Progressive Muskelentspannung
Die progressive Muskelentspannung nach Jacobson (PMR) ist eine bewährte Entspannungstechnik, bei der einzelne Muskelgruppen kurz angespannt und anschließend bewusst gelöst werden. Dieser Wechsel kann zu spürbarer Entspannung, innerer Ruhe und einem besseren Körpergefühl beitragen und wird gern zum Stressabbau und zur Förderung des Wohlbefindens eingesetzt. Wie PMR funktioniert, wie eine Einheit Schritt für Schritt abläuft, worauf Sie achten sollten und wann eine fachliche Begleitung sinnvoll ist, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
Key Facts – Progressive Muskelentspannung
- Prinzip: Muskelgruppen werden nacheinander kurz angespannt und anschließend bewusst wieder gelöst.
- Wirkung: kann zu Entspannung, innerer Ruhe, besserem Körpergefühl und Stressabbau beitragen.
- Begründer: der US-amerikanische Arzt Edmund Jacobson, der die Methode in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte.
- Dauer: eine Einheit dauert je nach Variante etwa 15 bis 30 Minuten.
- Varianten: Lang- und Kurzform mit rund 30, 16, 7 oder 4 Muskelgruppen.
- Anwendung: als Wellness- und Entspannungsverfahren zu Hause, im Kurs oder per Audio-Anleitung erlernbar.
- Vorsicht bei: akuten Verletzungen, ausgeprägten Muskelerkrankungen, schweren Herz-Kreislauf- oder psychischen Erkrankungen – hier vorab ärztlich oder therapeutisch abklären.
Was ist die progressive Muskelentspannung?
Hinter dem Begriff progressive Muskelentspannung – häufig mit PMR abgekürzt und auch als progressive Muskelrelaxation oder Tiefenmuskelentspannung bezeichnet – verbirgt sich ein systematisches Entspannungsverfahren. Es beruht auf einem einfachen, aber wirkungsvollen Grundgedanken: Wer einen Muskel zunächst bewusst anspannt und ihn danach wieder loslässt, spürt die anschließende Entspannung deutlich intensiver. Genau dieser Kontrast zwischen Spannung und Lösung steht im Mittelpunkt der Methode.
Das Wort „progressiv" beschreibt dabei das schrittweise Vorgehen: Eine Muskelgruppe nach der anderen wird durchgegangen, bis sich nach und nach der gesamte Körper in einen Zustand wohltuender Ruhe begibt. Im Unterschied zu rein gedanklichen Entspannungsmethoden setzt PMR also bewusst beim Körper an und nutzt die Muskulatur als Türöffner für mehr Gelassenheit.
Ein großer Vorteil dieser Herangehensweise ist, dass sie sich vergleichsweise leicht erlernen lässt und kein besonderes Vorwissen voraussetzt. Bevor wir tiefer in Ablauf und Wirkung einsteigen, hilft ein kurzer Blick auf die Merkmale, die PMR ausmachen:
- Sie arbeitet mit einem klaren, immer wiederkehrenden Ablauf aus Anspannen, Halten und Lösen.
- Sie lässt sich im Liegen ebenso üben wie im Sitzen.
- Sie kommt ohne Geräte aus und ist nahezu überall durchführbar.
- Sie schult die Körperwahrnehmung und das Gespür für aufkommende Anspannung.
- Sie eignet sich als Wellness- und Entspannungsverfahren für viele Menschen, die zur Ruhe kommen möchten.
Damit reiht sich die progressive Muskelentspannung neben dem autogenen Training, der Meditation und Atemübungen in die Gruppe der bekanntesten Entspannungsverfahren ein. Ihre besondere Stärke liegt in der Einfachheit: Schon wenige Wiederholungen genügen oft, um ein Gefühl für den Wechsel aus Spannung und Loslassen zu entwickeln.

Herkunft und Hintergrund – die Methode nach Edmund Jacobson
Die Wurzeln der progressiven Muskelentspannung reichen weit zurück. Entwickelt wurde sie von dem US-amerikanischen Arzt und Wissenschaftler Edmund Jacobson, der sich über viele Jahre mit dem Zusammenhang zwischen körperlicher Anspannung und innerer Unruhe beschäftigte. Er beobachtete, dass seelische Anspannung sich häufig in einer erhöhten Muskelspannung widerspiegelt – und dass umgekehrt eine gezielte Lockerung der Muskulatur zu mehr innerer Ruhe beitragen kann.
Aus dieser Beobachtung entstand die Idee, die Muskulatur ganz bewusst und in einer festen Reihenfolge zu entspannen. Jacobson veröffentlichte seine Methode erstmals in den 1920er- und 1930er-Jahren und verfeinerte sie im Laufe seines Lebens immer weiter. Die ursprüngliche Form war noch recht umfangreich und sah eine sehr ausführliche Schulung über viele Sitzungen vor.
Im Laufe der Zeit wurde das Verfahren von weiteren Fachleuten aufgegriffen und für die praktische Anwendung gestrafft. Was in der Ursprungsform noch eine sehr ausgedehnte Schulung war, wurde so zu einer alltagstauglichen Übung, die heute viele Menschen eigenständig durchführen können. Diese Vereinfachung gilt als ein wesentlicher Grund dafür, dass sich PMR so weit verbreitet hat. Heute existieren mehrere Varianten, die sich vor allem in der Zahl der einbezogenen Muskelgruppen unterscheiden:
- Langform: rund 30 Muskelgruppen – sehr gründlich, ideal zum Erlernen unter Anleitung.
- Mittlere Form: etwa 16 Muskelgruppen – ein guter Kompromiss aus Tiefe und Zeitaufwand.
- Kurzformen: 7 oder sogar nur 4 zusammengefasste Muskelgruppen – praktisch für den Alltag, wenn die Grundtechnik bereits sitzt.
Diese Entwicklung hat die progressive Muskelentspannung zu einem der am weitesten verbreiteten Entspannungsverfahren gemacht. Sie wird heute in Wellness- und Kursangeboten ebenso eingesetzt wie zur eigenständigen Entspannung zu Hause. Wichtig bleibt: PMR ist ein Verfahren zur Förderung von Entspannung und Wohlbefinden und kein Ersatz für eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.
Wie PMR zur Entspannung beitragen kann
Die Wirkung der progressiven Muskelentspannung lässt sich gut nachvollziehen, wenn man sich den Wechsel zwischen Anspannung und Lösung genauer ansieht. Spannt ein Mensch einen Muskel kräftig an und lässt ihn dann los, fühlt sich der entspannte Zustand danach deutlich intensiver und angenehmer an als zuvor. Dieser bewusst erlebte Kontrast ist der Kern der Methode.
Über die rein muskuläre Ebene hinaus berichten viele Anwenderinnen und Anwender von einem Gefühl der Schwere und Wärme, das sich mit der Übung einstellt. Solche Empfindungen werden häufig als Zeichen tiefer Entspannung erlebt. Bevor wir die einzelnen Effekte aufzählen, ein Hinweis zur Einordnung: Die folgenden Punkte beschreiben mögliche Wirkungen im Sinne von Entspannung und Wohlbefinden – sie sind keine medizinischen Heilversprechen.
- ein wohltuendes Gefühl von Ruhe und Gelassenheit
- das Lösen von muskulärer Anspannung, etwa in Schultern und Nacken
- eine ruhigere, gleichmäßigere Atmung
- ein besseres Gespür dafür, wann sich Anspannung aufbaut
- Unterstützung beim allgemeinen Stressabbau
- Förderung von innerer Ausgeglichenheit und Wohlbefinden
Ein weiterer wertvoller Aspekt ist der Lerneffekt. Wer regelmäßig übt, entwickelt mit der Zeit ein feines Gespür dafür, wo sich im eigenen Körper Anspannung sammelt. Dieses geschulte Körperbewusstsein hilft dabei, im Alltag früher zu bemerken, wenn man verkrampft, und gezielt gegenzusteuern.
Gerade in stressigen Phasen kann die progressive Muskelentspannung so zu einem verlässlichen Ruhepol werden. Viele Menschen nutzen sie als kleine Pause zwischendurch, als Einstimmung auf einen erholsamen Schlaf oder als festen Bestandteil ihrer persönlichen Wellness-Routine. Entscheidend ist dabei weniger die einzelne Übung als vielmehr die Regelmäßigkeit.
Hilfreich ist außerdem, dass sich der Effekt mit der Übung verstärkt. Wer den Wechsel aus Anspannen und Loslassen über Wochen regelmäßig wiederholt, kann mit der Zeit immer schneller in einen Zustand der Ruhe finden. Manche Anwenderinnen und Anwender berichten, dass schon der Gedanke an eine bestimmte Muskelgruppe genügt, um diese bewusst zu lockern. Diese Form der Selbstregulation ist kein medizinischer Effekt, sondern ein erlerntes Körpergefühl, das im Alltag spürbar entlasten kann.
Vorbereitung und Rahmen für eine PMR-Einheit
Damit die progressive Muskelentspannung ihre wohltuende Wirkung entfalten kann, lohnt es sich, einen passenden Rahmen zu schaffen. Eine ruhige Umgebung und ein paar einfache Vorbereitungen erhöhen die Chance, dass Sie sich wirklich fallen lassen können. Der Aufwand ist gering, der Effekt aber spürbar.
Der richtige Ort und die richtige Zeit
Suchen Sie sich einen Platz, an dem Sie für die Dauer der Übung ungestört sind. Ideal ist ein ruhiger Raum mit angenehmer Temperatur, in dem Sie weder frieren noch ins Schwitzen geraten. Schalten Sie nach Möglichkeit das Telefon stumm und sorgen Sie für gedämpftes, warmes Licht. Auf diese Weise signalisieren Sie sich selbst, dass nun eine bewusste Auszeit beginnt.
Bevor Sie loslegen, lohnt sich ein Blick auf einige Punkte, die für einen gelungenen Rahmen sorgen:
- eine ruhige, reizarme Umgebung ohne Ablenkung
- eine angenehme Raumtemperatur und frische Luft
- bequeme, nicht einengende Kleidung
- eine weiche Unterlage wie eine Matte, Decke oder das Bett
- bei Bedarf ein Kissen unter Kopf und Knien
- ausreichend Zeit, sodass Sie nicht auf die Uhr schauen müssen
Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Viele Menschen empfinden den frühen Abend als besonders geeignet, weil PMR dann den Übergang in einen ruhigen Feierabend oder einen erholsamen Schlaf unterstützen kann. Grundsätzlich ist die Übung aber zu jeder Tageszeit möglich, an der Sie sich eine bewusste Pause gönnen möchten.
Die passende Körperhaltung
Die progressive Muskelentspannung lässt sich sowohl im Liegen als auch im Sitzen üben. Zu Beginn fällt es den meisten Menschen im Liegen leichter, weil der Körper dabei gut abgestützt ist und nichts gehalten werden muss. Legen Sie sich flach auf den Rücken, lassen Sie die Arme locker neben dem Körper ruhen und schließen Sie, wenn es Ihnen angenehm ist, die Augen.
Sobald Sie die Technik sicher beherrschen, ist es sinnvoll, sie auch im Sitzen zu üben. So können Sie die Methode später unkompliziert im Alltag einsetzen – etwa am Schreibtisch, in einer Pause oder unterwegs. Wichtig ist in jeder Position, dass Sie bequem sitzen oder liegen und keine Haltung einnehmen, die selbst Anspannung erzeugt.
Die Übung Schritt für Schritt – die Muskelgruppen im Überblick
Das Herzstück der progressiven Muskelentspannung ist das systematische Durchgehen der einzelnen Muskelgruppen. Dabei folgt jede Gruppe demselben einfachen Dreischritt: anspannen, kurz halten, wieder lösen und nachspüren. Die Anspannung sollte deutlich, aber niemals schmerzhaft sein – es geht um ein bewusstes Spannungsgefühl, nicht um maximale Kraft.
Üblicherweise arbeitet man sich von einem Körperende zum anderen vor, damit keine Region vergessen wird. Viele beginnen bei den Händen und Armen und wandern dann über Gesicht, Nacken und Schultern bis hinunter zu Bauch, Beinen und Füßen. Bevor Sie starten, hier die typische Reihenfolge der Muskelgruppen in einer gängigen Form:
- Hände und Unterarme: die Fäuste ballen und die Unterarme anspannen.
- Oberarme: die Arme anwinkeln und die Oberarmmuskeln fest anspannen.
- Gesicht: die Stirn runzeln, die Augen zusammenkneifen und die Lippen aufeinanderpressen.
- Nacken und Schultern: die Schultern locker in Richtung Ohren ziehen.
- Brust und Rücken: die Schulterblätter sanft zusammenführen.
- Bauch: die Bauchmuskeln bewusst anspannen.
- Gesäß und Oberschenkel: das Gesäß zusammenpressen und die Oberschenkel anspannen.
- Unterschenkel und Füße: die Zehen anziehen oder behutsam strecken.
Für jede dieser Gruppen gilt dasselbe Muster: Sie spannen den Muskel beim Einatmen für ungefähr fünf bis sieben Sekunden an, halten die Spannung kurz und lassen dann beim Ausatmen abrupt los. Anschließend richten Sie Ihre Aufmerksamkeit für etwa 20 bis 30 Sekunden ganz auf das Gefühl der Entspannung in diesem Bereich, bevor Sie zur nächsten Gruppe übergehen.

Atmung und Rhythmus
Die Atmung gibt der Übung ihren Takt und sollte dabei ruhig und gleichmäßig bleiben. Hilfreich ist es, die Anspannung mit dem Einatmen zu verbinden und das Loslassen mit einem langen, ruhigen Ausatmen. So verstärken sich Atemfluss und Muskelentspannung gegenseitig und führen schrittweise in einen tieferen Entspannungszustand.
Wichtig ist, sich nicht unter Druck zu setzen. Wenn die Gedanken abschweifen, lenken Sie die Aufmerksamkeit einfach freundlich zurück zur Übung. Gerade am Anfang braucht es etwas Geduld, bis sich der typische Wechsel aus Spannung und wohltuender Lösung deutlich einstellt.
Mein Rat aus über 20 Jahren Praxis als staatlich anerkannter Therapeut: Unterschätzen Sie die Pause nach dem Loslassen nicht. Die meisten spannen mit voller Konzentration an, lassen dann los – und hetzen sofort weiter zur nächsten Muskelgruppe. Genau das Nachspüren in den Sekunden danach ist aber der eigentliche Schatz der Methode. Bleiben Sie ruhig zwanzig, dreißig Sekunden bei diesem warmen, schweren Gefühl, bevor es weitergeht. Und übertreiben Sie es nie mit der Kraft: Es geht um ein deutliches Spannungsgefühl, nicht um maximale Anstrengung. Wer das beherzigt, kommt mit der Zeit erstaunlich schnell und tief zur Ruhe.
So führen Sie eine PMR-Einheit durch
Mit etwas Übung wird die progressive Muskelentspannung zu einer verlässlichen Routine. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung führt Sie in sinnvoller Reihenfolge durch eine vollständige Einheit – vom Ankommen bis zum bewussten Beenden:
- Rahmen schaffen: Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung, angenehme Temperatur und gedämpftes Licht und legen oder setzen Sie sich bequem hin.
- Ankommen: Schließen Sie die Augen, atmen Sie einige Male ruhig ein und aus und lassen Sie den Tag für einen Moment hinter sich.
- Hände und Arme: Ballen Sie beim Einatmen die Fäuste und spannen Sie die Arme an, halten Sie kurz und lösen Sie beim Ausatmen.
- Gesicht: Runzeln Sie die Stirn, kneifen Sie die Augen zusammen, halten Sie die Spannung kurz und lassen Sie wieder locker.
- Nacken und Schultern: Ziehen Sie die Schultern sanft nach oben, halten Sie kurz und lassen Sie sie schwer nach unten sinken.
- Brust, Rücken und Bauch: Führen Sie die Schulterblätter zusammen und spannen Sie den Bauch an, dann lösen Sie beides bewusst.
- Beine und Füße: Spannen Sie Gesäß, Oberschenkel und Waden an, ziehen Sie die Zehen leicht an und lassen Sie anschließend ganz los.
- Nachspüren: Bleiben Sie nach jeder Gruppe etwa 20 bis 30 Sekunden bei dem entspannten, warmen Gefühl, bevor Sie weitergehen.
- Ausklang: Spüren Sie zum Schluss dem entspannten Gesamtzustand nach, atmen Sie tief durch und kehren Sie langsam, mit Räkeln und Strecken, in den Alltag zurück.
Halten Sie sich nicht zu streng an die genaue Sekundenzahl – sie dient nur der Orientierung. Wichtiger ist, dass Sie ruhig und ohne Hektik vorgehen und die Übung an Ihr eigenes Tempo anpassen.
Anwendung im Alltag und Grenzen der Methode
Ein großer Reiz der progressiven Muskelentspannung liegt darin, dass sie sich gut in den Alltag einbauen lässt. Wer die ausführliche Form sicher beherrscht, kann später auf Kurzformen zurückgreifen und einzelne Muskelgruppen gezielt entspannen – etwa die Schultern nach langer Bildschirmarbeit oder die Hände vor einer aufregenden Situation.
Damit aus PMR eine wirksame Gewohnheit wird, hilft Regelmäßigkeit mehr als Perfektion. Diese Anregungen erleichtern den Einstieg in eine dauerhafte Praxis:
- Üben Sie anfangs möglichst täglich, damit der Ablauf vertraut wird.
- Verbinden Sie die Übung mit einem festen Anlass, etwa dem Abend vor dem Schlafengehen.
- Nutzen Sie zu Beginn gern eine Audio-Anleitung, um sich ganz auf das Spüren konzentrieren zu können.
- Setzen Sie sich nicht unter Erfolgsdruck – auch eine kurze Einheit ist wertvoll.
- Greifen Sie im Alltag auf Kurzformen zurück, wenn nur wenig Zeit bleibt.
So nützlich die Methode ist, sie hat auch Grenzen – und die zu kennen, gehört zu einer verantwortungsvollen Anwendung. Die progressive Muskelentspannung ist ein Verfahren zur Förderung von Entspannung und Wohlbefinden. Sie ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Behandlung und ist kein Heilmittel gegen Erkrankungen.
In bestimmten Situationen ist daher Zurückhaltung oder eine fachliche Begleitung angeraten. Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise:
- Bei akuten Verletzungen, frischen Operationen oder starken Schmerzen sollten Sie die betroffenen Muskelgruppen nicht anspannen.
- Bei ausgeprägten Muskelerkrankungen oder schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen klären Sie die Anwendung vorab ärztlich ab.
- Bei psychischen Erkrankungen wie ausgeprägten Angstzuständen oder depressiven Beschwerden sollte PMR nur begleitend und in Absprache mit einer behandelnden Fachperson eingesetzt werden.
- Sollten während der Übung Unwohlsein, Schwindel oder unangenehme Gefühle auftreten, beenden Sie die Einheit und suchen Sie im Zweifel fachlichen Rat.
Im Zweifelsfall gilt: Lieber einmal mehr nachfragen. Wer unsicher ist, ob die progressive Muskelentspannung im eigenen Fall geeignet ist, sollte dies vorab mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer therapeutischen Fachperson besprechen. Als entspannendes Wellnessverfahren für gesunde Menschen ist PMR hingegen risikoarm und für viele eine bereichernde Gewohnheit.
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Fazit
Die progressive Muskelentspannung nach Jacobson ist ein bewährtes, leicht erlernbares Entspannungsverfahren: Über den bewussten Wechsel aus Anspannen und Loslassen einzelner Muskelgruppen kann sie zu spürbarer Ruhe, einem besseren Körpergefühl und wirksamem Stressabbau beitragen – Schritt für Schritt von den Händen bis zu den Füßen. Entscheidend sind ein passender Rahmen, eine ruhige Atmung, das Nachspüren nach jedem Loslassen und vor allem Regelmäßigkeit. Wichtig bleibt die richtige Einordnung: PMR ist ein Wellness- und Entspannungsverfahren, das Wohlbefinden fördert, aber keine ärztliche oder therapeutische Behandlung ersetzt. Bei Erkrankungen gehört die Anwendung in fachliche Begleitung. Wer Entspannungsmethoden fundiert erlernen und sicher weitergeben möchte, legt mit einer qualifizierten Ausbildung der WIP-Akademie den Grundstein – ob als Online-Ausbildung, Präsenzkurs in Berlin oder staatlich zugelassener Lehrgang mit Zertifikat.
Häufige Fragen zur progressiven Muskelentspannung
Was bringt die progressive Muskelentspannung?
Die progressive Muskelentspannung kann zu spürbarer Entspannung, innerer Ruhe und einem besseren Körpergefühl beitragen. Durch den bewussten Wechsel aus Anspannen und Loslassen lösen sich muskuläre Verspannungen oft leichter, und viele Menschen nutzen die Methode zum Stressabbau und zur Förderung ihres Wohlbefindens. Sie ist ein Entspannungsverfahren und kein Ersatz für eine medizinische Behandlung.
Wie funktioniert PMR genau?
Bei der PMR spannen Sie einzelne Muskelgruppen nacheinander für etwa fünf bis sieben Sekunden bewusst an, halten die Spannung kurz und lassen dann abrupt wieder los. Anschließend spüren Sie rund 20 bis 30 Sekunden dem entspannten Gefühl nach. So arbeiten Sie sich Schritt für Schritt durch den ganzen Körper – meist von den Händen bis zu den Füßen.
Wie lange dauert eine Einheit?
Das hängt von der gewählten Variante ab. Die ausführliche Form mit rund 30 Muskelgruppen dauert etwa 20 bis 30 Minuten, während Kurzformen mit 7 oder 4 zusammengefassten Gruppen in wenigen Minuten möglich sind. Zum Erlernen empfiehlt sich zunächst die längere Form, im Alltag genügen später oft die Kurzversionen.
Wie oft sollte ich üben?
Gerade am Anfang ist Regelmäßigkeit wichtiger als die einzelne Dauer. Wer möglichst täglich übt, macht den Ablauf schnell vertraut und spürt den Wechsel aus Spannung und Lösung deutlicher. Viele verbinden die Übung mit einem festen Anlass, etwa dem Abend vor dem Schlafengehen, und greifen tagsüber bei Bedarf auf Kurzformen zurück.
Kann PMR beim Einschlafen helfen?
Viele Menschen empfinden die progressive Muskelentspannung als angenehme Einstimmung auf einen erholsamen Schlaf, weil sie körperliche Anspannung löst und zur Ruhe kommen lässt. Eine garantierte Wirkung gibt es allerdings nicht, und bei anhaltenden Schlafproblemen sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen. PMR kann hier eine wohltuende Begleitung sein.
Für wen ist PMR nicht geeignet?
Bei akuten Verletzungen, frischen Operationen, ausgeprägten Muskelerkrankungen oder schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten Sie die Anwendung vorab ärztlich abklären. Bei psychischen Erkrankungen wie ausgeprägten Angstzuständen oder depressiven Beschwerden ist PMR nur begleitend und in Absprache mit einer behandelnden Fachperson sinnvoll. Treten während der Übung Unwohlsein oder Schwindel auf, beenden Sie die Einheit und suchen Sie im Zweifel fachlichen Rat.

