Kettlebell-Training: Vorteile, Übungen & Wirkung der Kugelhantel
Kettlebell-Training ist eines der effektivsten funktionellen Krafttrainings: Mit nur einer Kugelhantel trainieren Sie Kraft, Stabilität, Rumpf und Kraftausdauer im ganzen Körper – platzsparend und alltagsnah. Welche Grundübungen wie Swing, Goblet Squat, Clean und Press wichtig sind, wie Sie eine saubere Technik aufbauen, welches Gewicht zu Ihnen passt und welche Fehler Sie vermeiden sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
Key Facts – Kettlebell-Training
- Was es ist: funktionelles Krafttraining mit einer gusseisernen Kugelhantel (Kettlebell), das mehrere Muskelgruppen gleichzeitig fordert.
- Wirkung: kann Kraft, Rumpfstabilität, Beweglichkeit und Kraftausdauer fördern und so das Herz-Kreislauf-System unterstützen.
- Grundübungen: Kettlebell Swing, Goblet Squat, Clean und (Military) Press bilden das Fundament für Einsteiger.
- Vorteil: ein einziges Gerät ersetzt ein komplettes Ganzkörper-Workout – ideal für Studio und Zuhause.
- Gewichtswahl: Einsteigerinnen häufig 8–12 kg, Einsteiger 12–16 kg – entscheidend ist die saubere Technik, nicht das Gewicht.
- Vorsicht bei: akuten Rücken-, Schulter- oder Gelenkbeschwerden, Bandscheibenproblemen, Bluthochdruck oder in der Schwangerschaft – vorab ärztlich abklären lassen.
- Erlernbar: als fundierte Fitnesstrainer-Ausbildung der WIP-Akademie – online, in Präsenz oder als staatlich zugelassener Lehrgang mit Zertifikat.
Was ist eine Kettlebell?
Eine Kettlebell – auf Deutsch Kugelhantel oder Rundgewicht – ist ein kompaktes Trainingsgerät aus Gusseisen, das aus einem kugelförmigen Gewichtskörper und einem darüber liegenden Bügelgriff besteht. Genau diese Form macht den Unterschied zur klassischen Kurzhantel: Der Schwerpunkt der Kettlebell liegt nicht im Griff, sondern unterhalb der Hand. Dadurch lässt sich das Gewicht schwingen, kippen und dynamisch bewegen, was ein völlig anderes Trainingsgefühl erzeugt als das statische Heben einer Hantel.
Die Geschichte der Kugelhantel reicht weit zurück. Überlieferungen deuten an, dass genormte Gewichte schon vor Jahrtausenden zum Kräftemessen genutzt wurden – ob in ihrer heutigen Form, ist allerdings zu bezweifeln. Sicher ist, dass auf Märkten mit den genormten Verkaufsgewichten Wettkämpfe ausgetragen wurden und findige Kraftsportler später ihre Kunststücke gegen Bezahlung vorführten. Die moderne Kettlebell ist eng mit dem militärischen Training verbunden, vor allem in Russland, wo die runden Gewichte seit mindestens 200 Jahren zur Ausbildung der Truppen eingesetzt werden.
In Deutschland hat die Kugelhantel dagegen eine rein sportliche Tradition: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen die „Rundgewichte" in Turn- und Sportvereinen zum Einsatz, wo vor allem akrobatische Übungen auf dem Programm standen. Heute erlebt die Kettlebell eine Renaissance und gehört in nahezu jedem modernen Fitnessstudio sowie in vielen Kursprogrammen rund um funktionelle Fitness zum festen Inventar.

Moderne Kettlebells gibt es in zwei gängigen Bauarten, die sich im Gebrauch leicht unterscheiden. Bevor Sie sich für ein Modell entscheiden, lohnt ein Blick auf die wichtigsten Varianten:
- Gusseisen-Kettlebells: klassische Bauform, bei der die Größe mit dem Gewicht zunimmt – robust und preiswert.
- Competition-Kettlebells (Stahl): bei allen Gewichten gleich groß, mit genormtem Griffdurchmesser – ideal für sauberes, konstantes Techniktraining.
- Verstellbare Kettlebells: ein Gerät mit mehreren einstellbaren Gewichtsstufen – platzsparend für das Heimtraining.
Für Einsteigerinnen und Einsteiger genügt zunächst eine einzige Kettlebell in passendem Gewicht. Erst wenn die Technik sitzt und einzelne Übungen zu leicht werden, lohnt sich die Anschaffung weiterer Gewichtsstufen.
Vorteile des Kettlebell-Trainings
Die anhaltende Beliebtheit der Kettlebell erklärt sich vor allem aus der Effektivität und Einfachheit des Trainings. Durch die komplexen, mehrgelenkigen Bewegungen werden stets mehrere Muskeln im Verbund beansprucht – statt einzelne Muskeln isoliert zu trainieren, fördern Sie ganze Bewegungsketten. So entsteht funktionelle Kraft, die Bewegungen aus dem Alltag wie Heben, Tragen oder Aufstehen ähnelt und Sie deshalb auch außerhalb des Trainings unterstützen kann.
Bevor wir auf die Technik der einzelnen Übungen eingehen, lohnt ein Überblick über die wichtigsten Effekte, die ein regelmäßiges Kettlebell-Training fördern kann. Die folgenden Punkte beschreiben mögliche Wirkungen eines sachgerechten Trainings – sie sind keine garantierten Versprechen und ersetzen keine medizinische Beratung:
- Aufbau funktioneller Kraft über mehrere Muskelgruppen hinweg
- Kräftigung von Rumpf, unterem Rücken und tiefliegender Stützmuskulatur
- Förderung von Stabilität, Koordination und Körperkontrolle
- Verbesserung der Kraftausdauer und damit Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems
- Schulung eines bewussten, hüftdominanten Bewegungsmusters
- platzsparendes Ganzkörper-Workout mit nur einem Gerät
Ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Maschinentraining ist das Training mit freien Gewichten. Eine Kettlebell hat keine Führungsschienen und gibt kein Bewegungsmuster vor – um die Übungen sauber auszuführen, müssen Sie den Rumpf ständig stabilisieren und auch tiefliegende Muskulatur einsetzen. Das schult die Körperwahrnehmung und kann eine aufrechte Haltung unterstützen. Gerade Nacken, Schultern und der untere Rücken, die durch langes Sitzen oft vernachlässigt werden, lassen sich so gezielt kräftigen, weshalb das Kettlebell-Training ein sinnvoller Ausgleich zu einer überwiegend sitzenden Tätigkeit sein kann.
Auch praktische Gründe sprechen für die Kugelhantel: Statt ein ganzes Studio zu benötigen, ersetzt das Training mit einer einzigen Kettlebell ein komplettes Ganzkörper-Workout. Damit eignet es sich hervorragend für das Training zu Hause oder unterwegs. Trainiert werden vor allem Kraft, Stabilität und – bei entsprechender Gestaltung mit höheren Wiederholungszahlen – auch die Kraftausdauer. Der gezielte Aufbau von maximaler Muskelmasse gelingt mit Kettlebells allein zwar nur eingeschränkt, dafür profitieren funktionelle Kraft, Stabilität und Beweglichkeit besonders deutlich.
Die wichtigsten Grundübungen
Eine Kettlebell wird selten einfach nur wie eine Kurzhantel gehoben. Stattdessen kommen dynamische Übungen zum Einsatz, bei denen oft auch die Fliehkraft eine Rolle spielt. Für den Einstieg reichen vier Grundübungen vollkommen aus, mit denen Sie den ganzen Körper trainieren. Bauen Sie diese Übungen nacheinander und sauber auf, bevor Sie zu anspruchsvolleren Varianten wie Snatch oder Turkish Get-up übergehen.
Kettlebell Swing
Der Swing ist die wichtigste und namensgebende Kettlebell-Übung. Aus einer hüftbreiten Standposition pendeln Sie die Kugelhantel zwischen den Beinen nach hinten und schwingen sie anschließend durch eine kraftvolle Hüftstreckung nach vorne bis etwa auf Brusthöhe. Der Antrieb kommt dabei nicht aus den Armen, sondern aus der Hüfte – die Arme führen das Gewicht nur. Der Swing fordert die gesamte hintere Muskelkette aus Gesäß, Oberschenkelrückseite und Rücken und schult zugleich Kraftausdauer und Rumpfstabilität.
Goblet Squat
Beim Goblet Squat halten Sie die Kettlebell mit beiden Händen am Griff dicht vor der Brust, als würden Sie einen Kelch (englisch „goblet") halten. Aus dieser Position gehen Sie kontrolliert in die Kniebeuge, halten den Oberkörper aufrecht und drücken sich wieder nach oben. Das vor dem Körper gehaltene Gewicht hilft, den Rumpf aufzurichten, und macht den Goblet Squat zu einer der einsteigerfreundlichsten Übungen, um eine saubere Kniebeugentechnik zu erlernen und Beine sowie Gesäß zu kräftigen.
Clean
Der Clean bringt die Kettlebell aus dem Schwung in die sogenannte Rack-Position, bei der die Kugelhantel an Unterarm und Schulter anliegt. Aus einem kontrollierten Schwung führen Sie das Gewicht eng am Körper nach oben und fangen es weich an der Schulter ab, ohne dass es auf den Unterarm klatscht. Der Clean ist die Verbindungsübung zwischen den schwungbasierten und den Press-Übungen und schult vor allem Timing, Koordination und einen sauberen Übergang.
Press
Beim Press (auch Military Press) drücken Sie die Kettlebell aus der Rack-Position kontrolliert über den Kopf, bis der Arm gestreckt ist, und führen sie anschließend wieder zurück. Wichtig ist ein stabiler, fester Rumpf, damit Sie nicht ins Hohlkreuz fallen. Der Press kräftigt vor allem Schultern, Trizeps und die obere Rückenpartie und ergänzt die schwungbetonten Übungen um eine kontrollierte Druckbewegung.
Technik & saubere Ausführung
Beim Kettlebell-Training entscheidet die Technik über Nutzen und Sicherheit. Weil die Übungen dynamisch sind und Fliehkraft im Spiel ist, kann eine fehlerhafte Ausführung – etwa ein Rundrücken beim Swing – Rücken und Gelenke unnötig belasten. Bevor Sie das Gewicht steigern, sollten deshalb die folgenden Technik-Grundsätze sitzen.
Die folgenden Punkte bilden das Fundament für eine saubere und gelenkschonende Ausführung nahezu aller Kettlebell-Übungen:
- Neutraler Rücken: Halten Sie den Rücken über die gesamte Bewegung gerade und vermeiden Sie einen Rundrücken oder ein Hohlkreuz.
- Antrieb aus der Hüfte: Die Kraft beim Swing und Clean kommt aus einer explosiven Hüftstreckung, nicht aus den Armen oder dem unteren Rücken.
- Fester Rumpf: Spannen Sie Bauch und Gesäß aktiv an, um die Wirbelsäule zu stabilisieren.
- Kontrollierte Bewegung: Führen Sie die Kettlebell, statt sich von ihr ziehen zu lassen – jede Wiederholung bleibt bewusst und beherrscht.
- Atmung: Atmen Sie in der Kraftphase (Hüftstreckung) kräftig aus und in der Absenkphase wieder ein.
Gerade die Atmung wird von Einsteigern oft unterschätzt. Eine bewusste, rhythmische Atmung stabilisiert den Rumpf und sorgt dafür, dass Sie auch über mehrere Wiederholungen kraftvoll und kontrolliert bleiben. Beides – richtige Technik und Atmung – lässt sich am besten unter fachkundiger Anleitung erlernen, etwa im Rahmen einer Fitnesstrainer-Ausbildung, in der die korrekte Ausführung Schritt für Schritt vermittelt und kontrolliert wird.
Gewicht wählen & Trainingsaufbau
Die richtige Gewichtswahl ist beim Kettlebell-Training entscheidend für Sicherheit und Fortschritt. Anders als beim klassischen Hanteltraining ist ein zu leichtes Gewicht beim Swing nicht unbedingt vorteilhaft, weil sich die Hüftbewegung dann kaum sauber ausführen lässt. Gleichzeitig führt ein zu schweres Gewicht schnell zu Technikfehlern. Als grobe Orientierung – ohne ärztliche Beratung zu ersetzen – haben sich folgende Einstiegsgewichte bewährt:
- Einsteigerinnen: häufig 8 bis 12 kg für Swing und Goblet Squat
- Einsteiger: häufig 12 bis 16 kg für Swing und Goblet Squat
- Press & einarmige Übungen: deutlich leichter beginnen, da nur ein Arm arbeitet
- Faustregel: Das Gewicht passt, wenn Sie die Technik über 10 bis 15 saubere Wiederholungen halten können.
Beim Trainingsaufbau gilt für Einsteiger: Erst die Technik, dann die Intensität. Beginnen Sie mit wenigen, sauberen Sätzen und steigern Sie Wiederholungen und Gewicht erst, wenn die Ausführung sicher sitzt. Ein typischer Einstieg könnte aus zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche mit jeweils ausreichend Pausen bestehen, damit sich Muskeln und Bindegewebe an die neue Belastung anpassen können.
Ein sinnvolles Einsteiger-Workout kombiniert die vier Grundübungen zu einem ausgewogenen Ganzkörper-Training. Die folgende Struktur dient als Orientierung und sollte an Ihr individuelles Leistungsniveau angepasst werden:
- Aufwärmen mit lockeren Mobilisationsübungen für Hüfte, Schultern und Wirbelsäule
- Goblet Squat als gelenkschonender Einstieg in die Kraftarbeit
- Kettlebell Swing für die hintere Muskelkette und die Kraftausdauer
- Clean und Press im Wechsel für Schultern und Koordination
- kurzes Cool-down mit ruhigem Ausschütteln und sanftem Dehnen
Wichtig ist, dass Sie Ihrem Körper Regenerationsphasen gönnen. Wer zu schnell zu viel will, riskiert Technikfehler und Überlastung. Lieber mit Geduld die Grundlagen festigen – die Steigerung kommt dann fast von selbst.
Häufige Fehler beim Kettlebell-Training
Viele Verletzungsrisiken beim Kettlebell-Training entstehen nicht durch das Gerät selbst, sondern durch vermeidbare Fehler in der Ausführung. Wer diese kennt, kann von Anfang an sauberer und sicherer trainieren.

Achten Sie deshalb besonders auf die folgenden Punkte:
- Rundrücken beim Swing: Ein gekrümmter Rücken belastet die Bandscheiben – der Rücken bleibt immer neutral und gerade.
- Armzug statt Hüftschwung: Wer den Swing aus den Armen zieht, überlastet die Schultern und verschenkt die eigentliche Kraftquelle.
- Zu schweres Gewicht: Ein zu schwerer Einstieg führt fast immer zu Technikfehlern – lieber sauber mit weniger Gewicht.
- Aufschlagende Kettlebell: Beim Clean darf die Kugel nicht auf den Unterarm klatschen; sie wird weich abgefangen.
- Hohlkreuz beim Press: Ein fehlender Rumpfspannung führt ins Hohlkreuz und belastet den unteren Rücken.
- Kein Aufwärmen: Ohne mobilisiertes Aufwärmen steigt das Risiko für Zerrungen, gerade in Hüfte und Schultern.
Die meisten dieser Fehler lassen sich vermeiden, wenn die Technik unter fachkundiger Beobachtung aufgebaut wird. Gerade Anfängerinnen und Anfänger profitieren enorm davon, wenn ein erfahrener Trainer die Ausführung kontrolliert und frühzeitig korrigiert, bevor sich falsche Bewegungsmuster einschleifen.
Mein Rat aus über 25 Jahren Praxis und Ausbildung: Beim Kettlebell-Training entscheidet sich alles am Swing – und der Swing entscheidet sich an der Hüfte, nicht am Arm. Ich lasse Einsteiger zuerst ganz ohne Gewicht den hüftdominanten Bewegungsablauf üben, oft mit den Händen an der Wand, bis das „Scharnier" in der Hüfte sitzt. Erst dann kommt die Kettlebell dazu, und zwar bewusst nicht zu leicht, damit der Schwung überhaupt entstehen kann. Und ganz wichtig: Wenn der Rücken zwickt oder Sie ins Hohlkreuz kippen, ist das Gewicht zu schwer oder die Technik noch nicht reif. Sauberkeit schlägt immer Schwere.
Sicherheit & wann zum Arzt
So vielseitig das Kettlebell-Training ist – es bleibt ein intensives Krafttraining, das Sie verantwortungsvoll angehen sollten. Ein sachgerechtes Training kann Kraft und Stabilität fördern, ersetzt aber keine medizinische Beratung. Gerade bei bestehenden Beschwerden oder Vorerkrankungen sollten Sie vor dem Einstieg sicherstellen, dass das Training für Sie geeignet ist.
Bei den folgenden Konstellationen sollten Sie das Kettlebell-Training nicht eigenmächtig beginnen, sondern vorab ärztlich abklären lassen:
- akute oder chronische Rückenbeschwerden sowie Bandscheibenprobleme
- Schulter-, Knie- oder andere Gelenkbeschwerden
- Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- frische Operationen, Verletzungen oder Entzündungen
- Schwangerschaft
- ein längerer Trainingsmangel oder ein höheres Lebensalter ohne sportliche Vorerfahrung
Brechen Sie das Training außerdem sofort ab, wenn während oder nach einer Übung Schmerzen auftreten, die über ein normales Muskelbrennen hinausgehen – insbesondere stechende oder in Arme oder Beine ausstrahlende Schmerzen, Schwindel oder Atemnot. Solche Warnsignale gehören ärztlich abgeklärt. Für einen sicheren Einstieg gilt grundsätzlich: leichtes Gewicht, saubere Technik und im Zweifel die Begleitung durch einen qualifizierten Trainer.
Fitnesstrainer-Ausbildung bei WIP
Wer das Kettlebell-Training nicht nur für sich selbst nutzen, sondern fundiert anleiten möchte, legt mit einer qualifizierten Ausbildung den Grundstein. In einer Fitnesstrainer-Ausbildung lernen Sie nicht nur die korrekte Technik der Kettlebell-Übungen, sondern auch die anatomischen und trainingswissenschaftlichen Hintergründe – also das Wissen, um Übungen sicher zu vermitteln und individuell anzupassen.
Die WellnessInPerfektion WIP-Akademie bietet die passende Ausbildung in mehreren Formaten an, sodass Sie das Lernen an Ihren Alltag anpassen können. Je nach Ziel und Lebenssituation stehen Ihnen folgende Wege offen:
- als flexible Online-Ausbildung, die Sie ortsunabhängig und im eigenen Tempo absolvieren
- als Präsenz-Ausbildung in Berlin mit direktem Feedback und praktischer Übungskontrolle
- als staatlich zugelassener Lehrgang mit anerkanntem Abschluss
Alle Lehrgänge schließen mit einem WIP-Zertifikat ab und vermitteln neben dem Kettlebell-Training ein breites Fundament aus Trainingslehre, Anatomie und Übungsgestaltung. So sind Sie nicht nur in der Lage, selbst sicher zu trainieren, sondern auch andere Menschen kompetent und verantwortungsvoll anzuleiten.
So lernen Sie den Kettlebell Swing
Der Swing ist die zentrale Kettlebell-Übung und zugleich die beste Grundlage, um das hüftdominante Bewegungsmuster zu erlernen. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung führt Sie in sinnvoller Reihenfolge durch den sauberen Aufbau – vom Stand bis zur kontrollierten Wiederholung. Üben Sie jeden Schritt zunächst langsam und mit leichtem bis moderatem Gewicht.
- Stand einnehmen: Stellen Sie sich etwa hüftbreit hin, die Kettlebell liegt rund eine Fußlänge vor Ihnen auf dem Boden. Die Fußspitzen zeigen leicht nach außen.
- Rumpf spannen: Spannen Sie Bauch und Gesäß an, ziehen Sie die Schultern leicht zurück und halten Sie den Rücken über die gesamte Bewegung gerade.
- Kettlebell greifen: Beugen Sie sich aus der Hüfte nach vorne, greifen Sie den Griff mit beiden Händen und kippen Sie die Kugel leicht zu sich, ohne den Rücken rund zu machen.
- Rückschwung einleiten: Pendeln Sie die Kettlebell zwischen den Beinen kraftvoll nach hinten, als würden Sie einen American Football zwischen den Beinen anspielen.
- Hüfte explosiv strecken: Strecken Sie Hüfte und Knie kraftvoll, sodass der Schwung die Kettlebell nach vorne treibt – die Arme bleiben locker und führen nur.
- Höhe kontrollieren: Lassen Sie die Kugel bis maximal auf Brusthöhe steigen und atmen Sie in der Streckung kräftig aus.
- Kontrolliert absenken: Lassen Sie die Kettlebell zurückpendeln, fangen Sie den Schwung aus der Hüfte ab und atmen Sie wieder ein.
- Sicher abstellen: Beenden Sie den Satz, indem Sie die Kettlebell aus dem Stand kontrolliert vor sich absetzen – niemals mit rundem Rücken fallen lassen.
Wiederholen Sie zunächst nur wenige saubere Schwünge pro Satz und steigern Sie die Wiederholungszahl erst, wenn die Bewegung sicher sitzt. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie die Technik von einem qualifizierten Trainer kontrollieren – das ist der schnellste Weg zu einem sauberen, sicheren Swing.
Fazit
Das Kettlebell-Training ist ein traditionsreiches und zugleich hochaktuelles funktionelles Krafttraining: Mit nur einer Kugelhantel können Sie Kraft, Rumpfstabilität, Beweglichkeit und Kraftausdauer im ganzen Körper fördern – platzsparend, alltagsnah und sowohl im Studio als auch zu Hause. Das Fundament bilden vier Grundübungen: Swing, Goblet Squat, Clean und Press. Entscheidend für Nutzen und Sicherheit ist dabei stets die saubere Technik – ein neutraler Rücken, der Antrieb aus der Hüfte und ein fester Rumpf schützen Wirbelsäule und Gelenke. Beginnen Sie als Einsteiger mit leichtem Gewicht, achten Sie auf Ihre Atmung und klären Sie Beschwerden oder Vorerkrankungen vorab ärztlich ab. Wer die Technik fundiert erlernen und sicher anleiten möchte, legt mit einer qualifizierten Ausbildung der WIP-Akademie den Grundstein – ob als Online-Ausbildung, Präsenzkurs in Berlin oder staatlich zugelassener Lehrgang mit Zertifikat.
Häufige Fragen zum Kettlebell-Training
Welche Kettlebell-Übungen eignen sich für Anfänger?
Für den Einstieg eignen sich vier Grundübungen: der Kettlebell Swing für die hintere Muskelkette, der Goblet Squat als einsteigerfreundliche Kniebeuge, der Clean als Verbindungsübung und der Press als kontrollierte Druckbewegung. Bauen Sie diese Übungen nacheinander und sauber auf, bevor Sie zu anspruchsvolleren Varianten übergehen.
Welches Gewicht sollte ich als Einsteiger wählen?
Als grobe Orientierung beginnen Einsteigerinnen für Swing und Goblet Squat häufig mit 8 bis 12 kg, Einsteiger mit 12 bis 16 kg. Für Press und einarmige Übungen wird deutlich leichter begonnen. Das Gewicht passt, wenn Sie die Technik über 10 bis 15 saubere Wiederholungen sicher halten können – die Technik ist wichtiger als das Gewicht.
Ist Kettlebell-Training für den Rücken gefährlich?
Bei sauberer Technik kann das Kettlebell-Training den Rücken sogar kräftigen. Gefährlich wird es vor allem durch Fehler wie einen Rundrücken beim Swing oder ein zu schweres Gewicht. Halten Sie den Rücken stets neutral, treiben Sie den Schwung aus der Hüfte an und spannen Sie den Rumpf an. Bei bestehenden Rückenbeschwerden sollten Sie vorab ärztlichen Rat einholen.
Kann ich mit einer Kettlebell zu Hause trainieren?
Ja, eine einzige Kettlebell ersetzt ein komplettes Ganzkörper-Workout und eignet sich deshalb gut für das Training zu Hause. Achten Sie auf ausreichend Platz, einen rutschfesten Untergrund und eine saubere Technik. Für den Anfang ist es ratsam, die Ausführung – etwa per Video oder durch einen Trainer – kontrollieren zu lassen.
Baut man mit Kettlebells Muskeln auf?
Das Kettlebell-Training fördert vor allem funktionelle Kraft, Stabilität und Kraftausdauer. Der gezielte Aufbau maximaler Muskelmasse gelingt mit der Kettlebell allein nur eingeschränkt – dafür profitieren Rumpfkraft, Koordination und das Herz-Kreislauf-System besonders deutlich. Als Ergänzung zu klassischem Krafttraining ist die Kettlebell sehr wirkungsvoll.
Wie oft sollte ich Kettlebell-Training machen?
Für Einsteiger sind zwei bis drei Einheiten pro Woche mit ausreichend Pausen ein guter Richtwert, damit sich Muskeln und Bindegewebe an die Belastung anpassen können. Wichtiger als die Häufigkeit ist die saubere Ausführung. Steigern Sie Umfang und Gewicht erst, wenn die Technik sicher sitzt.

