Behandeln nach uralter Tradition in der Schröpfen Ausbildung
Schröpfen ist eine jahrtausendealte Methode aus der traditionellen Naturheilkunde und der TCM, bei der Schröpfgläser durch Unterdruck auf der Haut haften. Als Wellness- und Entspannungsanwendung soll es nach traditioneller Vorstellung die Durchblutung anregen und zur Entspannung beitragen – eine wissenschaftlich eindeutig belegte Heilwirkung gibt es jedoch nicht. Welche Methoden es gibt, wie eine Schröpfkopfmassage abläuft und worauf Sie unbedingt achten sollten, erfahren Sie hier.
Key Facts – Schröpfen
- Was es ist: traditionelle Anwendung, bei der Schröpfgläser durch Unterdruck auf der Haut haften und eine sichtbare Saugwirkung erzeugen.
- Herkunft: seit Jahrtausenden in der Naturheilkunde, der Volksmedizin und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) überliefert.
- Methoden: trockenes Schröpfen, blutiges Schröpfen (nur durch Fachleute) und die gleitende Schröpfkopfmassage.
- Einordnung: heute überwiegend als Wellness- und Entspannungsverfahren genutzt; eine Heilwirkung ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.
- Typisches Merkmal: die runden, oft blau-roten Hautmale (Petechien), die einige Tage sichtbar bleiben können.
- Vorsicht bei: blutverdünnenden Medikamenten, Hauterkrankungen, Schwangerschaft, Blutgerinnungsstörungen oder akuten Beschwerden – vorab ärztlich abklären.
- Erlernbar: als Wellness-Technik im Rahmen einer Massage- oder Wellness-Ausbildung – online oder in Präsenz.
Was ist Schröpfen?
Beim Schröpfen werden spezielle Gläser oder Saugglocken auf die Haut gesetzt, in denen ein Unterdruck erzeugt wird. Durch dieses Vakuum wird die Haut samt des darunterliegenden Bindegewebes ein Stück weit in das Glas gesogen. Optisch entsteht dabei ein deutlich sichtbarer Sog, und die behandelte Stelle färbt sich häufig rötlich. Das Verfahren zählt zu den sogenannten ausleitenden Verfahren der Naturheilkunde und wird heute in der Wellnessbranche vor allem als wohltuende, entspannende Anwendung geschätzt.
Der Begriff „Schröpfen" leitet sich sprachlich von Wörtern ab, die so viel wie „herausholen" oder „verkleinern" bedeuten. Diese Bedeutung verweist auf die ursprüngliche Idee hinter der Methode: Nach traditioneller Vorstellung soll der Unterdruck die Durchblutung der behandelten Region anregen und für ein Gefühl der Lockerung sorgen. Wichtig ist dabei die richtige Einordnung – Schröpfen ist ein traditionelles Wellness- und Entspannungsverfahren und keine medizinische Therapie. Eine über das subjektive Wohlbefinden hinausgehende Heilwirkung ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.
Bevor wir auf die Geschichte und die einzelnen Methoden eingehen, hilft ein kurzer Überblick über die Eigenschaften, die Schröpfen als Wellnessanwendung auszeichnen. Die folgenden Punkte fassen zusammen, was diese Methode kennzeichnet:
- Sie arbeitet mit Unterdruck statt mit Druck von außen wie bei einer klassischen Massage.
- Sie wird traditionell punktuell auf dem Rücken, den Schultern oder dem Nacken angewendet.
- Sie hinterlässt häufig vorübergehende, kreisrunde Hautmale, die kein Bluterguss im eigentlichen Sinne sind.
- Sie lässt sich als statische Anwendung oder als gleitende Schröpfkopfmassage durchführen.
- Sie wird heute überwiegend dem Bereich Wellness, Entspannung und Körperpflege zugeordnet.

Damit ist Schröpfen weniger eine medizinische Behandlung als vielmehr ein traditionsreiches Ritual der Körperpflege, das in der modernen Wellnesswelt einen festen Platz gefunden hat. Wie tief diese Tradition reicht, zeigt ein Blick in die Geschichte.
Herkunft & Tradition: TCM und Naturheilkunde
Das Schröpfen gehört zu den ältesten überlieferten Anwendungen der Menschheitsgeschichte. Schon vor mehreren Jahrtausenden finden sich Hinweise auf die Verwendung von Saugglocken aus Tierhörnern, Bambusrohren oder Tongefäßen. Verschiedene Kulturkreise – darunter der alte Orient, das antike Ägypten, Griechenland sowie der asiatische Raum – kannten Formen des Schröpfens und gaben das Wissen über Generationen weiter.
In der europäischen Volksmedizin war das Schröpfen über Jahrhunderte fest verankert und wurde von Badern und Heilkundigen praktiziert. Auch bekannte Ärzte der Antike und der frühen Neuzeit beschäftigten sich mit der Methode. Über lange Zeit gehörte das Schröpfen zum festen Repertoire der Hausmittel und wurde von Generation zu Generation weitergegeben, lange bevor es eine systematische medizinische Forschung gab. Mit dem Aufkommen der modernen Medizin geriet das Schröpfen zwischenzeitlich in den Hintergrund, erlebte aber in der Naturheilkunde und im Wellnessbereich eine deutliche Wiederentdeckung. Spätestens seit das Verfahren immer wieder durch prominente Anwender und Sportler ins Blickfeld rückte, hat es auch in der breiten Öffentlichkeit an Bekanntheit gewonnen.
Eine besondere Rolle spielt das Schröpfen in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Dort wird es seit langem als Teil eines umfassenden Verständnisses von Körper und Energie betrachtet. Die folgenden Vorstellungen prägen den traditionellen Hintergrund, ohne dass sie als naturwissenschaftlich belegt gelten:
- Nach der Lehre der TCM soll Schröpfen den Fluss der Lebensenergie „Qi" entlang der sogenannten Meridiane unterstützen.
- Stockungen oder Blockaden dieser Energie sollen nach traditioneller Vorstellung gelöst werden.
- Das Verfahren wird in der TCM oft mit anderen Methoden wie der Akupunktur kombiniert.
- Die Auswahl der Schröpfstellen folgt einem überlieferten System von Punkten und Zonen.
Diese traditionellen Konzepte sind kulturhistorisch hochinteressant, dürfen aber nicht mit gesicherten medizinischen Wirkmechanismen verwechselt werden. In der modernen Wellnessanwendung steht ohnehin nicht die Energielehre im Vordergrund, sondern das subjektive Gefühl von Entspannung und Wohlbefinden. Welche konkreten Methoden sich im Laufe der Zeit herausgebildet haben, sehen wir uns nun genauer an.
Methoden: trockenes & blutiges Schröpfen und Schröpfkopfmassage
Beim Schröpfen unterscheidet man traditionell drei Grundformen, die sich in Technik, Aufwand und Anwendungsbereich deutlich voneinander abgrenzen. Für die Wellnesspraxis sind dabei vor allem zwei Varianten relevant, während eine dritte ausschließlich in fachkundige Hände gehört. Der folgende Überblick ordnet die drei Methoden ein, bevor wir sie einzeln betrachten:
- Trockenes Schröpfen – die sanfte, in der Wellness verbreitete Variante ohne Verletzung der Haut.
- Blutiges Schröpfen – ein invasives Verfahren, das ausschließlich geschulten Fachleuten vorbehalten ist.
- Schröpfkopfmassage – die gleitende, massageähnliche Form auf eingeölter Haut.
Trockenes Schröpfen
Das trockene Schröpfen ist die in der Wellnessbranche mit Abstand am häufigsten genutzte Form. Dabei werden die Schröpfgläser auf die unverletzte, saubere Haut aufgesetzt, und im Inneren wird ein Unterdruck erzeugt. Die Gläser verbleiben anschließend für einige Minuten an Ort und Stelle. Nach traditioneller Vorstellung soll diese Anwendung die Durchblutung der behandelten Hautregion anregen und ein angenehmes Gefühl der Lockerung hinterlassen. Die Haut wird dabei nicht eingeritzt, weshalb diese Variante als die sanfteste und für die Wellnessanwendung geeignetste gilt.
Blutiges Schröpfen
Beim blutigen Schröpfen wird die Haut vor dem Aufsetzen der Gläser an der entsprechenden Stelle vorsichtig oberflächlich eingeritzt, sodass durch den Unterdruck eine kleine Menge Blut austritt. Dieses invasive Verfahren ist kein Wellnessverfahren und gehört ausschließlich in die Hände von Heilpraktikern, Ärzten oder entsprechend geschulten Fachleuten. Es birgt ein Infektions- und Verletzungsrisiko und erfordert strenge hygienische und medizinische Standards. In einer Wellness-Ausbildung wird das blutige Schröpfen daher nicht vermittelt und sollte von Laien niemals selbst durchgeführt werden.
Schröpfkopfmassage
Die Schröpfkopfmassage verbindet das Prinzip des Unterdrucks mit der Bewegung einer klassischen Massage. Hierbei wird die Haut zunächst großzügig eingeölt, anschließend wird ein Schröpfglas mit reduziertem Unterdruck aufgesetzt und in gleitenden Bahnen über die Hautpartie geführt. So entsteht eine massageähnliche, wohltuende Anwendung, die in der Wellnesspraxis sehr beliebt ist. Der entscheidende Unterschied zur statischen Variante liegt in der Bewegung: Während das Glas beim trockenen Schröpfen an einer Stelle verharrt, gleitet es bei der Schröpfkopfmassage flächig über die Haut und verbindet so den Sog mit einem sanften, streichenden Reiz. Diese gleitende Variante ist in der Regel sanfter in der Hautreaktion als das statische trockene Schröpfen und eignet sich besonders gut für flächige Partien wie den Rücken oder die Oberschenkel.
Welche dieser Varianten zum Einsatz kommt, hängt vom Ziel der Anwendung, der Erfahrung der Fachkraft und den Wünschen des Kunden ab. Gerade in der Wellness sind trockenes Schröpfen und Schröpfkopfmassage die beiden tragenden Säulen. Wie eine solche Anwendung in der Praxis abläuft, schauen wir uns als Nächstes an.
Wie eine Schröpf-Anwendung abläuft
Eine professionelle Schröpfanwendung folgt einem ruhigen, strukturierten Ablauf, der dem Kunden Sicherheit und Entspannung vermitteln soll. Bevor überhaupt ein Glas aufgesetzt wird, steht ein kurzes Vorgespräch, in dem mögliche Gegenanzeigen geklärt werden. Erst danach beginnt die eigentliche Anwendung in einer angenehm warmen, ruhigen Umgebung. Die folgenden Schritte beschreiben den typischen Verlauf einer trockenen Schröpfanwendung in der Wellnesspraxis:
- Klärung von Erwartungen, Wohlbefinden und möglichen Gegenanzeigen im Vorgespräch.
- Auswahl der geeigneten Hautpartie, meist am Rücken oder im Schulterbereich.
- Reinigung der Haut und – bei der Schröpfkopfmassage – das Auftragen von Massageöl.
- Aufsetzen der Gläser und Erzeugen eines dosierten, gut verträglichen Unterdrucks.
- Einwirkzeit von wenigen Minuten beziehungsweise sanftes Gleiten bei der Schröpfkopfmassage.
- Vorsichtiges Lösen der Gläser und eine abschließende Ruhephase für den Kunden.
Moderne Schröpfgläser bestehen häufig aus Silikon oder Kunststoff und verfügen über einen Saugball oder eine Handpumpe, mit der sich der Unterdruck einfach und sicher dosieren lässt. Diese Varianten haben das früher übliche Verfahren mit offener Flamme weitgehend abgelöst, bei dem der Unterdruck durch das kurze Erhitzen der Luft im Glas erzeugt wurde. Für die sichere Anwendung sind die modernen Pump- und Silikonvarianten klar zu bevorzugen.
Nach der Anwendung können auf der Haut kreisrunde Verfärbungen zurückbleiben. Diese sogenannten Petechien sind ein typisches Merkmal des Schröpfens und meist nach einigen Tagen wieder verschwunden. Sie sollten dem Kunden vorab erklärt werden, damit keine Verunsicherung entsteht. Welche Wirkung dem Schröpfen zugeschrieben wird und wie diese einzuordnen ist, klären wir im nächsten Abschnitt.
Wirkung & Einordnung: Wellness statt Heilversprechen
Rund um das Schröpfen kursieren zahlreiche Aussagen über mögliche positive Effekte. In der Tradition der Naturheilkunde und der TCM wird ihm eine ganze Reihe wohltuender Eigenschaften zugeschrieben. Hier ist jedoch eine klare Einordnung unerlässlich: Die folgenden Punkte beschreiben Vorstellungen aus der Tradition und mögliche subjektive Empfindungen – sie sind ausdrücklich keine garantierten oder wissenschaftlich belegten Heilversprechen. Traditionell wird dem Schröpfen unter anderem nachgesagt, dass es:
- nach traditioneller Vorstellung die Durchblutung der behandelten Hautregion anregen soll;
- ein subjektives Gefühl der Lockerung und Entspannung hervorrufen kann;
- als wohltuendes Körperritual zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen kann;
- traditionell zur Entspannung verspannt empfundener Partien angewandt wird;
- von vielen Anwendern als angenehme, intensive Körpererfahrung beschrieben wird.
Entscheidend ist die ehrliche Einordnung: Die wissenschaftliche Studienlage zur Wirkung des Schröpfens ist uneinheitlich und nicht eindeutig belegt. Beobachtete positive Effekte lassen sich häufig nicht klar von Entspannungs- und Erwartungseffekten trennen. Schröpfen sollte daher als traditionelle Wellness- und Entspannungsmethode verstanden werden, die ein angenehmes Körpergefühl unterstützen kann – nicht als Heilverfahren gegen Krankheiten.
Daraus folgt eine klare Linie für die seriöse Wellnesspraxis: Eine Schröpfanwendung darf niemals als Behandlung oder Heilung von Krankheiten beworben oder verstanden werden. Sie ersetzt keine ärztliche Diagnose und keine medizinische Therapie. Wer unter gesundheitlichen Beschwerden leidet, sollte stets zuerst ärztlichen Rat einholen. Genau diese Grenzen und die wichtigen Sicherheitsaspekte schauen wir uns jetzt im Detail an.
Sicherheit, Kontraindikationen & Grenzen
So entspannend eine Schröpfanwendung sein kann – sie ist nicht für jeden Menschen und nicht in jeder Situation geeignet. Eine verantwortungsvolle Fachkraft prüft vor jeder Anwendung sorgfältig, ob Gegenanzeigen vorliegen. Bei den folgenden Konstellationen sollte auf das Schröpfen verzichtet beziehungsweise vorab ärztlicher Rat eingeholt werden:
- Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten oder bekannte Blutgerinnungsstörungen.
- Hauterkrankungen, offene Wunden, Ekzeme, Sonnenbrand oder frische Verletzungen im Anwendungsbereich.
- Schwangerschaft – hier ist grundsätzlich besondere Zurückhaltung und ärztliche Rücksprache geboten.
- Fieberhafte Infekte, akute Entzündungen oder ein insgesamt geschwächter Allgemeinzustand.
- Krampfadern, Thrombosen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Krebserkrankungen, Tumoren oder andere schwere Grunderkrankungen.
Über diese Gegenanzeigen hinaus gilt das blutige Schröpfen als ausschließlich fachgebundene Anwendung, die hygienisch und medizinisch korrekt durchgeführt werden muss. Es darf niemals von Laien praktiziert werden, da bei unsachgemäßer Anwendung ein erhebliches Infektions- und Verletzungsrisiko besteht. In der Wellnessanwendung beschränkt man sich konsequent auf das trockene Schröpfen und die Schröpfkopfmassage auf intakter Haut.
Auch bei der harmlos erscheinenden trockenen Variante gibt es Sicherheitsregeln, die unbedingt beachtet werden sollten. Die folgenden Hinweise helfen, die Anwendung sicher und angenehm zu gestalten:
- Verwenden Sie ausschließlich saubere, unbeschädigte Gläser und achten Sie auf sorgfältige Hygiene.
- Dosieren Sie den Unterdruck behutsam und richten Sie sich nach den Rückmeldungen des Kunden.
- Setzen Sie die Gläser nicht über der Wirbelsäule, über Knochen oder direkt auf Schleimhäuten an.
- Brechen Sie die Anwendung bei Schmerzen, Unwohlsein oder Hautreaktionen sofort ab.
- Weisen Sie auf die vorübergehenden Hautmale hin und empfehlen Sie im Zweifel eine ärztliche Abklärung.
Diese klare Linie aus Hygiene, Sorgfalt und ehrlicher Aufklärung ist das Fundament jeder seriösen Wellnessanwendung. Wer das Schröpfen als wohltuende Technik fundiert erlernen möchte, ist in einer qualifizierten Ausbildung gut aufgehoben – worum es dabei geht, lesen Sie im nächsten Abschnitt.
Schröpfen in der Wellness-Ausbildung bei WIP
Das Schröpfen lässt sich als wohltuende Wellness-Technik im Rahmen einer fundierten Massage- und Wellness-Ausbildung erlernen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das medizinische Heilen, sondern das sichere, achtsame Anwenden als Entspannungsverfahren. Eine seriöse Ausbildung vermittelt sowohl das praktische Handwerk als auch das nötige Hintergrundwissen, um die Methode verantwortungsvoll einzusetzen.
Bevor Sie sich für einen Lernweg entscheiden, lohnt ein Blick auf die Inhalte, die eine gute Wellness-Ausbildung rund um Schröpf- und Massagetechniken abdecken sollte. Dazu gehören typischerweise:
- Grundlagenwissen zum Aufbau von Haut, Bindegewebe und Muskulatur.
- der sichere Umgang mit modernen Schröpfgläsern und die korrekte Dosierung des Unterdrucks.
- das Erkennen von Gegenanzeigen und die saubere Abgrenzung zur medizinischen Behandlung.
- Hygiene, Vorbereitung des Arbeitsplatzes und ein professioneller Umgang mit dem Kunden.
- die rechtssichere, wellness-konforme Kommunikation ohne unzulässige Heilversprechen.
Die Wellness-Ausbildungen der WIP-Akademie verbinden dieses Wissen mit praxisnaher Anleitung und schließen mit einem Zertifikat ab, das Ihre Qualifikation dokumentiert. Sie können flexibel zwischen verschiedenen Lernwegen wählen – ganz nach Ihrem Alltag und Ihren Zielen. Die folgenden Formate stehen zur Verfügung:
- die zeitlich flexible Online-Ausbildung für ortsunabhängiges Lernen;
- der Präsenzkurs in Berlin für intensives Üben unter Anleitung;
- der staatlich zugelassene Lehrgang für eine besonders fundierte Qualifikation.
So oder so steht am Ende eine Technik, die Sie sicher, achtsam und im richtigen Wellness-Rahmen anwenden können. Aus meiner langjährigen Praxis möchte ich Ihnen noch einen persönlichen Rat mit auf den Weg geben.
Mein Expertenrat aus über 20 Jahren Praxis als staatlich anerkannter Therapeut: Beim Schröpfen entscheidet die ruhige, ehrliche Vorbereitung über das Erlebnis. Ich kläre immer zuerst im Gespräch, ob Gegenanzeigen vorliegen, und erkläre offen, dass es sich um eine Wellnessanwendung handelt – nicht um eine Heilbehandlung. Den Unterdruck dosiere ich grundsätzlich behutsam und taste mich langsam heran, statt gleich mit voller Saugkraft zu arbeiten. Und ich weise jeden Kunden vorab auf die runden Hautmale hin, damit niemand erschrickt. Wer mit dieser Achtsamkeit und Transparenz arbeitet, schafft genau das, worauf es im Wellnessbereich ankommt: ein gutes, sicheres Gefühl.

So läuft eine Schröpfkopfmassage ab
Die folgende Anleitung beschreibt eine sichere, trockene Schröpfkopfmassage als Wellnessanwendung auf intakter Haut – ausdrücklich ohne jede Verletzung der Haut. Sie ersetzt keine fundierte Ausbildung, gibt Ihnen aber einen Eindruck vom typischen Ablauf. Voraussetzung ist, dass keine Gegenanzeigen vorliegen und die Anwendung achtsam erfolgt. Gehen Sie Schritt für Schritt vor:
- Vorgespräch führen: Klären Sie das Wohlbefinden des Kunden und schließen Sie mögliche Gegenanzeigen wie Hauterkrankungen, Blutverdünner oder eine Schwangerschaft aus.
- Raum vorbereiten: Sorgen Sie für eine angenehm warme, ruhige Umgebung mit einer komfortablen Liege, damit sich der Kunde vollständig entspannen kann.
- Haut reinigen und ölen: Reinigen Sie die zu behandelnde Partie – meist den Rücken – und tragen Sie großzügig ein geeignetes Massageöl auf, damit das Glas gut gleiten kann.
- Glas vorbereiten: Wählen Sie ein sauberes Silikon- oder Pumpglas und erzeugen Sie einen sanften, gut dosierten Unterdruck.
- Glas aufsetzen: Setzen Sie das Glas seitlich neben der Wirbelsäule auf und vergewissern Sie sich, dass die Saugwirkung als angenehm empfunden wird.
- Sanft gleiten: Führen Sie das Glas in ruhigen, gleichmäßigen Bahnen über die eingeölte Haut, niemals direkt über die Wirbelsäule oder über Knochen.
- Auf Rückmeldungen achten: Beobachten Sie die Hautreaktion und die Reaktion des Kunden und passen Sie den Unterdruck jederzeit an oder brechen Sie bei Unwohlsein ab.
- Glas lösen: Lösen Sie den Unterdruck vorsichtig, bevor Sie das Glas abnehmen, und entfernen Sie überschüssiges Öl behutsam.
- Ruhephase gönnen: Lassen Sie den Kunden anschließend nachruhen und weisen Sie auf die vorübergehenden Hautmale sowie auf ausreichendes Trinken hin.
Wichtig bleibt bei jedem Schritt: Schmerz oder Unwohlsein sind ein klares Stoppsignal. Eine gute Schröpfkopfmassage ist nie ein Kraftakt, sondern eine achtsame, angenehme Anwendung. Fassen wir die wichtigsten Punkte abschließend zusammen.
Fazit
Schröpfen ist eine jahrtausendealte, traditionsreiche Methode aus der Naturheilkunde und der TCM, die heute vor allem als wohltuendes Wellness- und Entspannungsverfahren geschätzt wird. Über den Unterdruck der Schröpfgläser entsteht eine intensive, von vielen als angenehm empfundene Körpererfahrung – als sanftes trockenes Schröpfen oder als gleitende Schröpfkopfmassage. Entscheidend ist die richtige Einordnung: Eine eindeutig belegte Heilwirkung gibt es nicht, das blutige Schröpfen gehört ausschließlich in fachkundige Hände, und bei Gegenanzeigen wie Blutverdünnern, Hauterkrankungen oder in der Schwangerschaft ist Zurückhaltung und ärztliche Rücksprache geboten. Als achtsam und seriös angewandte Wellness-Technik kann das Schröpfen jedoch viel zum Wohlbefinden beitragen. Wer die Methode fundiert und sicher erlernen möchte, legt mit einer qualifizierten Ausbildung der WIP-Akademie den Grundstein – ob als Online-Ausbildung, Präsenzkurs in Berlin oder staatlich zugelassener Lehrgang mit Zertifikat.
Häufige Fragen zum Schröpfen
Ist die Wirkung des Schröpfens wissenschaftlich belegt?
Nein, eine über das subjektive Wohlbefinden hinausgehende Heilwirkung des Schröpfens ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Die Studienlage ist uneinheitlich, und beobachtete Effekte lassen sich oft nicht klar von Entspannungs- und Erwartungseffekten trennen. Schröpfen sollte daher als traditionelle Wellness- und Entspannungsmethode verstanden werden und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
Was ist der Unterschied zwischen trockenem und blutigem Schröpfen?
Beim trockenen Schröpfen werden die Gläser auf die unverletzte Haut gesetzt – das ist die sanfte, in der Wellness verbreitete Variante. Beim blutigen Schröpfen wird die Haut zuvor oberflächlich eingeritzt, sodass etwas Blut austritt. Dieses invasive Verfahren ist kein Wellnessverfahren und gehört ausschließlich in die Hände von Heilpraktikern, Ärzten oder geschulten Fachleuten.
Tut Schröpfen weh?
Eine sachgemäße trockene Schröpfanwendung wird meist als ziehendes, aber nicht schmerzhaftes Gefühl beschrieben. Der Unterdruck sollte stets behutsam dosiert und an die Rückmeldungen des Kunden angepasst werden. Schmerz oder Unwohlsein sind ein klares Signal, die Anwendung sofort abzubrechen.
Wie lange bleiben die Hautmale nach dem Schröpfen sichtbar?
Die typischen kreisrunden Verfärbungen, die nach dem Schröpfen entstehen können, sind ein bekanntes Merkmal der Methode. Sie sind in der Regel nach einigen Tagen wieder verschwunden. Bei ungewöhnlich starken oder schmerzhaften Reaktionen sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Wann sollte man auf Schröpfen verzichten?
Auf das Schröpfen sollte unter anderem bei der Einnahme blutverdünnender Medikamente, bei Blutgerinnungsstörungen, Hauterkrankungen, offenen Wunden, in der Schwangerschaft, bei fieberhaften Infekten, akuten Entzündungen, Krampfadern, Thrombosen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder schweren Grunderkrankungen verzichtet werden. Holen Sie im Zweifel vorab ärztlichen Rat ein.
Kann ich Schröpfen selbst erlernen?
Das trockene Schröpfen und die Schröpfkopfmassage lassen sich als Wellness-Techniken im Rahmen einer fundierten Ausbildung erlernen – etwa als Online-Ausbildung oder Präsenzkurs mit Zertifikat. Wichtig ist, dabei den sicheren Umgang mit den Gläsern, das Erkennen von Gegenanzeigen und die saubere Abgrenzung zur medizinischen Behandlung zu lernen. Das blutige Schröpfen ist davon ausgenommen und Fachleuten vorbehalten.

