14. August 2026
Lesezeit ca. 16 Min.

Gua Sha ist eine Schabetechnik aus der traditionellen chinesischen Medizin, bei der ein abgerundetes Werkzeug mit sanftem Druck über die geölte Haut geführt wird. Dabei entstehen die typischen rötlichen Male, die dem Verfahren seinen Namen geben. In Europa wird Gua Sha heute überwiegend als Wellness- und Entspannungsanwendung angeboten – und häufig mit der Schröpfmassage verwechselt. Dieser Ratgeber ordnet ein, was Gua Sha ist, worin es sich vom Schröpfen unterscheidet, was die roten Male bedeuten und wo die Grenzen liegen.

Key Facts – Gua Sha

  • Herkunft: traditionelle chinesische Medizin, schriftlich seit der Ming-Zeit belegt
  • Wortbedeutung: „gua" = schaben, „sha" = die rötliche Verfärbung, die dabei entsteht
  • Werkzeug: abgerundeter Schaber aus Jade, Rosenquarz, Büffelhorn, Holz oder Edelstahl
  • Ablauf: Haut ölen, dann in Bahnen mit gleichmäßigem Druck schaben – nie über Knochen
  • Dauer: 10 bis 20 Minuten für eine Körperregion, im Gesicht deutlich kürzer
  • Rahmen in Deutschland: Wellness- und Entspannungsanwendung, keine Heilbehandlung
  • Wichtig: die Male halten zwei bis fünf Tage – vor Terminen und Urlaub einplanen

Was Gua Sha ist

Gua Sha gehört zu den ältesten überlieferten Techniken der traditionellen chinesischen Medizin. Der Name beschreibt schlicht, was passiert: gua heißt schaben, sha bezeichnet die rötliche Verfärbung, die auf der Haut zurückbleibt. In der chinesischen Tradition galt diese Verfärbung als sichtbar gewordene Stauung – als etwas, das durch das Schaben an die Oberfläche geholt und damit gelöst wird. Aus heutiger, westlicher Sicht handelt es sich um kleine Einblutungen in die oberste Hautschicht, ausgelöst durch den mechanischen Reiz.

Belegt ist das Verfahren schriftlich seit der Ming-Dynastie, praktiziert wurde es mit hoher Wahrscheinlichkeit schon lange davor. Es war über Jahrhunderte eine Hausmittel-Technik: Man brauchte kein teures Gerät, ein Löffelrand, eine Münze oder ein Stück Horn genügten. Genau diese Niederschwelligkeit erklärt, warum Gua Sha in weiten Teilen Ostasiens bis heute selbstverständlich in Familien weitergegeben wird, während es in Europa erst über die Kosmetikbranche bekannt wurde – und zwar in der stark abgemilderten Gesichtsvariante.

Diese Doppelherkunft führt zu einem Missverständnis, das uns in Ausbildungen ständig begegnet: Wer Gua Sha aus Videos über Gesichtspflege kennt, unterschätzt regelmäßig, wie kräftig die klassische Körperanwendung ist – und wie deutlich sie sichtbare Spuren hinterlässt.

Gearbeitet wird mit einem flachen, abgerundeten Werkzeug. Klassisch ist Büffelhorn, verbreitet sind heute Jade und Rosenquarz, in Praxen auch Edelstahl, weil er sich sauber desinfizieren lässt. Die Form ist wichtiger als das Material: Der Rand muss glatt und abgerundet sein, sonst verletzt er die Haut, statt über sie zu gleiten.

Gua-Sha-Schaber aus Jade, Rosenquarz und dunklem Stein auf einem Handtuch
Schaber aus Jade, Rosenquarz und Horn: Die Form entscheidet, nicht das Material. © WellnessInPerfektion WIP GmbH (KI/künstlich erzeugt)

Vor dem Schaben wird die Haut großzügig geölt. Anschließend führt die anwendende Person das Werkzeug in überlappenden Bahnen über die Region – schräg angesetzt, mit gleichmäßigem Druck, immer in dieselbe Richtung. Über Knochen, Wirbelsäule, Gelenken und empfindlichen Stellen wird nicht gearbeitet. Eine Region ist nach zehn bis zwanzig Minuten fertig; im Gesicht dauert es wenige Minuten und der Druck ist ungleich leichter.

Gua-Sha-Schaber wird in Bahnen über den geölten Rücken geführt
Der Schaber wird schräg angesetzt und in überlappenden Bahnen geführt. © WellnessInPerfektion WIP GmbH (KI/künstlich erzeugt)

Gua Sha oder Schröpfmassage – wo liegt der Unterschied?

Die beiden Verfahren werden ständig verwechselt, und das nicht ohne Grund: Beide stammen aus der ostasiatischen Tradition, beide arbeiten an der Haut, beide hinterlassen Spuren. Der Unterschied liegt in der Physik. Gua Sha arbeitet mit Druck von außen – ein Werkzeug wird über die Haut geschoben. Die Schröpfmassage arbeitet mit Unterdruck – ein Glas saugt die Haut an und wird in diesem Zustand über das geölte Gewebe gezogen.

Das führt zu unterschiedlichen Bildern auf der Haut: Gua Sha erzeugt flächige, streifige Rötungen entlang der Schabebahnen, die Schröpfmassage eher bandartige oder runde Male. Und es führt zu einem anderen Gefühl. Viele Menschen empfinden Gua Sha als schärfer und direkter, die Schröpfmassage als ziehender und dumpfer.

MerkmalGua ShaSchröpfmassage
WirkprinzipDruck von außen, SchabenUnterdruck, Ansaugen
Werkzeugabgerundeter SchaberSchröpfglas oder Silikonglocke
Spuren auf der Hautflächig-streifige Rötungrunde oder bandartige Male
Empfindendirekt, schabendziehend, dumpf
Typische RegionenRücken, Nacken, Schultern, GesichtRücken, Gesäß, Oberschenkel

In der Praxis werden beide Verfahren oft kombiniert, weil sie sich gut ergänzen: erst großflächig mit dem Schröpfglas arbeiten, dann gezielt mit dem Schaber. Wer eines von beiden gelernt hat, tut sich mit dem anderen leicht – die Regeln für Druckdosierung, Bahnen und Tabuzonen sind praktisch dieselben. Mehr zum zweiten Verfahren finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zum Schröpfen.

Was beim Schaben tatsächlich passiert

Der mechanische Reiz weitet die kleinen Gefäße direkt unter der Haut. Die Region wird wärmer und stärker durchblutet, und genau das spüren die meisten Menschen unmittelbar: ein Wärmegefühl, das noch eine Weile anhält. Dass sich das Gewebe danach weicher anfühlt, berichten viele Anwenderinnen und Anwender – belastbare Studien dazu sind allerdings dünn gesät.

Hier lohnt sich Ehrlichkeit, denn der Markt ist voll von großen Versprechen. Für Gua Sha gibt es einzelne kleine Untersuchungen, überwiegend aus dem asiatischen Raum, meist mit wenigen Teilnehmenden und ohne überzeugende Kontrollgruppe. Daraus lässt sich ableiten, dass die Anwendung von vielen als angenehm und entspannend erlebt wird. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass Gua Sha Krankheiten behandelt, Organe entgiftet oder das Immunsystem stärkt. Wer Ihnen das verspricht, überschreitet die Grenze des Wellness-Bereichs – und in Deutschland auch die Grenze dessen, was ohne Heilerlaubnis gesagt werden darf.

Für die traditionelle Deutung – gestaute Energie wird an die Oberfläche geholt – gilt dasselbe wie für die Reflexzonenlehre oder die Meridianlehre: Sie ist ein über Jahrhunderte gewachsenes Erklärungsmodell, das der Anwendung ihre Ordnung gibt. Als Modell ist sie nützlich. Als Wirknachweis taugt sie nicht.

Die roten Male: normal oder Warnsignal?

Die Verfärbung ist keine Nebenwirkung im eigentlichen Sinne, sondern das erklärte Ziel des Verfahrens – sie heißt sha und gibt der Technik ihren Namen. Trotzdem erschrickt fast jeder beim ersten Mal, und das ist verständlich: Ein frisch geschabter Rücken sieht dramatisch aus.

Normal ist eine gleichmäßige, rötliche bis rotviolette Färbung entlang der Bahnen, die sich warm anfühlt und nicht schmerzt. Sie verblasst über zwei bis fünf Tage, bei manchen Menschen dauert es eine gute Woche. Wie stark sie ausfällt, hängt weniger vom Druck ab als von der Person: Wer dünne Haut hat, älter ist oder blutverdünnende Medikamente nimmt, färbt deutlich stärker.

Ein zweiter Punkt, der oft untergeht: Die Färbung sagt nichts über den Erfolg der Anwendung aus. Zwei Menschen mit identischer Behandlung können völlig unterschiedlich reagieren – der eine ist nach zehn Minuten deutlich gezeichnet, die andere kaum sichtbar. Das liegt an Hautdicke, Gefäßverhältnissen, Alter und Medikamenten, nicht an der Sorgfalt der anwendenden Person. Wer die Intensität steigert, „bis endlich etwas kommt", arbeitet an der falschen Größe.

Nicht normal sind Blasen, offene Stellen, tiefe blauschwarze Blutergüsse oder Schmerzen, die über den Tag hinaus anhalten. Das ist kein „besonders gründliches" Arbeiten, sondern schlicht zu viel Druck. Ebenso wenig gehört Schwindel dazu; wer sich nach der Anwendung flau fühlt, sollte liegen bleiben, etwas trinken und die nächste Sitzung deutlich sanfter angehen.

Zwei praktische Hinweise, die in der Beratung regelmäßig untergehen: Planen Sie die Male ein, wenn kurz darauf ein Fototermin, eine Hochzeit oder Strandurlaub ansteht. Und rechnen Sie damit, im Schwimmbad oder in der Sauna darauf angesprochen zu werden – in Europa kennen die wenigsten das Bild.

Ulrich Pötter

Mein Expertenrat aus über 20 Jahren Praxis als staatlich anerkannter Therapeut: Fangen Sie mit deutlich weniger Druck an, als Sie für nötig halten. Die Färbung kommt ohnehin – sie ist ein Zeichen der Hautbeschaffenheit, nicht ein Zeichen guter Arbeit. Ich habe in Ausbildungen schon oft erlebt, dass Anfänger die Intensität steigern, weil „noch nichts zu sehen ist", und dann nach zwei Minuten ein Ergebnis produzieren, das die Person eine Woche lang mit sich herumträgt. Bei dünner Haut und bei älteren Menschen gilt: halber Druck, doppelte Aufmerksamkeit.

Gua Sha im Gesicht

Die Gesichtsanwendung ist der Grund, warum Gua Sha in den letzten Jahren aus der Nische geholt wurde. Sie hat mit der klassischen Körperanwendung allerdings wenig gemein: Es wird nicht geschabt, sondern mit sehr leichtem Druck ausgestrichen, meist von der Mitte nach außen und in Richtung Ohr. Rötliche Male sollen im Gesicht ausdrücklich nicht entstehen – wenn sie es tun, war der Druck zu hoch.

Typisch sind ein herzförmiger Jade- oder Rosenquarzstein und ein gutes Gesichtsöl. Die Anwendung dauert fünf bis zehn Minuten und wird von vielen als angenehmes Abendritual erlebt. Ein kühl gelagerter Stein fühlt sich morgens angenehm an, wenn das Gesicht verquollen wirkt. Was Sie dabei sehen, ist eine kurzfristige Veränderung durch Wärme, Berührung und Flüssigkeitsverschiebung – kein Ersatz für Hautpflege und schon gar keine Behandlung.

Vorsicht ist geboten bei entzündeter Haut, aktiver Akne, Rosacea, frischen Unterspritzungen und nach kosmetischen Eingriffen. Im Zweifel gilt hier dasselbe wie am Körper: lieber nicht.

Woran Sie eine gute Anwendung erkennen

Weil es für Gua Sha keine Prüfungsordnung gibt, ist die Qualität in der Praxis sehr unterschiedlich. Diese Merkmale sprechen für sorgfältiges Arbeiten – und ihr Fehlen ist ein brauchbares Warnsignal.

  • Es gibt ein kurzes Vorgespräch: Medikamente, Vorerkrankungen, Hautzustand, frühere Erfahrungen mit dem Verfahren.
  • Sie werden vorab auf die Male hingewiesen – und zwar, bevor der Schaber angesetzt wird, nicht danach.
  • Der Druck wird während der Anwendung mindestens einmal abgefragt und angepasst.
  • Wirbelsäule, Knochenkanten, Krampfadern und Muttermale werden erkennbar ausgespart.
  • Das Werkzeug wird sichtbar gereinigt oder es wird ein frisches genommen.
  • Es werden keine Heilungsversprechen gemacht. Wer Ihnen zusagt, Erkrankungen zu behandeln oder den Körper zu „entgiften", verlässt den Wellness-Rahmen.

Wann Gua Sha nicht infrage kommt

Diese Liste ist kurz, aber sie ist der wichtigste Teil dieses Ratgebers. Sie gilt für die Körperanwendung ebenso wie fürs Gesicht.

  • Bei Fieber, akuten Infekten, Entzündungen oder Schwellungen.
  • Über offenen oder entzündeten Hautstellen, Wunden, Ekzemen, Sonnenbrand und frischen Narben.
  • Bei Blutgerinnungsstörungen, Thromboseneigung oder blutverdünnenden Medikamenten – hier nur nach ärztlicher Rücksprache.
  • Über Krampfadern, Muttermalen und tastbaren Knoten wird grundsätzlich nicht gearbeitet.
  • In der Schwangerschaft nur nach Rücksprache und nie im Bauch- und Lendenbereich.
  • Bei unklaren, neuen oder anhaltenden Beschwerden: erst ärztlich abklären lassen, dann entspannen.

Und die einfachste Regel, die für alle manuellen Verfahren gilt: Was sich unangenehm oder falsch anfühlt, wird sofort beendet. Weniger ist hier fast immer mehr.

Gua Sha lernen – welche Wege es gibt

Für Gua Sha gibt es in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung und keine staatlich geregelte Ausbildung. Wer die Technik anbietet, tut das im Wellness- und Präventionsbereich. Das klingt zunächst bequem, verlangt aber genau deshalb Sorgfalt: Es gibt keine Prüfungsordnung, die Sie davor bewahrt, zu fest zu arbeiten oder eine Gegenanzeige zu übersehen.

In der Praxis führen drei Wege zum Ziel, und sie schließen einander nicht aus.

1. Video-Lehrgang für den Einstieg

Der schnellste Zugang ist ein gutes Lehrvideo. Sie sehen die Handhaltung, den Anstellwinkel des Schabers und die Bahnenführung – drei Dinge, die sich in Textform kaum vermitteln lassen. Für Gua Sha haben wir einen eigenen Video-Lehrgang produziert; einen Ausschnitt daraus sehen Sie weiter oben auf dieser Seite.

2. Über ein verwandtes Verfahren einsteigen

Wer ohnehin in Richtung Massage geht, lernt Gua Sha am solidesten als Ergänzung. Die Schröpfmassage ist die nächste Verwandte, die klassische Ganzkörpermassage liefert die Grundlagen in Druckdosierung, Lagerung und Gesprächsführung, auf denen jede Schabetechnik aufsetzt.

3. Ausstattung und Hygiene klären

Der unspektakulärste Teil, an dem sich Laien und Profis am deutlichsten unterscheiden. Für die berufliche Anwendung brauchen Sie Werkzeuge, die sich vollständig desinfizieren lassen – Edelstahl oder Kunststein mit versiegelter Oberfläche. Naturmaterialien wie Büffelhorn und unbehandeltes Holz sind schön, aber porös und damit für den Einsatz an wechselnden Personen ungeeignet. Rechnen Sie mit mehreren Werkzeugen im Wechsel, damit zwischen zwei Terminen genug Zeit zum Aufbereiten bleibt.

Beim Öl gilt: ein neutrales, gut gleitendes Pflanzenöl ohne intensive Duftstoffe. Zu wenig Öl ist der häufigste Grund für Hautreizungen, weil der Schaber dann zieht statt zu gleiten. Und dokumentieren Sie, was Sie getan haben – Datum, Region, Druckstärke, Rückmeldung. Das ist kein Bürokratieselbstzweck, sondern Ihre Absicherung, wenn jemand drei Tage später wegen der Male nachfragt.

4. Anatomie und Gegenanzeigen ernst nehmen

Der Teil, den Onlinevideos regelmäßig auslassen: Wo verlaufen Gefäße dicht unter der Haut, welche Hautbilder sind ein Ausschlussgrund, was gehört ins Vorgespräch. Genau das ist der Unterschied zwischen jemandem, der ein Werkzeug bedienen kann, und jemandem, der eine Anwendung verantwortet. In unseren Online-Ausbildungen und den Präsenzseminaren in Berlin nimmt dieser Teil bewusst breiten Raum ein.

Wenn Sie Gua Sha später beruflich anbieten möchten, denken Sie den rechtlichen Rahmen von Anfang an mit: Als Wellness-Dienstleistung ist die Anwendung unproblematisch, sobald Sie jedoch Beschwerden behandeln oder Wirkung auf Erkrankungen versprechen, sind Sie im Bereich der Heilkunde. Wie sich das sauber trennen lässt, beschreibt unser Ratgeber Schröpfmassagen als Dienstleistung anbieten – die Überlegungen gelten für Gua Sha eins zu eins.

Ausschnitt aus unserem Lehrvideo zur Gua-Sha-Massage. Quelle: WIP-Akademie auf YouTube.
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Sieben Anwendungen von Lomi Lomi bis Schröpfen im Vergleich — Ablauf, Dauer und für wen sie sich eignen. 10 Seiten als PDF.

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Fazit

Gua Sha ist eine einfache, sehr alte Technik mit einem auffälligen Nebeneffekt: den roten Malen. Wer weiß, dass diese Färbung von der Hautbeschaffenheit abhängt und nicht von der Gründlichkeit der Arbeit, wendet das Verfahren automatisch behutsamer an. Als Wellness- und Entspannungsanwendung hat Gua Sha seinen Platz – bei den Wirkversprechen lohnt sich Zurückhaltung, weil die Studienlage sie nicht trägt.

Wer es lernen möchte, sollte nicht beim Werkzeug anfangen, sondern bei den Grenzen: Gegenanzeigen erkennen, Druck dosieren, Tabuzonen kennen. Alles Weitere ist danach eine Frage der Übung.

Häufige Fragen zu Gua Sha

Tut Gua Sha weh?

Richtig ausgeführt nicht. Der Druck soll deutlich spürbar, aber angenehm sein. Ein scharfer oder brennender Schmerz ist ein Stoppsignal, kein Zeichen von Wirksamkeit.

Wie lange bleiben die roten Male?

Meist zwei bis fünf Tage, bei dünner Haut oder blutverdünnenden Medikamenten auch eine Woche. Planen Sie das ein, wenn kurz darauf ein besonderer Anlass ansteht.

Was ist der Unterschied zwischen Gua Sha und Schröpfen?

Gua Sha arbeitet mit Druck von außen und einem Schaber, das Schröpfen mit Unterdruck und einem Glas. Die Spuren auf der Haut sehen entsprechend unterschiedlich aus, die Sicherheitsregeln sind nahezu identisch.

Darf ich Gua Sha selbst zu Hause anwenden?

Am eigenen Gesicht mit sehr leichtem Druck und am eigenen Nacken ist das üblich. Für den Rücken brauchen Sie eine zweite Person – und in jedem Fall Kenntnis der Gegenanzeigen weiter oben.

Welches Werkzeug ist das beste?

Die Form entscheidet, nicht das Material. Der Rand muss glatt und abgerundet sein. Edelstahl lässt sich am gründlichsten desinfizieren, was bei beruflicher Anwendung den Ausschlag gibt.

Braucht man für Gua Sha eine Ausbildung?

Gesetzlich vorgeschrieben ist keine. Wer es beruflich anbietet, sollte Anatomie, Druckdosierung und Gegenanzeigen sicher beherrschen – und sich klar im Wellness-Rahmen bewegen, ohne Heilversprechen.

Hilft Gua Sha gegen Verspannungen?

Viele Menschen empfinden die Region danach als wärmer und weicher. Belastbare Studien, die darüber hinausgehende Aussagen stützen würden, gibt es nicht. Bei anhaltenden Beschwerden gehört die Abklärung zur Ärztin oder zum Arzt.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. Nielsen A. et al.: The effect of Gua Sha treatment on the microcirculation of surface tissue, Explore 2007 – PubMed
  2. Chan S. et al.: Gua Sha: a scoping review, Journal of Traditional and Complementary Medicine – PubMed
  3. Bundesministerium für Gesundheit: Heilpraktikerrecht und Abgrenzung zur Heilkundebundesgesundheitsministerium.de

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Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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