Schröpfmassagen als Dienstleistung anbieten
Schröpfmassagen als Dienstleistung anbieten bedeutet, eine traditionsreiche Methode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als entspannende Wellness-Anwendung ins eigene Angebot aufzunehmen. Für Masseur:innen, Wellness-Praktiker:innen und Heilpraktiker:innen ist das ein attraktiver Zusatzbaustein: Die Nachfrage steigt, das Angebot ist überschaubar, und der Einstieg gelingt mit überschaubarem Equipment und einer fundierten Schröpfen-Ausbildung. Entscheidend sind eine saubere rechtliche Abgrenzung zwischen Wellness und Heilkunde sowie eine ehrliche, seriöse Kundenkommunikation.
Key Facts – Schröpfmassage als Dienstleistung
- Was es ist: Eine Verbindung aus klassischer Massage und Schröpftechnik aus der TCM, bei der mit eingeölten Schröpfgläsern über die Haut geglitten wird.
- Einordnung: Im professionellen Wellness-Kontext eine entspannende Dienstleistung – keine Heilbehandlung. Heilkunde bleibt Ärzt:innen und Heilpraktiker:innen vorbehalten.
- Marktchance: Wachsendes Interesse an traditionellen Entspannungsmethoden bei gleichzeitig überschaubarem Anbieterangebot.
- Equipment: Saugschröpfgläser oder Schröpfköpfe mit Pumpe, hochwertiges Massageöl, hygienische Aufbereitung – Einstieg mit geringem Investitionsbedarf.
- Qualifikation: Eine fundierte Schröpfen-Ausbildung vermittelt Technik, Kontraindikationen und rechtssichere Abgrenzung.
- Preisrahmen: Übliche Positionierung als Zusatz- oder Premiummodul im Massagemenü, häufig im Bereich vergleichbarer Wellness-Anwendungen.
- Wissenschaft: Schröpfen wird traditionell angewendet; belastbare wissenschaftliche Belege zur Wirksamkeit sind begrenzt.
Was ist Schröpfen – und was ist eine Schröpfmassage?
Das Schröpfen zählt zu den ältesten überlieferten Anwendungen der manuellen Therapie und ist fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), findet sich aber auch in der arabischen, griechischen und europäischen Tradition. Beim klassischen Schröpfen werden spezielle Gläser oder Schröpfköpfe auf die Haut gesetzt, in denen ein Unterdruck erzeugt wird. Dieser Sog hebt die Haut leicht an und sorgt für die charakteristische lokale Durchblutung an der behandelten Stelle.
Die Schröpfmassage ist eine Weiterentwicklung dieser Technik für den Wellness-Bereich. Statt die Gläser statisch an einer Stelle zu belassen, werden sie nach dem Einölen der Haut sanft über größere Körperpartien – typischerweise den Rücken – geführt. So verbinden sich die ausstreichenden Bewegungen einer klassischen Massage mit dem charakteristischen Sog des Schröpfens. Das Ergebnis ist eine intensive, aber als wohltuend empfundene Anwendung, die im Wellness-Kontext vor allem der Entspannung und dem Wohlbefinden dient.
Geschichtlich reicht das Schröpfen weit zurück: Bereits in altägyptischen und antiken griechischen Quellen finden sich Hinweise auf das Aufsetzen von Schröpfgefäßen, und in der TCM ist die Methode seit Jahrhunderten fester Bestandteil der äußeren Anwendungen. In Europa war das Schröpfen über lange Zeit eine verbreitete volksmedizinische Praxis, die im Lauf des 20. Jahrhunderts in den Hintergrund trat und in den vergangenen Jahren als Wellness- und Entspannungsanwendung eine spürbare Renaissance erlebt. Diese lange Tradition ist ein Verkaufsargument für sich – sie verleiht der Anwendung ein authentisches, „ganzheitliches" Profil, das viele Wellness-Kund:innen schätzen.
Für Sie als Anbieter:in ist die saubere Begriffstrennung wichtig, weil sie auch die rechtliche Einordnung bestimmt. Die folgenden Begriffe sollten Sie in der Kundenkommunikation klar auseinanderhalten:
- Trockenes Schröpfen: Die Schröpfgläser werden ohne vorherige Hautverletzung aufgesetzt. Dies ist die im Wellness-Bereich übliche und für Laien zugängliche Variante.
- Schröpfmassage (gleitendes Schröpfen): Eingeölte Gläser werden über die Haut bewegt – die für Wellness-Praxen relevante Form.
- Feuerschröpfen: Der Unterdruck wird durch eine kurz im Glas entzündete Flamme erzeugt. Eine traditionelle, anspruchsvolle Technik, die geübte Hand und besondere Vorsicht erfordert.
- Blutiges Schröpfen: Hier wird die Haut vor dem Aufsetzen oberflächlich geritzt. Diese Variante greift in die Unversehrtheit des Körpers ein und gehört eindeutig in den Bereich der Heilkunde – sie ist Heilpraktiker:innen und Ärzt:innen vorbehalten.
Im Wellness-Angebot arbeiten Sie ausschließlich mit dem trockenen Schröpfen und der gleitenden Schröpfmassage. Blutiges Schröpfen ist für eine reine Wellness-Dienstleistung tabu.
Schröpfmassage und Gua Sha – wo liegt der Unterschied?
Schröpfmassage und Gua Sha werden oft verwechselt, weil beide aus der ostasiatischen Tradition stammen und an der Hautoberfläche arbeiten. Der entscheidende Unterschied liegt in der Technik: Bei der Schröpfmassage erzeugt ein Unterdruck einen ziehenden Reiz, der die Haut anhebt. Bei Gua Sha wird die eingeölte Haut dagegen mit einem flachen Schabewerkzeug – etwa aus Jade oder Rosenquarz – in Strichbewegungen bearbeitet, also durch Druck und Reibung statt durch Sog. Beide Methoden lassen sich gut nebeneinander im Wellness-Menü positionieren und ergänzen sich thematisch, da sie eine ähnliche Klientel ansprechen.
Wirkungsweise aus Sicht der TCM
Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin zielt das Schröpfen darauf ab, den freien Fluss der Lebensenergie „Qi" entlang der Meridiane zu unterstützen. Stockungen in diesem Energiefluss gelten in der TCM als Ursache von Unwohlsein und Verspannung; der Sog des Schröpfens soll diese Blockaden lösen. Diese Sichtweise ist ein traditionelles Erklärungsmodell und kein medizinisch belegter Wirkmechanismus – darauf sollten Sie auch in Gesprächen mit Kund:innen hinweisen.
Im Wellness-Kontext steht die unmittelbar spürbare, entspannende Wirkung im Vordergrund. Viele Menschen empfinden die lokale Wärme und das intensive Hautgefühl als angenehm und beruhigend. Wichtig ist eine ehrliche Einordnung: Schröpfen wird traditionell angewendet und kann das Wohlbefinden und die Entspannung unterstützen, belastbare wissenschaftliche Belege zur Wirksamkeit bei konkreten Beschwerden sind jedoch begrenzt. Versprechen Sie deshalb niemals eine Heilung oder Linderung bestimmter Krankheiten – das wäre nicht nur unseriös, sondern im Wellness-Rahmen auch rechtlich riskant.
Marktlücke: Warum sich Schröpfmassage als Zusatzangebot lohnt
Das Interesse an traditionellen, „natürlichen" Entspannungsmethoden ist in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen. Spätestens seit Schröpfen durch sichtbare Anwendungen bei Spitzensportler:innen breitere Aufmerksamkeit erhalten hat, fragen auch Wellness-Kund:innen gezielt danach. Gleichzeitig bieten bislang vergleichsweise wenige Massagepraxen die Schröpfmassage professionell an. Aus dieser Kombination ergibt sich für qualifizierte Anbieter:innen eine echte Chance zur Differenzierung.
Für etablierte Praxen ist die Schröpfmassage außerdem ein vergleichsweise risikoarmer Schritt in Richtung Spezialisierung. Anders als beim Aufbau eines komplett neuen Geschäftsfeldes bauen Sie hier auf vorhandenen Kompetenzen und Räumlichkeiten auf: Wer bereits massiert, bringt das anatomische Grundverständnis und den Kundenkontakt mit und ergänzt lediglich eine zusätzliche Technik. Auch in der Außenkommunikation lässt sich die neue Leistung leicht andocken, etwa als eigener Menüpunkt auf der Website, in der Buchungsstrecke oder als saisonale Aktion. Wer das Angebot zudem mit verwandten Anwendungen wie Gua Sha oder Faszienmassage bündelt, kann ein stimmiges Themenpaket rund um traditionelle Körperarbeit schnüren.
Bevor Sie investieren, lohnt ein nüchterner Blick auf die konkreten Vorteile, die eine zusätzliche Dienstleistung im Angebot mit sich bringt:
- Differenzierung: Sie heben sich von Mitbewerbern mit einem reinen Standard-Massageangebot ab.
- Höherer durchschnittlicher Umsatz pro Termin: Eine Spezialanwendung lässt sich als Premium- oder Zusatzmodul positionieren.
- Neue Zielgruppen: Interessent:innen für traditionelle Methoden buchen gezielt nach Anbietern.
- Bindung bestehender Kund:innen: Ein erweitertes Menü gibt Stammkund:innen einen Grund, Neues auszuprobieren.
- Geringe Einstiegshürde: Equipment und Ausbildung sind im Vergleich zu vielen anderen Spezialisierungen erschwinglich.
Diese Marktchance ist allerdings kein Selbstläufer. Sie tragen sich erst dann, wenn Sie die Anwendung fachlich beherrschen und sauber kommunizieren – sonst entstehen schnell Fehlanwendungen oder rechtliche Probleme.
Positionierung und Preisgestaltung
Die Schröpfmassage positionieren Sie am besten als eigenständiges Modul innerhalb Ihres Wellness-Menüs – entweder als alleinstehende Anwendung oder als Aufpreis-Baustein zu einer klassischen Rückenmassage. Wichtig ist, dass das Angebot in Wortlaut und Bebilderung eindeutig im Wellness- und Entspannungsbereich verortet bleibt und nicht den Eindruck einer medizinischen Behandlung erweckt.
Wie Sie den Preis bestimmen
Einen pauschalen „richtigen" Preis gibt es nicht – er hängt von Ihrer Region, Ihrer Positionierung und Ihren Kosten ab. Die folgenden Faktoren sollten in Ihre Kalkulation einfließen:
- Behandlungsdauer: Eine Schröpfmassage dauert typischerweise 20 bis 45 Minuten – kalkulieren Sie zusätzlich Vor- und Nachbereitung sowie Hygiene ein.
- Lokales Preisniveau: Orientieren Sie sich am Niveau vergleichbarer Spezialanwendungen in Ihrer Umgebung.
- Spezialisierungsbonus: Eine seltene, fachlich anspruchsvolle Anwendung rechtfertigt eine Positionierung im oberen Segment Ihres Menüs.
- Materialkosten: Öl, Reinigung und Verschleiß des Equipments sind gering, sollten aber einkalkuliert werden.
In der Praxis bewährt es sich, die Schröpfmassage etwas über dem Preis einer gleich langen klassischen Massage anzusetzen und den Mehrwert über die Spezialisierung zu begründen. Transparenz schafft Vertrauen: Kommunizieren Sie Dauer und Preis klar im Voraus.
Equipment für die Schröpfmassage
Der Einstieg ins Schröpfen ist im Vergleich zu vielen anderen Spezialisierungen günstig. Sie benötigen keine teuren Geräte, sondern in erster Linie geeignete Schröpfgläser und ein hochwertiges Gleitmittel. Für den Start in einer Wellness-Praxis hat sich folgende Grundausstattung bewährt:
- Saugschröpfgläser mit Pumpe: Sie erzeugen den Unterdruck mechanisch und sind sicherer und einfacher zu dosieren als Feuerschröpfgläser – ideal für den Wellness-Einsatz.
- Schröpfgläser aus Silikon: Flexible Varianten eignen sich besonders gut für die gleitende Schröpfmassage, da sie sich der Körperkontur anpassen.
- Hochwertiges Massageöl: Ein gutes Gleitmittel ist Voraussetzung dafür, dass die Gläser sanft über die Haut gleiten, ohne zu zwicken.
- Hygiene- und Reinigungsmaterial: Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und saubere Tücher gehören zur Grundausstattung.
- Verschiedene Glasgrößen: Unterschiedliche Durchmesser erlauben es, sich an Körperpartie und Empfindlichkeit der Kund:innen anzupassen.
Feuerschröpfgläser sind die traditionellste Variante, erfordern aber Erfahrung im Umgang mit offener Flamme und bergen ein Verletzungsrisiko. Für den Einstieg empfehle ich klar die Saugvariante mit Pumpe.
Welche Qualifikation Sie brauchen: die Schröpfen-Ausbildung
Die Schröpfmassage ist zwar eine Wellness-Anwendung, doch unprofessionell ausgeführt ist sie im besten Fall wirkungslos und im schlechtesten Fall riskant – etwa wenn der Sog zu stark dosiert oder bei einer bestehenden Kontraindikation gearbeitet wird. Eine fundierte Ausbildung ist deshalb keine bürokratische Pflichtübung, sondern die Grundlage für eine sichere und seriöse Dienstleistung.
Eine gute Schröpfen-Ausbildung vermittelt Ihnen mehr als die reine Grifftechnik. Achten Sie darauf, dass die folgenden Inhalte abgedeckt sind:
- Technik & Dosierung: richtiges Ansetzen, Dosieren des Unterdrucks und sicheres gleitendes Führen der Gläser.
- Anatomische Grundlagen: welche Körperpartien sich eignen und welche gemieden werden müssen.
- Kontraindikationen: sicheres Erkennen von Situationen, in denen nicht geschröpft werden darf.
- Hygiene: fachgerechte Reinigung und Aufbereitung des Equipments.
- Rechtliche Abgrenzung: wie Sie Ihr Angebot sauber im Wellness-Bereich verorten.
- Kundenkommunikation: Aufklärung, Erwartungsmanagement und seriöse Beschreibung der Anwendung.
Die WellnessInPerfektion Akademie bietet eine Schröpfen-Ausbildung an, die ohne fachliche Vorkenntnisse absolviert werden kann und mit einem Zertifikat abschließt. Gerade für Berufstätige eignet sich das flexible Online-Format, das sich neben dem Tagesgeschäft absolvieren lässt.
Mein Expertenrat aus 20+ Jahren Praxis als staatlich anerkannter Therapeut: Der größte Fehler beim Einstieg ist ein zu starker Sog. Viele wollen die typischen runden Male „beweisen" – dabei entscheidet nicht die Intensität, sondern die saubere, gleichmäßige Führung über das Ergebnis und das Wohlbefinden der Kund:innen. Beginnen Sie mit moderatem Unterdruck und klären Sie offen darüber auf, dass vorübergehende Hautverfärbungen normal sind. Und seien Sie in der Werbung ehrlich: Positionieren Sie die Schröpfmassage als Entspannung, nicht als Heilmittel. Diese Ehrlichkeit ist Ihr bester Vertrauensanker.
Rechtliche Abgrenzung: Wellness oder Heilkunde?
Dieser Punkt ist für jede:n Anbieter:in zentral. In Deutschland ist die Ausübung der Heilkunde – also die Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten – ausschließlich Ärzt:innen und Heilpraktiker:innen vorbehalten. Wer ohne entsprechende Erlaubnis heilkundlich tätig wird, riskiert empfindliche Konsequenzen. Eine Schröpfmassage im reinen Wellness-Kontext ist davon klar abzugrenzen, solange sie als entspannende Dienstleistung und nicht als Behandlung beworben und ausgeführt wird.
Damit Ihr Angebot rechtssicher bleibt, sollten Sie die folgenden Grundsätze konsequent beachten:
- Keine Heilversprechen: Werben Sie nie damit, dass Sie Krankheiten, Schmerzen oder Beschwerden behandeln, lindern oder heilen.
- Wellness-Wortlaut: Sprechen Sie von Entspannung, Wohlbefinden und einer traditionellen Anwendung – nicht von Therapie.
- Kein blutiges Schröpfen: Jeder Eingriff in die Hautunversehrtheit gehört in den heilkundlichen Bereich.
- Verweis an Fachleute: Bei gesundheitlichen Anliegen verweisen Sie an Ärzt:innen oder Heilpraktiker:innen.
- Dokumentation: Halten Sie Aufklärung und ggf. eine kurze Einwilligung schriftlich fest.
Heilpraktiker:innen dürfen die Schröpfmassage selbstverständlich auch in einem therapeutischen Rahmen einsetzen – die hier beschriebenen Regeln betreffen vor allem Masseur:innen und Wellness-Praktiker:innen ohne Heilerlaubnis. Im Zweifel ist eine kurze rechtliche Beratung sinnvoll, bevor Sie Werbetexte veröffentlichen.
Kundenkommunikation und Kontraindikationen
Eine professionelle Schröpfmassage beginnt nicht am Behandlungstisch, sondern im Vorgespräch. Klären Sie Ihre Kund:innen vorab über den Ablauf, das Sog-Gefühl und vor allem über die typischen, vorübergehenden Hautverfärbungen auf. Diese kreisrunden Male sind eine normale Begleiterscheinung des Unterdrucks und klingen in der Regel nach einigen Tagen wieder ab – wer das nicht weiß, erschrickt unter Umständen.
Ein sorgfältiges Vorgespräch dient außerdem dazu, mögliche Kontraindikationen zu erkennen. In bestimmten Situationen sollte nicht oder nur nach ärztlicher Rücksprache geschröpft werden. Dazu zählen insbesondere:
- Akute Hauterkrankungen, Entzündungen, offene Wunden oder Ekzeme im Behandlungsbereich
- Schwangerschaft (hier ist besondere Zurückhaltung geboten)
- Blutgerinnungsstörungen oder die Einnahme blutverdünnender Medikamente
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ausgeprägter niedriger Blutdruck oder Kreislaufschwäche
- Fieber oder akute Infekte
- Sehr empfindliche oder geschädigte Haut, frische Narben oder Krampfadern im Behandlungsbereich
Wenn Sie sich unsicher sind, gilt der einfache Grundsatz: im Zweifel nicht schröpfen und an eine ärztliche Abklärung verweisen. Diese Zurückhaltung schützt Ihre Kund:innen und Sie selbst. Eine offene, ehrliche Kommunikation – inklusive des Hinweises auf die begrenzte wissenschaftliche Beleglage – wirkt dabei keineswegs abschreckend, sondern stärkt das Vertrauen in Ihre fachliche Seriosität.
So läuft eine Schröpfmassage ab
Der genaue Ablauf variiert je nach Kund:in und Körperpartie, folgt aber meist einer bewährten Reihenfolge. Die folgende Übersicht zeigt den typischen Verlauf einer gleitenden Schröpfmassage am Rücken im Wellness-Setting:
- Vorgespräch: Klären Sie Erwartungen, Ablauf und mögliche Kontraindikationen und weisen Sie auf vorübergehende Hautverfärbungen hin.
- Vorbereitung: Sorgen Sie für eine angenehme, warme Atmosphäre und eine bequeme Lagerung der Kund:in.
- Einölen: Tragen Sie großzügig hochwertiges Massageöl auf die zu behandelnde Partie auf, damit die Gläser später gleiten können.
- Aufwärmen: Beginnen Sie mit einigen klassischen Ausstreichungen von Hand, um die Haut und das Gewebe vorzubereiten.
- Sog erzeugen: Setzen Sie das Schröpfglas an und erzeugen Sie einen moderaten, gut verträglichen Unterdruck.
- Gleitende Führung: Bewegen Sie das Glas in ruhigen, gleichmäßigen Bahnen über die eingeölte Haut – entlang der Muskulatur, nicht über die Wirbelsäule.
- Beobachten & anpassen: Achten Sie auf die Reaktion der Kund:in und passen Sie Sog und Tempo an deren Empfinden an.
- Abschluss: Lösen Sie das Glas sanft, streichen Sie die Partie noch einmal von Hand aus und gönnen Sie der Kund:in eine kurze Ruhephase.
Im Anschluss empfiehlt sich der Hinweis, an diesem Tag ausreichend zu trinken und auf intensive Sonnenbäder oder Saunabesuche im behandelten Bereich zu verzichten. So runden Sie die Anwendung professionell ab.
Für ein rundes Kundenerlebnis lohnt es sich, auch das Drumherum bewusst zu gestalten. Eine ruhige Atmosphäre mit gedämpftem Licht, angenehmer Raumtemperatur und einer warmen Liege trägt erheblich zum Entspannungseffekt bei. Planen Sie zwischen den Terminen genügend Zeit für die hygienische Aufbereitung der Gläser ein – das wirkt nicht nur professionell, sondern ist auch aus Sicht der Sorgfaltspflicht unverzichtbar. Viele Kund:innen schätzen es außerdem, wenn Sie zum Abschluss kurz erklären, was sie in den nächsten Tagen erwarten dürfen, und ihnen ein knappes Merkblatt mit Verhaltenshinweisen mitgeben. Solche Details heben Ihr Angebot von einer reinen Standardanwendung ab und sorgen für Weiterempfehlungen.
Fazit
Die Schröpfmassage ist ein attraktiver Zusatzbaustein für Masseur:innen, Wellness-Praktiker:innen und Heilpraktiker:innen: Sie spricht eine wachsende, an traditionellen Methoden interessierte Klientel an, der Einstieg gelingt mit überschaubarem Equipment, und als Spezialanwendung lässt sie sich gut im oberen Bereich des Menüs positionieren. Entscheidend für den Erfolg sind drei Dinge: solides technisches Können, eine saubere rechtliche Abgrenzung zwischen Wellness und Heilkunde sowie eine ehrliche Kundenkommunikation, die keine Heilversprechen macht. Wer die Schröpfmassage seriös und sicher anbieten möchte, legt mit einer fundierten Schröpfen-Ausbildung den Grundstein – inklusive Technik, Kontraindikationen und rechtssicherer Positionierung.
Häufige Fragen zur Schröpfmassage als Dienstleistung
Brauche ich eine Ausbildung, um Schröpfmassagen anbieten zu dürfen?
Eine formale gesetzliche Zulassung ist für die Schröpfmassage im reinen Wellness-Bereich nicht zwingend vorgeschrieben. Dennoch ist eine fundierte Schröpfen-Ausbildung dringend zu empfehlen: Sie vermittelt Technik, Hygiene, Kontraindikationen und die rechtssichere Abgrenzung. Ohne dieses Wissen riskieren Sie Fehlanwendungen und rechtliche Probleme.
Darf ich als Masseur:in ohne Heilpraktiker-Erlaubnis schröpfen?
Ja, sofern Sie die Schröpfmassage ausschließlich als entspannende Wellness-Dienstleistung anbieten und keine Heilbehandlung versprechen. Die Ausübung der Heilkunde ist Ärzt:innen und Heilpraktiker:innen vorbehalten. Blutiges Schröpfen, das die Haut verletzt, gehört eindeutig in den heilkundlichen Bereich und ist im Wellness-Angebot tabu.
Was kostet eine Schröpfmassage im Angebot?
Einen festen Preis gibt es nicht – er richtet sich nach Region, Behandlungsdauer und Positionierung. In der Praxis bewährt es sich, die Schröpfmassage als Spezialanwendung etwas über dem Preis einer gleich langen klassischen Massage anzusetzen und den Mehrwert über die Spezialisierung zu begründen.
Welches Equipment benötige ich für den Einstieg?
Für den Start genügen Saugschröpfgläser mit Pumpe oder flexible Silikongläser, ein hochwertiges Massageöl als Gleitmittel sowie Hygiene- und Reinigungsmaterial. Der Investitionsbedarf ist im Vergleich zu vielen anderen Spezialisierungen gering. Feuerschröpfgläser sind anspruchsvoller und für Einsteiger:innen nicht zu empfehlen.
Ist die Wirkung der Schröpfmassage wissenschaftlich belegt?
Schröpfen ist eine traditionelle Methode aus der TCM und wird seit Jahrhunderten angewendet. Belastbare wissenschaftliche Belege zur Wirksamkeit bei konkreten Beschwerden sind jedoch begrenzt. Im Wellness-Kontext steht die entspannende Wirkung im Vordergrund. Vermeiden Sie in der Kundenkommunikation Heilversprechen und beschreiben Sie die Anwendung ehrlich als unterstützend für das Wohlbefinden.
Wann darf nicht geschröpft werden?
Verzichten Sie auf das Schröpfen bei akuten Hauterkrankungen, offenen Wunden oder Entzündungen im Behandlungsbereich, bei Blutgerinnungsstörungen oder Einnahme blutverdünnender Medikamente, bei Fieber, akuten Infekten sowie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch in der Schwangerschaft ist Zurückhaltung geboten. Im Zweifel verweisen Sie an eine ärztliche Abklärung.


