (1,80 × 1,80), also 75 ÷ 3,24. Das ergibt einen BMI von rund 23,1 – ein Wert, der nach WHO im Normalbereich liegt.

Bevor Sie selbst rechnen, hilft es, ein paar wiederkehrende Stolpersteine zu kennen, die das Ergebnis verfälschen können. Achten Sie bei der Berechnung deshalb auf folgende Punkte:

  • Verwenden Sie die Körpergröße in Metern (1,80) und nicht in Zentimetern (180).
  • Quadrieren Sie nur die Größe, nicht das Gewicht.
  • Wiegen Sie sich möglichst morgens, nüchtern und ohne schwere Kleidung, um vergleichbare Werte zu erhalten.
  • Runden Sie das Ergebnis auf eine Nachkommastelle – mehr Genauigkeit täuscht eine Präzision vor, die der BMI gar nicht hat.

Die Formel zeigt damit lediglich das Verhältnis von Gewicht und Größe. Sie soll einen ersten Rückschluss darauf erlauben, ob Sie sich grob im Normalbereich bewegen oder ob es sinnvoll sein könnte, das Thema mit einer Fachkraft genauer zu betrachten. Welche Zahl welcher Kategorie entspricht, klärt der nächste Abschnitt.

BMI-Kategorien nach WHO

Eine berechnete Zahl allein sagt zunächst wenig aus – sie braucht eine Zuordnung. Als weltweiter Standard haben sich dafür die Klassifizierungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgesetzt. Sie teilen den BMI in Bereiche von Untergewicht über Normalgewicht bis zu verschiedenen Stufen der Adipositas ein. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die gängige WHO-Einteilung für Erwachsene:

BMI-BereichWHO-KategorieKurz-Einordnung
unter 18,5UntergewichtGewicht unterhalb des Normalbereichs – ärztlich abklären lassen
18,5 – 24,9Normalgewichtstatistisch günstiger Bereich
25,0 – 29,9Übergewicht (Präadipositas)leicht erhöht, je nach Lebensstil beobachten
30,0 – 34,9Adipositas Grad Ideutlich erhöht – ärztliche Begleitung sinnvoll
35,0 – 39,9Adipositas Grad IIstark erhöht
ab 40,0Adipositas Grad IIIsehr stark erhöht – ärztliche Behandlung angeraten

Diese Grenzen sind allerdings keine starren Wahrheiten, sondern statistische Mittelwerte. Einige Fachgesellschaften nehmen leichte Anpassungen vor: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung etwa nennt für Frauen einen Normalbereich von rund 19 bis 24 und für Männer von etwa 20 bis 25, weil sich der durchschnittliche Körperbau unterscheidet. Solche Abweichungen ändern aber nichts am Grundprinzip – der BMI bleibt eine Orientierung, keine exakte Bewertung Ihrer Gesundheit.

Damit Sie die Tabelle richtig lesen, sind drei Hinweise wichtig. Bitte beachten Sie bei der Einordnung Ihres Wertes:

  • Die Übergänge zwischen den Kategorien sind fließend – ein Wert von 24,9 ist nicht „gesund" und 25,0 nicht plötzlich „krank".
  • Ein Wert außerhalb des Normalbereichs ist ein Anlass, genauer hinzusehen, aber kein Befund.
  • Entscheidend ist immer das Gesamtbild aus Lebensstil, Körperbau, Bauchumfang und ärztlicher Einschätzung.

Aussagekraft & Grenzen des BMI

Der BMI ist seit Jahrzehnten eine feste Größe und wurde lange sogar zur Risikoeinschätzung bei Lebensversicherungen herangezogen. Trotzdem gibt es gewichtige Kritikpunkte, die ihn für die Beurteilung einer einzelnen Person nur bedingt geeignet machen. Der wichtigste: Der BMI kennt nur Gewicht und Größe – er sagt nichts darüber aus, woraus dieses Gewicht besteht.

Die Zusammensetzung des Körpers, also das Verhältnis von Muskelmasse, Fettgewebe, Knochen und Wasser, bleibt vollständig außen vor. Auch die Statur spielt keine Rolle: Bei gleicher Körpergröße kann ein breiterer Knochenbau oder eine kräftigere Muskulatur denselben BMI ergeben wie ein höherer Fettanteil. Bevor Sie Ihren Wert überbewerten, sollten Sie deshalb die typischen Schwächen des BMI kennen. Die wichtigsten Grenzen sind:

  • Er unterscheidet nicht zwischen Muskel- und Fettmasse – muskulöse Menschen erscheinen schnell „übergewichtig".
  • Er ignoriert die Fettverteilung, obwohl Bauchfett gesundheitlich deutlich relevanter ist als Fett an Hüfte oder Beinen.
  • Er berücksichtigt weder Alter noch Geschlecht im Detail, obwohl beides den gesunden Körperbau beeinflusst.
  • Er erfasst keine individuellen Faktoren wie Fitnesszustand, Stoffwechsel oder Vorerkrankungen.

Ein anschauliches Beispiel verdeutlicht das Problem: Zwei Menschen sind gleich groß und gleich schwer und haben damit denselben BMI. Der eine trainiert regelmäßig und trägt viel Muskelmasse, der andere bewegt sich kaum und hat einen hohen Körperfettanteil, vor allem am Bauch. Ihr gesundheitliches Risikoprofil unterscheidet sich erheblich – der BMI sieht sie jedoch als identisch an. Genau deshalb darf die Zahl nie isoliert betrachtet werden.

Daraus folgt eine klare Einordnung: Ein BMI im Normalbereich bedeutet nicht automatisch, dass Sie gesund sind, und ein erhöhter Wert bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Gesundheitsrisiko vorliegt. Der BMI ist ein Frühwarn- und Vergleichswert, der zum genaueren Hinsehen einlädt – mehr nicht. Welche Messwerte das Bild sinnvoll ergänzen, sehen wir uns als Nächstes an.

BMI vs. Körperfett, Bauchumfang & WHtR

Weil der BMI die Körperzusammensetzung ausblendet, greifen Fachleute zusätzlich auf Messwerte zurück, die mehr über das tatsächliche Gesundheitsrisiko verraten. Sie ersetzen den BMI nicht, sondern ergänzen ihn zu einem aussagekräftigeren Gesamtbild. Bevor wir sie auflisten, ein Hinweis zur Einordnung: Auch diese Werte sind Orientierungsgrößen und keine Diagnose – die fachkundige Beurteilung gehört in ärztliche oder qualifizierte Hände.

Notizbuch, Stift, Taschenrechner und Maßband auf hellem Schreibtisch zur BMI-Berechnung
© WellnessInPerfektion WIP GmbH (KI/künstlich erzeugt)

Die folgenden Kennzahlen haben sich in der Praxis als sinnvolle Ergänzung zum BMI bewährt:

  • Bauchumfang (Taillenumfang): misst direkt das gesundheitlich kritische Bauchfett. Als Orientierung gelten Werte ab etwa 88 cm bei Frauen und 102 cm bei Männern als erhöht.
  • Waist-to-Height-Ratio (WHtR): setzt den Taillenumfang ins Verhältnis zur Körpergröße; ein Wert unter 0,5 gilt grob als günstig und berücksichtigt die Fettverteilung besser als der BMI.
  • Körperfettanteil: zeigt, wie viel des Gewichts aus Fett besteht, und wird etwa per Caliper-Messung oder Bioelektrischer Impedanzanalyse (BIA) erhoben.
  • Waist-to-Hip-Ratio: beschreibt das Verhältnis von Taille zu Hüfte und gibt Hinweise auf den Fettverteilungstyp.

Der Grund, warum der Bauchumfang so wichtig ist, liegt in der Art des Fettgewebes: Das sogenannte viszerale Fett, das sich im Bauchraum um die inneren Organe legt, ist stoffwechselaktiv und gilt als gesundheitlich deutlich kritischer als das Unterhautfett an Hüfte und Oberschenkeln. Zwei Menschen mit identischem BMI können hier sehr unterschiedlich aufgestellt sein – ein „Apfeltyp" mit viel Bauchfett trägt ein anderes Risikoprofil als ein „Birnentyp", bei dem das Fett eher an Hüfte und Beinen sitzt.

Gerade die Kombination aus BMI und Bauchumfang gilt als praxistauglicher Einstieg, weil sie schnell zu erheben ist und die Fettverteilung mitberücksichtigt. Der Körperfettanteil liefert noch genauere Informationen, erfordert aber Messgeräte und Erfahrung. In der Fitnesstrainer-Ausbildung lernen angehende Coaches genau deshalb, mehrere Messmethoden zu kombinieren, statt sich allein auf eine Zahl zu verlassen.

BMI bei Kindern, Sportlern & Älteren

Der Standard-BMI ist auf durchschnittliche Erwachsene zugeschnitten. Für bestimmte Personengruppen ist er deshalb nur eingeschränkt aussagekräftig oder muss anders interpretiert werden. Drei Gruppen verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil hier die einfache WHO-Tabelle in die Irre führen kann.

BMI bei Kindern und Jugendlichen

Kinder befinden sich im Wachstum, und ihr Körperbau verändert sich bis zur Pubertät erheblich. Sie lassen sich deshalb nicht mit den festen Erwachsenen-Grenzwerten beurteilen. Stattdessen kommen sogenannte Perzentilkurven zum Einsatz: Der BMI eines Kindes wird mit dem gleichaltriger Kinder verglichen. Liegt ein Kind dabei weit oben oder weit unten in der Verteilung, gilt es als über- beziehungsweise untergewichtig. Ein Schwachpunkt dieses Verfahrens ist, dass sich die Referenzwerte verschieben, wenn insgesamt mehr Kinder übergewichtig werden – die Einordnung sollte deshalb immer kinderärztlich erfolgen.

BMI bei Sportlern

Bei Sportlern stößt der BMI besonders deutlich an seine Grenzen. Muskelgewebe ist schwerer als Fettgewebe, weshalb durchtrainierte Menschen ein hohes Gewicht und damit einen hohen BMI haben können, obwohl ihr Körperfettanteil niedrig ist. Ein Kraftsportler oder Bodybuilder kann nach BMI-Tabelle als „übergewichtig" gelten und dennoch in hervorragender körperlicher Verfassung sein. Für diese Gruppe ist der Körperfettanteil deutlich aussagekräftiger als der BMI.

BMI bei älteren Menschen

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Körperzusammensetzung: Muskelmasse nimmt ab, der Fettanteil steigt, und die Körpergröße kann leicht zurückgehen. Bei älteren Menschen wird ein etwas höherer BMI oft nicht als ungünstig bewertet, weil leichte Reserven im höheren Alter eher als Vorteil gelten. Auch hier zeigt sich: Die starren Tabellengrenzen sind mit Augenmaß und ärztlicher Einschätzung zu lesen.

In allen drei Fällen gilt dieselbe Grundregel. Behalten Sie diese Besonderheiten im Hinterkopf:

  • Bei Kindern zählen Perzentilkurven statt fester Grenzwerte.
  • Bei Sportlern verzerrt die Muskelmasse das Ergebnis – der Körperfettanteil ist aussagekräftiger.
  • Bei älteren Menschen darf der Normalbereich großzügiger ausgelegt werden.
Ulrich Pötter
Ulis Tipp

Mein Rat aus über 25 Jahren Praxis und der Ausbildung unzähliger Fitnesstrainer: Hängen Sie Ihr Wohlbefinden niemals an einer einzigen Zahl auf. Der BMI ist ein nützlicher Startpunkt, aber er weiß nicht, ob Ihr Gewicht aus Muskeln oder Fett besteht und wo dieses Fett sitzt. Ich empfehle, den BMI immer zusammen mit dem Bauchumfang zu betrachten – das dauert keine Minute länger und sagt viel mehr aus. Und wenn Sie unsicher sind oder gezielt etwas verändern möchten, holen Sie sich ärztlichen Rat oder die Begleitung einer qualifizierten Ernährungs- oder Fitnessfachkraft. Gesundheit ist ein Zusammenspiel, kein Tabellenwert.

So berechnen Sie Ihren BMI – Schritt für Schritt

Sie brauchen für die Berechnung weder spezielle Geräte noch Vorkenntnisse – nur eine Waage, Ihre Körpergröße und einen Taschenrechner. Die folgende Anleitung führt Sie in nachvollziehbarer Reihenfolge vom Wiegen bis zur Einordnung Ihres Ergebnisses:

  1. Gewicht ermitteln: Stellen Sie sich morgens, nüchtern und ohne schwere Kleidung auf eine Waage und notieren Sie Ihr Gewicht in Kilogramm.
  2. Körpergröße messen: Messen Sie Ihre Größe ohne Schuhe an einer Wand und notieren Sie den Wert in Metern, zum Beispiel 1,72 m.
  3. Größe quadrieren: Multiplizieren Sie die Körpergröße mit sich selbst (1,72 × 1,72 = 2,96).
  4. BMI berechnen: Teilen Sie Ihr Gewicht durch diesen Wert (z. B. 68 ÷ 2,96 ≈ 23,0).
  5. Ergebnis einordnen: Vergleichen Sie Ihren Wert mit der WHO-Tabelle weiter oben, um Ihre grobe Gewichtskategorie zu bestimmen.
  6. Kontext prüfen: Ergänzen Sie den BMI um Ihren Bauchumfang und berücksichtigen Sie Ihren Körperbau und Ihre Fitness.
  7. Bei Auffälligkeiten handeln: Liegt Ihr Wert deutlich außerhalb des Normalbereichs oder sind Sie unsicher, besprechen Sie das Ergebnis ärztlich.

Halten Sie sich an diese Reihenfolge, erhalten Sie eine verlässliche, gut vergleichbare Einordnung – und vermeiden die häufigsten Rechenfehler. Denken Sie dabei stets daran, dass das Ergebnis ein Richtwert bleibt.

Was tun bei einem auffälligen BMI?

Liegt Ihr BMI deutlich über oder unter dem Normalbereich, ist das kein Grund zur Panik, aber ein guter Anlass, genauer hinzusehen. Wichtig ist, dass Sie aus einer einzelnen Zahl keine vorschnellen Schlüsse ziehen und vor allem keine drastischen Diäten oder Maßnahmen in Eigenregie beginnen. Der sinnvollste erste Schritt ist immer das Gespräch mit einer fachkundigen Person.

Je nachdem, in welche Richtung Ihr Wert abweicht und wie ausgeprägt das ist, bieten sich unterschiedliche Anlaufstellen an. Orientieren Sie sich an folgenden Empfehlungen:

  • Hausärztin oder Hausarzt: erste Anlaufstelle, um den Wert im Gesamtbild zu beurteilen und mögliche Ursachen abzuklären.
  • Ernährungsfachkraft: qualifizierte Ernährungsberatung hilft, eine ausgewogene und alltagstaugliche Ernährung zu finden.
  • Qualifizierte Fitnessbetreuung: unterstützt mit angepasstem Training und einer sinnvollen Kombination aus Bewegung und Erholung.
  • Fachärztliche Abklärung: bei stark abweichenden Werten, raschen Gewichtsveränderungen oder Begleitsymptomen.

Ein einzelner BMI-Wert ist außerdem immer nur eine Momentaufnahme. Aussagekräftiger als eine Zahl ist die Entwicklung über die Zeit: Bleibt Ihr Gewicht stabil, oder verändert es sich auffällig schnell? Gerade ein unbeabsichtigter, rascher Gewichtsverlust oder eine deutliche Zunahme in kurzer Zeit sollte ärztlich abgeklärt werden, unabhängig davon, in welcher BMI-Kategorie Sie sich gerade befinden. Solche Veränderungen können Hinweise auf zugrunde liegende Ursachen sein, die ein bloßer Tabellenwert nicht erkennt.

Eine nachhaltige Veränderung des Körpergewichts gelingt selten über schnelle Diäten, sondern über schrittweise, langfristig durchhaltbare Anpassungen von Ernährung und Bewegung – am besten begleitet. Ein auffälliger BMI ist dabei der Anstoß, nicht das Urteil. Die fachliche Begleitung sorgt dafür, dass Sie sicher und gesund vorgehen.

Fitness- & Ernährungswissen bei der WIP-Akademie lernen

Der BMI ist nur eines von vielen Werkzeugen, mit denen Fachleute den Körper einschätzen. Wer Menschen kompetent bei Gewicht, Training und Ernährung begleiten möchte, braucht ein fundiertes Verständnis von Körperzusammensetzung, Messmethoden und gesunder Lebensweise. Genau dieses Wissen vermitteln die Ausbildungen der WIP-Akademie – praxisnah und mit aussagekräftigem Zertifikat.

Bevor Sie sich für ein Format entscheiden, lohnt ein Blick auf die Möglichkeiten, die WellnessInPerfektion bietet. Je nach Ziel und Lebenssituation stehen Ihnen verschiedene Wege offen:

So lernen Sie nicht nur, den BMI richtig einzuordnen, sondern auch, ihn sinnvoll mit weiteren Messwerten zu kombinieren und Menschen ganzheitlich zu beraten – die Grundlage für eine seriöse Tätigkeit als Fitness- oder Ernährungscoach.

Fazit

Der Body-Mass-Index ist ein einfaches, schnell berechnetes Verhältnis aus Gewicht und Körpergröße und liefert eine grobe Orientierung über die Gewichtskategorie. Er ist und bleibt jedoch ein statistischer Richtwert und keine Diagnose: Er berücksichtigt weder Muskelmasse noch Körperfettanteil oder die Fettverteilung und versagt deshalb besonders bei Sportlern, Kindern und älteren Menschen. Aussagekräftiger wird das Bild, wenn Sie den BMI mit Bauchumfang, Waist-to-Height-Ratio und – fachkundig erhoben – dem Körperfettanteil kombinieren. Bei deutlich auffälligen Werten oder Unsicherheit gehört die Beurteilung in ärztliche Hände oder zu einer qualifizierten Ernährungs- und Fitnessfachkraft. Wer dieses Wissen fundiert erlernen und beruflich nutzen möchte, findet bei der WIP-Akademie den passenden Einstieg – ob als Online-Ausbildung, Präsenzkurs in Berlin oder staatlich zugelassener Lehrgang mit Zertifikat.

Häufige Fragen zum Body-Mass-Index

Wie wird der BMI berechnet?

Der BMI wird berechnet, indem Sie Ihr Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat Ihrer Körpergröße in Metern teilen. Eine Person mit 75 kg und 1,80 m Größe rechnet also 75 ÷ (1,80 × 1,80) = 75 ÷ 3,24 und erhält einen BMI von rund 23,1. Achten Sie darauf, die Größe in Metern und nicht in Zentimetern einzusetzen.

Welcher BMI gilt als normal?

Nach der WHO gilt bei Erwachsenen ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 als Normalgewicht. Werte darunter zählen als Untergewicht, Werte ab 25 als Übergewicht und ab 30 als Adipositas. Diese Grenzen sind statistische Richtwerte, deren Übergänge fließend verlaufen und keine starre Bewertung Ihrer Gesundheit darstellen.

Ist der BMI aussagekräftig?

Der BMI ist ein grober Richtwert und keine Diagnose. Er berücksichtigt weder die Muskelmasse noch den Körperfettanteil oder die Fettverteilung und sagt deshalb nichts über Ihre individuelle Gesundheit aus. Aussagekräftiger wird die Einschätzung, wenn Sie den BMI mit dem Bauchumfang und weiteren Messwerten kombinieren und im Zweifel ärztlich beurteilen lassen.

Warum ist der BMI für Sportler ungeeignet?

Muskelgewebe wiegt mehr als Fettgewebe. Durchtrainierte Menschen können daher ein hohes Gewicht und einen hohen BMI haben, obwohl ihr Körperfettanteil niedrig und ihre Verfassung sehr gut ist. Nach der reinen BMI-Tabelle würden sie fälschlich als übergewichtig gelten. Für Sportler ist der Körperfettanteil deshalb deutlich aussagekräftiger.

Wie wird der BMI bei Kindern beurteilt?

Kinder befinden sich im Wachstum und lassen sich nicht mit den festen Erwachsenen-Grenzwerten bewerten. Stattdessen werden Perzentilkurven genutzt, die den BMI eines Kindes mit dem gleichaltriger Kinder vergleichen. Die Einordnung sollte immer kinderärztlich erfolgen, da sie altersabhängig und sensibel ist.

Was sagt der Bauchumfang zusätzlich zum BMI aus?

Der Bauchumfang misst direkt das gesundheitlich besonders relevante Bauchfett, das der BMI nicht erfasst. Als Orientierung gelten Werte ab etwa 88 cm bei Frauen und 102 cm bei Männern als erhöht. Die Kombination aus BMI und Bauchumfang liefert deshalb ein deutlich aussagekräftigeres Bild als der BMI allein.

Quellen

  1. Wikipedia: Body-Mass-Index – Definition, Formel & Klassifikation
  2. DocCheck Flexikon: Body-Mass-Index (medizinisches Fachlexikon)
  3. Wikipedia: Adipositas – Einordnung, Ursachen & Folgen
Ulrich Pötter

Ulrich Pötter

Geschäftsführer & Ausbildungsexperte der WellnessInPerfektion WIP GmbH

Ulrich Pötter ist Gründer und Geschäftsführer der WellnessInPerfektion WIP GmbH und seit über 25 Jahren als staatlich anerkannter Therapeut tätig. Er ist Autor mehrerer staatlich zugelassener Fernlehrgänge (Klett-Verlag) und verantwortet die fachliche Qualität aller Lehrgänge.

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Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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Ab Ab