BLUE-OCEAN-Modell
Sie möchten bei Ihrem Weg in die Selbstständigkeit nicht ohne eine Strategie arbeiten? Sie suchen nach einer Möglichkeit, sich mit einem gewinnbringenden Konzept zu etablieren, was Ihren Bedürfnissen gerecht wird? Genau dann wäre es ratsam, sich einmal das Blue-Ocean Modell näher anzuschauen. Hierbei handelt es sich um eine effektive Möglichkeit, Ihre Geschäftsidee zu realisieren und vor allem, gewinnbringend zu formulieren. Warum genau das Blue-Ocean Modell immer erfolgreicher angewandt wird, wie es zu der Namensgebung kam und welche Unterschiede es zu der ebenso bestehenden Red Ocean Strategy gibt, darüber möchten wir Ihnen heute im Blog-Beitrag einige wichtige Informationen liefern.
Key Facts – Blue-Ocean-Modell
- Grundidee: Neue, unbesetzte Märkte („blaue Ozeane“) erschließen statt im gesättigten Wettbewerb („roter Ozean“) zu kämpfen.
- Urheber: W. Chan Kim und Renée Mauborgne (INSEAD), populär gemacht durch ihr Buch „Blue Ocean Strategy“ (2005).
- Kernprinzip: Nutzeninnovation – hohen Kundennutzen schaffen und gleichzeitig die Kosten senken.
- Werkzeug: Das ERSK-Raster (Eliminieren, Reduzieren, Steigern, Kreieren) formt ein eigenständiges Angebot.
- Vorteil: First-Mover-Position mit wenig oder keiner direkten Konkurrenz und Raum für eigene Preisgestaltung.
- Relevanz für Gründer: Ideal, um sich als Selbstständige im Gesundheits- und Wellnessbereich klar zu positionieren.
Was versteht man unter „Blue-Ocean-Modell“?
Das Blue-Ocean-Modell ist eine Strategie, die sich mit den unberührten Märkten (blaue Ozeane) und den bereits besiedelten Industriezweigen (rote Ozeane) auseinandersetzt. Ziel ist es, für das entsprechende Unternehmen oder die Firmenidee das bestmögliche Marketing-Konzept zu finden, welches sich dann vorzugsweise auf die noch eher unberührten Märkte konzentriert, um dort eine Monopolstellung zu erreichen, statt sich in den großen Ballungszentren der Industrie dem hohen Konkurrenzkampf zu stellen und unter Umständen nur einer von vielen zu sein.
Wann benutzt man die „Blue-Ocean-Strategie“?
Bei der Blue Ocean Strategie geht es darum, eine Nachfrage in Bereichen zu schaffen, wo bisher noch keine oder nur eine geringe Nachfrage vorliegt. Dies geschieht durch das Aufbauen neuer Märkte oder das Ergründen von bisher unbekannten Marktpotenzialen. Das heißt, sie erfolgt am besten dort, wo es noch gar keinen Markt mit entsprechender Konkurrenz gäbe. Hier ist auch die Rede von dem First-Mover-Vorteil, den das Unternehmen dann erreicht, weil es als erster Anbieter jenen Markt mit den nahezu unerschöpflichen Ressourcen nutzt.
Für wen eignet sich das Blue-Ocean-Modell?
Ein Blue-Ocean-Modell ist vor allem für Pioniere und Menschen mit Einfallsreichtum gedacht. Personen, die sich gerne auf Altbewährtes konzentrieren und damit auf „Sicherheit“ spielen wollen, gehen meist eher den Weg des „Red Ocean Modells“. Zum Teil können aber auch beide miteinander fusionieren, wenn zum Beispiel aus einem gut florierenden Unternehmen aus dem Red-Ocean-Bereich eine Zweigstelle im Blue-Ocean-Gebiet gegründet wird, um einen neuen Markt zu erobern.
Welche Vorteile hat das Blue-Ocean-Modell?
Das blaue Ozean-Modell ist eine gute Möglichkeit, Ihre Geschäftsidee strategisch zu entwickeln und zu formulieren, um…
- Eine Monopolstellung an einem neuen Markt zu erreichen
- Eine neue Nachfrage zu schaffen
- Einen festen Kundenstamm in einem noch unverbrauchten Industriezweig aufzubauen
- Sich von der stetigen Konkurrenzangst in großen Ballungsbereichen loszusagen
- Neue Trends zu schaffen oder Marktinnovationen einzuführen
- Pioniergeist auszuleben
Wie entstand das „Blue-Ocean-Modell“?
Dieses Konzept beruht auf einer langjährigen Studie, die sich mit den Unternehmensstrategien innerhalb eines Zeitraums von über 100 Jahren und in mehr als 30 Bereichen auseinandergesetzt hat. Urheber W.Chan Kim und Renee Mauborgne kamen dabei zu der Erkenntnis, dass der Erfolg einer Existenzgründung darauf basiert, die „roten Ozeane“ zu verlassen und sich den „blauen Ozeanen“ zu widmen.
Für was stehen „Blauer“ und „Roter“ Ozean?
Die roten Ozeane stehen in der Studie symbolisch für alle Branchen, die es schon gibt mit all den Ideen, Projekten, Dienstleistungen und Produkten, die bereits vorhanden sind, also den aktuellen Markt.
Der blaue Ozean repräsentiert dagegen die noch nicht vorhandenen Kunden, die neuen, unverbrauchten Produkte/Dienstleistungen, die veränderten Kundenbedürfnisse, die frischen Ideen, also die Marktlücken, die Sie sich zu Nutze machen sollten.
Welches Prinzip verfolgt die Blue-Ocean-Strategie?
In der Realität ist es meist so, dass sich bestehende Unternehmen mit alten und neuen Firmen einen stetigen Konkurrenzkampf liefern. Jeder will besser, größer und erfolgreicher sein, wobei viele am Ende beinahe identische Dienstleistungen oder Waren anbieten. Das macht es dem Kunden schwer, sich für eine Firma zu entscheiden und so wählt er vielleicht immer mal einen anderen Unternehmer aus, was das Ziel, sich stetig weiterzuentwickeln, zu wachsen, Erfolg zu haben und die Branche zu revolutionieren, zunehmend schwieriger gestaltet. Hinzu käme, dass es kaum noch eine passende Kaufkraft gibt und das profitable Wachstum schlussendlich leidet.
Wer sich daher genau in jenen Ozean begibt und versucht, sich einen kleinen Platz darin zu sichern, hat es schwer, zu schwimmen und wird womöglich untergehen. Besser wäre es hingegen, sich in die unverbrauchten Gewässer zu wagen und dort seine Nachfrage zu steigern sowie unabhängig von der Konkurrenz Kunden zu generieren.
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Was ist das ERSK-Quadrat?
Wie gelange ich von dem roten in den blauen Ozean? Diese Frage steht am Anfang jeder Strategie. Dazu wird dann das ERSK-Quadrat eingesetzt. Ein entscheidendes Tool, welches hilft, sich mit Ihrem Firmenkonzept erfolgreich im „blauen Ozean“ zu etablieren.
E = Eliminierung
Das heißt, Sie überlegen sich, welche Kriterien bei einer Dienstleistung/einem Produkt entfernt werden müssen, damit es neu wirkt und sich anders darstellt als bisher.
R = Reduzierung
Sie versuchen, etwas an der Dienstleistung/dem Produkt so zu kürzen, dass es fortan rentabler ist und weniger kosten- sowie zeitintensiv wird.
S = Steigerung
Wo gibt es bei der Dienstleistung/dem Produkt einen erheblichen Optimierungsbedarf, der die Qualität, die Nachfrage und den Erfolg steigern könnte?
K = Kreierung
Was können Sie an der Dienstleistung/dem Produkt gänzlich neu erfinden, um Ihr Alleinstellungsmerkmal zu integrieren?
Was ist das „Red Ocean Modell“?
Bei einer Red Ocean Strategie geht es darum, ein Produkt oder eine Dienstleistung sowie ein Unternehmen trotz hoher Konkurrenz und starkem Wettbewerb langfristig an einem dicht besiedelten Markt zu platzieren. Hierfür kommt es auf unterschiedliche Faktoren an, die der Unternehmer wissen und berücksichtigen muss wie:
- Alleinstellungsmerkmale
- Die richtige Zielgruppe
- Passendes Branding
- Faire Preiskalkulationen
- Innovatives Kundenerlebnis
Die Bezeichnung als „Red Ocean“ steht hierbei buchstäblich für das „Blut“, welches entsteht, wenn die vielen kleinen Fische von den großen Haien der Industrie innerhalb des Ozeans gefressen werden. Dies zeigt auch, wie durchsetzungsstark Sie für eine solche Strategie sein müssen.
Red Ocean Modell vs. Blue Ocean Modell
Da beide Konzepte ihre Vor- und Nachteile haben, möchten wir Ihnen nachfolgend einmal tabellarisch gegenüberstellen, wovon Sie bei der jeweiligen Strategie profitieren.
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Red-Ocean-Modell |
Blue-Ocean-Modell |
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Absatzmarkt |
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Nachfrage |
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Wettbewerbsfähigkeit |
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Alleinstellungsmerkmale |
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Insgesamt können beide Modelle gut als Strategien für den Markt genutzt werden. Hier kommt es eher darauf an, was der Einzelne möchte oder sich von seinem Marktauftritt verspricht.
Außerdem zählen noch viele andere Faktoren zu einem erfolgreichen Marktbestehen, die Sie gerade als potenzieller Existenzgründer kennen sollten. Nicht umsonst empfiehlt es sich, den Weg in die Selbstständigkeit innerhalb des Gesundheitssektors nicht ohne passende Vorkenntnisse zu starten. Dazu könnten Sie zum Beispiel einen entsprechenden Online-Lehrgang belegen oder aber ein 1 zu 1 Coaching in Anspruch nehmen.
Am Ende geht es darum, die bestmögliche Strategie für Sie und Ihre beruflichen Erwartungen zu finden, um tatsächlich langfristig erfolgreich zu sein und Ihre Ziele zu erreichen.
Nutzeninnovation: der Kern der Blue-Ocean-Strategie
Damit aus einer Idee ein echter blauer Ozean wird, reicht es nicht, einfach nur etwas Neues anzubieten. Kim und Mauborgne rücken einen zentralen Begriff in den Mittelpunkt: die Nutzeninnovation. Gemeint ist, dass Sie den Nutzen für Ihre Kunden spürbar erhöhen und zugleich Ihre Kosten senken. Klassisches Wettbewerbsdenken zwingt oft zu einem Entweder-oder – entweder ein hochwertiges, aber teures Angebot oder ein günstiges mit weniger Leistung. Die Blue-Ocean-Strategie durchbricht dieses Denken bewusst.
Der Trick liegt darin, den Wert für Kunden neu zu definieren. Sie streichen Leistungsmerkmale, die in Ihrer Branche als selbstverständlich gelten, aber kaum geschätzt werden, und investieren die frei werdenden Mittel in genau die Aspekte, auf die Ihre Zielgruppe wirklich Wert legt. So entsteht ein Angebot, das sich weder allein über den Preis noch allein über den Umfang definiert, sondern über einen eigenständigen Nutzen. Für Sie als Gründer bedeutet das: Stellen Sie nicht die Frage, wie Sie Mitbewerber schlagen, sondern welchen Nutzen bislang niemand in dieser Form liefert.
Praktisch beginnt Nutzeninnovation mit genauem Zuhören. Sprechen Sie mit potenziellen Kunden, beobachten Sie, an welchen Stellen bestehende Angebote umständlich, teuer oder unpassend sind, und notieren Sie, worauf niemand gerne verzichtet. Aus diesen Beobachtungen leiten Sie ab, was Sie weglassen und was Sie ausbauen können. Wichtig ist, dass die Kostenersparnis und der zusätzliche Nutzen aus derselben Entscheidung entstehen – nicht als zwei getrennte Maßnahmen, sondern als zwei Seiten einer stimmigen Angebotsidee.
Blue-Ocean-Strategie für Selbstständige im Gesundheitsbereich: Beispiele
Im Gesundheits- und Wellnessbereich herrscht in vielen klassischen Feldern ein reger Wettbewerb. Wer sich hier als Masseur, Trainer oder Berater selbstständig macht, trifft schnell auf einen roten Ozean voller ähnlicher Angebote. Genau deshalb lohnt der Blick auf unbesetzte Nischen, in denen Sie ein Bedürfnis bedienen, das andere übersehen. Oft entsteht ein blauer Ozean nicht durch eine völlig neue Technik, sondern durch eine neue Kombination aus Angebot, Zielgruppe und Erlebnis.
Denkbar ist etwa ein mobiler Massageservice für Unternehmen, der Entspannung direkt an den Arbeitsplatz bringt, statt auf Laufkundschaft im eigenen Studio zu setzen. Ebenso können spezialisierte Angebote für bislang wenig beachtete Zielgruppen einen eigenen Marktraum eröffnen – beispielsweise Wellnessformate für pflegende Angehörige, Präventionskurse für bestimmte Berufsgruppen oder Kombiangebote aus Bewegung, Ernährung und Entspannung. Auch die Art, wie Sie Ihre Leistung erlebbar machen, kann den Unterschied ausmachen: ein klarer Fokus auf ein bestimmtes Anliegen, eine besondere Atmosphäre oder ein durchdachtes Rundum-Konzept schaffen einen Wert, den reine Preisvergleiche nicht abbilden.
Um solche Chancen strukturiert zu finden, hilft das bereits beschriebene ERSK-Raster: Welche üblichen Leistungen können Sie eliminieren, welche reduzieren, welche steigern und welche gänzlich neu kreieren? Prüfen Sie anschließend nüchtern, ob für die Idee eine ausreichende Nachfrage besteht und ob Sie diese wirtschaftlich bedienen können. So verwandeln Sie eine gute Idee in ein klar umrissenes, eigenständiges Konzept – und legen die Grundlage, um sich langfristig als eigene Marke im Gesundheits- und Wellnessmarkt zu etablieren.
Fazit
Das Blue-Ocean-Modell nach Kim und Mauborgne verschiebt den Fokus vom reinen Verdrängungswettbewerb hin zur Erschließung neuer Markträume. Über die Nutzeninnovation und das ERSK-Raster entwickeln Sie ein Angebot, das Kundennutzen steigert und Kosten senkt – und sich dadurch klar von der Konkurrenz absetzt. Gerade für Selbstständige im Gesundheits- und Wellnessbereich ist das eine wertvolle Denkweise, um sich mit einem eigenständigen Profil zu positionieren. Entscheidend bleibt, die tatsächliche Nachfrage realistisch zu prüfen und die Strategie mit fundierten kaufmännischen Grundlagen zu verbinden. Wer beides zusammenbringt, legt ein tragfähiges Fundament für eine erfolgreiche Existenzgründung.
Häufige Fragen zu BLUE
Was ist der Unterschied zwischen Blue Ocean und Red Ocean?
Der rote Ozean steht für bestehende, dicht besetzte Märkte, in denen viele Anbieter um dieselben Kunden konkurrieren und sich häufig über den Preis unterbieten. Der blaue Ozean bezeichnet neue oder bislang kaum genutzte Markträume ohne relevante Konkurrenz. Im roten Ozean schlagen Sie Mitbewerber, im blauen Ozean machen Sie den Wettbewerb weitgehend bedeutungslos, weil Sie ein Angebot schaffen, das es so noch nicht gibt.
Was bedeutet Nutzeninnovation in der Blue-Ocean-Strategie?
Nutzeninnovation ist der Kern des Modells: Sie steigern den Nutzen für Ihre Kunden und senken zugleich Ihre Kosten. Klassisches Strategiedenken zwingt oft zu einer Wahl zwischen Differenzierung (mehr Leistung, höhere Kosten) und günstigen Preisen. Kim und Mauborgne zeigen, dass sich beides verbinden lässt, indem Sie unnötige Leistungsmerkmale streichen und stattdessen in das investieren, was Kunden wirklich schätzen.
Wie hilft das ERSK-Raster bei der Umsetzung?
Das ERSK-Raster stellt vier Fragen an Ihr Angebot: Welche in der Branche selbstverständlichen Faktoren können Sie eliminieren? Welche lassen sich unter den Standard reduzieren? Welche sollten Sie deutlich über den Standard steigern? Und welche völlig neuen Faktoren können Sie kreieren? So entsteht Schritt für Schritt ein Leistungsprofil, das sich klar von bestehenden Anbietern abhebt und Nutzeninnovation greifbar macht.
Ist die Blue-Ocean-Strategie für Existenzgründer geeignet?
Ja, gerade für Gründer ist der Ansatz reizvoll, weil ein neuer Marktraum weniger Preisdruck und Konkurrenz bedeutet. Wichtig ist jedoch Realismus: Ein blauer Ozean muss eine echte, zahlungsbereite Nachfrage besitzen oder wecken. Prüfen Sie deshalb sorgfältig, ob Ihre Idee ein tatsächliches Kundenbedürfnis trifft, und kombinieren Sie die Strategie mit einer soliden Kalkulation und einem tragfähigen Geschäftsplan.
Welche Risiken hat das Blue-Ocean-Modell?
Ein neuer Markt kann sich als zu klein erweisen oder die vermutete Nachfrage bleibt aus. Zudem lassen sich erfolgreiche blaue Ozeane mit der Zeit imitieren und werden allmählich wieder zu roten Ozeanen. Sie sollten Ihren Vorsprung daher aktiv verteidigen, Ihr Angebot weiterentwickeln und die Marktreaktion genau beobachten. Eine gründliche Vorbereitung senkt das Risiko, ersetzt aber nicht das unternehmerische Wagnis.
