30. April 2021
Lesezeit ca. 16 Min.

Verklebte Faszien entstehen, wenn das Bindegewebs-Netzwerk durch Bewegungsmangel, Stress, Übersäuerung oder Alter seine Elastizität verliert und verfilzt. Typische Folgen sind diffuse, großflächige Spannungsschmerzen, Bewegungseinschränkungen und Steifigkeit – oft zeitversetzt und nicht am eigentlichen Ursprungsort. Die gute Nachricht: Mit Bewegung, Massage, Faszientraining und der richtigen Ernährung lassen sich Verklebungen wieder lösen.

Key Facts – Verklebte Faszien

  • Was: verhärtetes, verfilztes Fasziengewebe, das seine Elastizität verliert
  • Hauptursachen: Bewegungsmangel, Stress, Übersäuerung, Alter, Fehl- und Schonhaltung
  • Symptome: großflächige Spannungsschmerzen, Steifigkeit – oft zeitversetzt & reflektorisch (nicht am Ursprungsort)
  • Besonders betroffen: Rücken, Schultern, Nacken – v. a. bei sitzender Tätigkeit
  • Was hilft: Bewegung, Faszien-Massage, Rollen, Faszientraining, ausgewogene Ernährung, viel trinken
  • Vertiefung: Faszien verstehen · Faszientraining

Was sind verklebte Faszien?

Faszien beschreiben elastische Strukturen des Bindegewebes, welche innerhalb des Körpers vor allem Muskeln, Sehnen, Organe und Knochen umhüllen. Darum werden sie auch als Fasernetzwerk bezeichnet. Sie haben wichtige Aufgaben, darunter die Unterstützung einer stabilen und aufrechten Haltung oder die natürlichen Abläufe der Muskelfunktionen. Im gesunden Zustand zeigen sich Faszien meist als Gitter mit wellenförmiger Anordnung, wodurch die Beweglichkeit, Dehnbarkeit und Widerstandskraft gewährleistet werden.

Doch, wenn über einen längeren Zeitraum verschiedene negative Einflüsse auf sie einwirken, entstehen Verklebungen, die optisch an ein Knäul verfilzter Wolle erinnern. Das Fasziengewebe verhärtet oder verdreht sich dann, es verliert seine Elastizität und wird zu einem ineinander verflochtenen Gebilde, das negative Symptome hervorrufen kann. Diese Reaktion der Gewebeschicht auf Dysbalancen könnte infolgedessen aus den unterschiedlichsten Gründen auftreten.

Ursachen von verklebten Faszien

Es gibt unzählige Gründe für Verklebungen innerhalb des Fasziengewebes. Oftmals spielen auch mehrere davon zusammen als eine Art Teufelskreis, bei welchem sich durch ein Problem ein weiteres bildet.

Der größte natürliche Feind von gesundem Fasziengewebe ist der Mangel an Bewegung. Ohne ausreichende Aktivität leiden die Faszien und verlieren sowohl ihre Stabilität als auch die Geschmeidigkeit. Infolgedessen verhärten und verkleben sie. Dies führt zu Schmerzen, die Betroffenen gehen automatisch in eine Schonhaltung und fördern damit eine Verschlimmerung der Problematik. Immerhin wird so noch anderen Körperregionen die wichtige Bewegung im Alltag entzogen und es entstehen weitere Faszienverfilzungen in jenen Bereichen.

Eine andere Ursache ist Stress. Insofern eine Person dauerhaft unter hohem Druck und Überbelastung leidet, werden Stresshormone freigesetzt und die Faszien sind auf dauerhafter Spannung. Dies wird chronisch, woraufhin Verklebungen entstehen.

Ein weniger bekannter, aber häufiger Auslöser ist auch eine falsche Funktion des Fibrins im Körper. So besitzt der Organismus innerhalb der Lymphgefäße die Aufgabe, die Zellen mit den wichtigsten Nährstoffen zu versorgen und zugleich den Abtransport schädlicher Stoffe zu begleiten. Damit das reibungslos gelingt, müssen die menschlichen Lymphgefäße eine ausreichende Muskelaktivität besitzen. Wenn aber unsere Muskulatur dauerhaft verkrampft ist, wird die Nährstoffversorgung beeinträchtigt und das Ableiten von schädlichen Stoffen erfolgt nicht mehr reibungslos. Die Lymphe sind dadurch nicht mehr fähig, die betreffenden Körperregionen unmittelbar anzusteuern und der Fibrinogen-Transport leidet. Es erfolgt eine Umwandlung in Fibrin, welches wie ein Klebstoff die Wundverschließung begleitet. Ohne Wunde sucht es sich eine andere Möglichkeit, seiner Aufgabe gerecht zu werden und verklebt die Faszien.

Obendrein trägt eine Übersäuerung im Körper durch eine ungesunde Ernährung dazu bei, die Elastizität und Beweglichkeit der Faszien aufzuheben.

Nicht zuletzt hat das Alter einen erheblichen Einfluss auf die Verklebung der Faszien. Mit zunehmender Alterung sinkt der Flüssigkeitsanteil im Organismus, was den faserigen Bestandteil des Fasziengewebes deutlich größer macht, wohingegen der wässrige Anteil sinkt. Die Faszien werden dann plötzlich aus unbeweglichen, starren Kollagenfasern gebildet und es entstehen Verklebungen.

Sobald die Faszien verfilzt sind, bringt dies eine Vielzahl an Problemen mit sich durch verschiedene Symptome zeigen.

Symptome bei verklebten Faszien

Wenn Verklebungen innerhalb der Faszien vorliegen, wird der Betroffene in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Dies kann je nach Schwere der Verfilzungen ein starkes Ausmaß annehmen. Hinzu kommen starke Schmerzen, welche von den verklebten Faszien ausgehen. Manche Personen nehmen diesen Schmerz zunächst gar nicht wahr, vor allem, wenn sie ohnehin unter chronischen Schmerzen oder Grunderkrankungen leiden, welche einen direkten Rückschluss auf Verfilzungen im Bindegewebe nicht zulassen. Die Schmerzart wird häufig als Spannungsschmerz beschrieben.

Faszien zeigen die Verfilzungen ebenfalls durch reflektorische Probleme. Dabei tritt der Schmerz oder die Bewegungseinschränkung nicht zwingend am Ursprungsort auf, sodass beispielsweise Verklebungen in den Oberschenkelfaszien erst durch Fußschmerzen deutlich werden, während eine Verfilzung der Rückenfaszien manchmal Schulter- und Nackenprobleme hervorruft.

Meist lassen sich sechs Symptome klar den Verklebungen von Faszien zuordnen. Dazu zählen unter anderem:

1. Einseitige Probleme

Die Faszien verlaufen vertikal von Fuß bis Kopf durch den gesamten Körper, wobei sich der Schmerzreiz meist entlang der Bahnen zeigt. Plötzliche einseitige Symptome sind darum meist ein Zeichen für Faszienverfilzungen. Nur selten treten jene über Kreuz auf, zum Beispiel bei Fehlhaltungen.

2. Probleme beim Strecken und der Mobilität

Wenn die verklebten Faszien der Grund für eine Dysbalance im Körper sind, kommt häufig eine Versteifung hinzu. Das heißt, der Betroffene fühlt sich während seiner Bewegungen schwerfällig und hat Schwierigkeiten, schnell sowie geschmeidig zu reagieren. Auch die mangelnde Kraft, manche Bewegungen auszuführen oder sich gar zu strecken, sind Warnsignale von verfilzten Faszien.

3. Großflächiger Schmerzreiz

Viele Erkrankungen lösen nur einen punktuellen Schmerzreiz aus, darunter Gelenksverletzungen. Faszienschmerzen aber reagieren anders und zeigen sich als äußerst großflächig. So könnte es sein, dass sich Verfilzungen der Faszien am Oberschenkel nicht nur durch einen Druckschmerz bei Berührung der verklebten Faszie zeigen, stattdessen aber als intensiver Schmerz über den ganzen Oberschenkel verteilt. Meist wird die Schmerzstärke lediglich schlimmer, wenn der Ursprungsort der Verklebungen gefunden wurde.

4. Unklare Schmerzsymptome

Ändert sich die Schmerzart und kann von einem starken Brennen über einen Druckschmerz zu einem Stechen wechseln, ist dieses unklare Schmerzbild ein Zeichen für Verklebungen des Fasziengewebes. Auch ein unterschwelliges Pochen oder Muskelkitzeln wäre denkbar.

5. Symptome treten zeitversetzt auf

Verfilzte Faszien sind nicht sofort schmerzhaft wie bei anderen Verletzungen. Im Gegenteil, meist werden die Beschwerden erst einige Monate nach der eigentlichen Erkrankung deutlich. Grund dafür ist die permanente Überbelastung in dem Bereich, wo die Verletzung aufgetreten ist und durch die eine Verklebung des Fasziengewebes entstand.

6. Bewegung lindert den Schmerz

Bewegungsmangel löst Verklebungen in den Faszien aus, so viel steht fest. Genauso kann regelmäßige Bewegung dazu beitragen, dass die Verfilzungen wieder gelockert werden. Daher wäre ein Indiz für ein verklebtes Fasziengewebe eine Besserung der Schmerzstärke, sobald der Betroffene sich aktiv betätigt. Dies ist aber nur eine kurzzeitige Besserung der Problematik, denn meist kehren die Schmerzen umso stärker zurück, wenn die Person wieder in den Ruhezustand einkehrt.

Verklebungen in den Faszien lassen sich nicht sichtbar deuten, zumindest nicht auf Röntgenbildern. Per Ultraschall wäre es denkbar, die Verfilzungen zu lokalisieren, wobei auch eine leichte Verhärtung unter der Haut spürbar ist. Besonders häufig entsteht die Problematik im Rücken-, Schulter- und Nackenbereich, den Körperpartien, die oft durch langes Sitzen oder eine starre Haltung in ihrer Bewegung vernachlässigt werden.

Kann jeder unter verklebten Faszien leiden?

Verklebungen in Faszien können grundsätzlich jeden treffen. Leistungssportler, die aus Gesundheitsgründen lange pausieren mussten, sind ebenso eine Zielgruppe wie Menschen, die generell wenig Fitness ausüben.

Jedoch steigt das Risiko für Verklebungen im Fasziengewebe durch starkes Übergewicht, ungesunde Ernährung und das fortschreitende Alter erheblich an. Daher sind Menschen mit sitzender Tätigkeit, die kaum oder nur wenig Sport betreiben, übergewichtige Personen, Senioren oder diejenigen, welche durch Operationen sowie Verletzungen strikte Bettruhe halten müssen, eher anfällig für die Beschwerden innerhalb der Faszien.

Auch Menschen mit Vorerkrankungen des Bewegungsapparats wie Muskel- oder Gelenksbeschwerden leiden öfters an verfilzten Faszien als ein gesunder, sportlich-aktiver Mensch. Es wäre aber ratsam, ein passendes Faszientraining immer in den täglichen Fitnessplan einzubauen, um schon vorbeugend dazu beizutragen, dass das Stützgewebe des Körpers stabil bleibt und seine Elastizität behält.

Verklebte Faszien sind im Zuge dessen keine unheilbare Diagnose. Im Gegenteil, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Verfilzungen wieder aufzuheben und die Gesundheit des Stützgewebes zurück zu erlangen.

Ulrich Pötter

Mein Expertenrat aus 20+ Jahren Praxis als staatlich anerkannter Therapeut: Verklebte Faszien lösen sich nicht mit Gewalt. Wer mit voller Kraft auf der Rolle „durchdrückt", reizt das Gewebe nur. Besser: warm machen, ausreichend trinken und dann langsam, atmend und regelmäßig arbeiten – Faszien reagieren träge, aber zuverlässig auf Geduld.

Was tun bei verklebten Faszien?

Verklebte Faszien lassen sich auf unterschiedlichen Wegen bekämpfen. Nachfolgend haben wir dafür einige der nützlichsten Tipps zusammengestellt, die ein gesundes Fasziengewebe begleiten können.

Massagen

Bei verklebten Faszien eignen sich sanfte Massagen hervorragend, um für neue Stabilität und Elastizität des Gewebes zu sorgen. Bei regelmäßiger Anwendung gelingt es, die Schmerzen zu lindern, Verspannungen aufzuheben und das Fasziengewebe von seinen Verklebungen zu befreien. Hierfür nutzt der Anwender meist die Fingerkuppen, Finger und Handballen, mit denen er sanften Druck auf die Sehnen sowie Muskeln ausübt, welche von dem Schmerzreiz und den Verhärtungen betroffen sind. Auf diese Weise kann das Fasziengewebe automatisch aktiviert werden. Faszienmassagen gibt es als Selbstanwendung oder als Wellnesstechnik, die dann von einem erfahrenen Experten ausgeführt wird. Weiterhin lässt sie sich mit und ohne Equipment absolvieren. Es gäbe beispielsweise den Faszienball, oder einen Guasha-Schaber, mit denen behutsam über die verkrampften Triggerpunkte gefahren wird, um jene zu stimulieren und dadurch auch die Faszien zu lockern. Faszienmassagen setzen Streichungen und Kreisungen entlang der Sehnen- und Muskelstränge voraus, die gerne mehrere Male wiederholt werden dürfen. Wichtig wäre hier auf beiden Körperhälften zu massieren und die besonders schmerzhaften Bereiche mit Druckpunktstimulationen zu verwöhnen. Faszienmassagen dürfen trotz geringerem Risiko nicht bei einem zu verklebten Gewebe angewandt werden, um keine Verschlimmerungen zu riskieren.

Frau erhält Faszien-Massage im Gesicht
© alipko - stock.adobe.com

Rolfing

Rolfing ist ebenfalls eine sehr beliebte Methode, um verklebte Faszien aufzuheben. Die Nutzung einer Faszienrolle und das gezielte Ausrollen der verfilzten Faszien gehört zu den gängigsten Therapieansätzen bei Verklebungen im Fasziengewebe.

Regelmäßige Bewegung

Regelmäßige Bewegung ist äußerst wichtig, um das betroffene Gewebe wieder zu entlasten. Ausgedehnte Spaziergänge, die Entscheidung für die Treppe, statt den Aufzug oder andere Bewegungen, die sich mühelos in den Alltag einbinden lassen, sind sehr hilfreich für ein gesundes Fasziengewebe.

Ausgewogene Ernährung

Faszien brauchen eine gesunde Ernährung, um stabil zu bleiben und Verklebungen entgegenzuwirken. Hilfreich wäre daher, ausreichend Vitamine und Eiweiß zu sich zu nehmen, zum Beispiel durch Huhn, Rind, Fisch sowie Quark oder Käse. Auch frisches Gemüse wie Spinat, Champignons, Brokkoli oder Fenchel ist wichtig bei einem gesunden Speiseplan für die Faszien, ebenso wie Birnen, Hirse, Trauben oder Paprika. Weiterhin bieten sich Knoblauch, Zwiebeln oder Kurkuma an, um den Faszien genügend Curcumin zu liefern, das Entzündungen hemmt. In Ergänzung dazu bietet es sich an, Nudeln, Reis oder Vollkornbrot zu konsumieren, um dem Körper einen optimalen Kohlenhydrat-Haushalt zu liefern, bei dem der Blutdruck konstant bleibt.

Yoga

Das Faszienyoga ist ebenfalls eine beliebte Möglichkeit verklebte Faszien zu lindern oder ihnen vorzubeugen. Es vereint klassisches Yoga mit einem sanften Faszientraining. Dabei werden die gängigen Positionen eingesetzt, allerdings nicht wie gewohnt um sie lange zu halten, sondern mit vielen Bewegungen wie Schwingungen oder Dehnungen kombiniert, damit die Faszienbahnen wieder geschmeidig werden. Es handelt sich hierbei um ein Ganzkörpertraining, das dem Körper mehr Kraft und Flexibilität schenken soll, während die Durchblutung gefördert, Stoffwechselendprodukte abtransportiert und die Nährstoffversorgung unterstützt werden. Dies hat langfristig auch eine positive Auswirkung auf Verfilzungen in den Faszien. Als Alternative gäbe es noch Faszienpilates, bei welchem ein ähnliches Konzept herrscht und die traditionellen Pilatesübungen mit einem sanften Faszientraining verbunden werden.

Optimale Nährstoffzufuhr

Faszien brauchen wichtige Nährstoffe, um gesund zu bleiben und keine Verklebungen zu bekommen. So ist das Fasziengewebe auf vier wichtige Aminosäuren angewiesen (Glutamin, Prolin, Arginin und Lysin), die dem Gewebe Elastizität verleihen, die Reaktionsfähigkeit stärken und die Zellerneuerung unterstützen. Auch Spurenelemente und Mineralstoffe sind wichtig, damit die Gewebezellen regeneriert werden und die Vernetzung zwischen Elastin und Kollagen gelingt. Außerdem fördern Mineralstoffe den Zellstoffwechsel, das Zellwachstum und den Ausgleich zwischen Wasser sowie Elektrolyten im Organismus. Silizium hilft hierbei den Faszien mehr Festigkeit zu schenken, während Magnesium, Natrium oder Kalium, Kupfer und Zink ebenfalls zu den unverzichtbaren Spurenelementen/Mineralstoffen zählen. Des Weiteren sollten sekundäre Pflanzenstoffe vorhanden sein, die durch ihre Inhalte für ein gesundes Fasziengewebe verantwortlich sind. Genauso wichtig innerhalb der Nährstoffzufuhr ist Wasser. Denn das Fasziengewebe besteht zu mindestens 70 % daraus. Insofern Betroffene also regelmäßig mindestens 2,5 Liter am Tag trinken, besonders nach der Faszienmassage oder dem Faszientraining, können schädigende Stoffwechselprodukte leichter abtransportiert werden. Außerdem hilft die ausreichende Flüssigkeitszufuhr, die Faszien wieder aufzufüllen und zu versorgen. Wer kein Wasser mag, darf auch ungesüßte Kräutertees oder grünen Tee zu sich nehmen.

Faszientraining

Eine sehr beliebte Möglichkeit, verklebte Faszien zu lösen, ist auch das Faszientraining. Es hat die Aufgabe, Schmerzen zu lindern und die Funktionsfähigkeit der Muskeln wiederherzustellen. Ein gleichnamiges Training lässt sich mit dem klassischen Muskelworkout gleichsetzen, bei welchem die Mobilität und Stabilität im Vordergrund stehen, nicht der Kraftaufbau. Das Training soll die Beweglichkeit der Faszien bessern, Verklebungen lockern und als Prävention neuen Verfilzungen entgegenwirken. Das Faszientraining ist äußerst vielseitig, weshalb wir jenes auch in einem gesonderten Beitrag erläutern und nützliche Übungen zum Nachahmen vorstellen werden.

Mentaltraining zum Stressabbau, Thermotherapien, um verklebte Faszien mit Wärme zu lösen und Meditation sind ebenfalls hilfreich, um die Verfilzungen aufzuheben.

Unabhängig von den Maßnahmen sollte jeder Einzelne allerdings schon präventiv darauf achten, dass das Fasziengewebe elastisch und widerstandsfähig bleiben. Dies erspart ihm nicht nur Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Es fördert auch einen gesunden, mobilen Körper und dadurch mehr Flexibilität im Alltag. Dadurch gelingt es dann hoffentlich ein vitales Stützgewebe ohne Verfilzungen der Faszien zu gewährleisten.

Frau rollt Rücken über Faszienrolle im Liegen
© Microgen - stock.adobe.com

Fazit

Verklebte Faszien sind weit verbreitet, aber gut behandelbar. Sie entstehen vor allem durch Bewegungsmangel, Stress, Übersäuerung und Alter und äußern sich in diffusen, oft zeitversetzten Spannungsschmerzen. Mit der Kombination aus regelmäßiger Bewegung, Faszien-Massage, gezieltem Training, ausgewogener Ernährung und viel Flüssigkeit lassen sich Verklebungen lösen – und mit etwas Konsequenz dauerhaft vermeiden.

Häufige Fragen zu verklebten Faszien

Was sind verklebte Faszien?

Verfilztes, verhärtetes Fasziengewebe, das seine Elastizität verloren hat. Statt eines geschmeidigen, wellenförmigen Gitters bildet sich ein ineinander verflochtenes Gebilde, das Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auslösen kann.

Wie entstehen verklebte Faszien?

Vor allem durch Bewegungsmangel, chronischen Stress, Übersäuerung durch ungesunde Ernährung, eine gestörte Fibrin-Funktion und das zunehmende Alter (sinkender Flüssigkeitsanteil im Gewebe).

Welche Symptome deuten auf verklebte Faszien hin?

Großflächige, oft einseitige Spannungsschmerzen, Steifigkeit, unklare wechselnde Schmerzbilder, zeitversetztes Auftreten und eine kurzzeitige Besserung durch Bewegung. Häufig betroffen sind Rücken, Schultern und Nacken.

Was hilft gegen verklebte Faszien?

Regelmäßige Bewegung, Faszien-Massage, Ausrollen mit der Faszienrolle, Faszientraining, Yoga, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit (mind. 2,5 l täglich).

Wie erkennt man verklebte Faszien?

Auf Röntgenbildern sind sie nicht sichtbar; per Ultraschall lassen sie sich lokalisieren, und oft ist eine leichte Verhärtung unter der Haut tastbar.

Wie lange dauert es, Faszien zu lösen?

Faszien reagieren träge – Veränderungen brauchen Wochen regelmäßiger Anwendung. Dafür ist der Effekt mit Geduld nachhaltig.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. NetDoktor: Faszien – Anatomie und Funktion
  2. Fascia Research Society
Ulrich Pötter

Ulrich Pötter

Geschäftsführer & Ausbildungsexperte der WellnessInPerfektion WIP GmbH

Ulrich Pötter ist Gründer und Geschäftsführer der WellnessInPerfektion WIP GmbH und seit über 25 Jahren als staatlich anerkannter Therapeut tätig. Er ist Autor mehrerer staatlich zugelassener Fernlehrgänge (Klett-Verlag) und verantwortet die fachliche Qualität aller Lehrgänge.

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Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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Stella Stahlhofen
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